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Arjen Robben absolvierte in dieser Saison fünf Ligapartien für den FC Bayern © getty

Ein Konzept gegen den Rekordmeister scheint gefunden. Die Debatte über den Einsatz von Robben zieht an. Boateng ist unglücklich.

Von Mathias Frohnapfel

München - FCB-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zitierte vergnügt ein Lieblingszitat von Uli Hoeneß: "The trend is your friend."

Am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung war das und die Bayern-Welt noch in Ordnung.

Doch die starke Serie von fünf Heimsiegen, inklusive 23:0-Toren, ist durch die 0:1-Schlappe gegen den BVB (Nachbericht) unterbrochen und plötzlich offenbart sich ein neuer Negativtrend.

In Spitzenspielen ist Bayern anfällig. Gegen drei Teams aus der oberen Tabellenhälfte setzte es Pleiten: Zum Auftakt gegen Glabach (0:1), dann in Hannover (1:2) und nun gegen Schwarz-Gelb (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Immerhin gegen Leverkusen (3:0) und Schalke (2:0) punktete der Rekordmeister dreifach.

"Brutal starke Defensive" als Grundstein gegen den FCB

Wie die Münchner zu beeindrucken sind, zeigten die drei siegreichen Mannschaften mit ähnlichen Konzepten.

"Der Schlüssel zum Erfolg ist eine brutal starke Defensive", meinte BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Die muss gegen den FCB drei Dinge in Perfektion beherrschen: Passwege müssen zugemacht, die Seiten abgeriegelt werden und im Idealfall erobern Spieler wie Dortmunds Sven Bender im Mittelfeld auch noch Bälle.

Heynckes verärgert

Jupp Heynckes ärgerte das, vor allem weil der Münchner Coach seiner Mannschaft ankreidete "nicht so klaren Fußball gespielt" zu haben. 484426(DIASHOW: Der 13. Spieltag)

"Gedanklich zu langsam, viel zu brav, zu bewegungsarm", schimpfte Heynckes über die Darbietung seiner Mannen. Auch die Trainingseinstellung einiger Nationalspieler am Tag vor dem Topspiel passte dem 66-Jährigen nicht.

Obendrein hatte Heynckes selbst mit seinen Umstellungen nicht den besten Griff getan.

Dauerpatient Arjen Robben stand zum ersten Mal seit dem dritten Spieltag wieder in der Startelf und das nach einer siebenwöchigen Verletzungspause. Toni Kroos und Thomas Müller wechselten auf neue Positionen.

[kaltura id="0_hugzrnl9" class="full_size" title="Doppelpass Das Spitzenspiel FCB BVB in der Analyse"]

Robben sollte Erfahrung bringen

"Der Trainer hat mich am Freitag gefragt, ob ich von Anfang an spielen kann. Er wollte mehr Erfahrung auf dem Platz, weil Schweini und Tymoshchuk fehlen", erklärte Robben.

Und Rummenigge warb um Geduld mit dem Edeltechniker, der in der vergangenen Saison in 14 Ligaspielen zwölfmal für die Münchner traf. Noch vehementer stellte sich Hoeneß hinter seinen Freund Heynckes.

"Ich habe es total verstanden, dass Robben von Anfang gespielt hat", sagte der Bayern-Präsident im "kicker".

"Das musst du probieren. Und wie ich hörte, hat Arjen in den Tagen zuvor sensationell trainiert."

Bayern scoutet Flügelstürmer

Angeblich schauen sich die Bayern indes nach einem Back-Up für den verletzungsanfälligen Flügelflitzer um.

Laut der niederländischen Zeitung "Telegraaf" haben Münchner Späher den Belgier Dries Mertens vom PSV Eindhoven am Wochenende unter die Lupe genommen. Der Flügelstürmer hat in dieser Saison bereits elfmal getroffen.

FCB-Sportdirektor Christian Nerlinger war zudem am Sonntag beim Spiel Greuther Fürth gegen FSV Frankfurt und beobachtete dabei vor allem Offensivtalent Sercan Sararer.

Der 21-Jährige ist ein Fürther Eigengewächs mit vielversprechenden Anlagen.

Schweinsteiger-Ausfall schmerzt

Zukunftsmusik. In der Gegenwart müssen die Bayern erst einmal in der Champions League gegen Villarreal (Di., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) zeigen, dass sie die Liga-Pleite nicht aus der Bahn wirft.

Und vor allem müssen die Münchner beweisen, dass sie auch ohne Bastian Schweinsteiger punkten können.

Gegen Dortmund fehlte der verletzte Nationalspieler als Führungsfigur an allen Ecken und Enden.

Diese Lücke machte auch Ex-Bayern-Profi Stefan Reuter in der "tz" fest: "Seit er verletzt ist, fehlt nicht nur die spielerische Linie, sondern der Aha-Effekt. Der FC Bayern hat ohne Schweinsteiger die Dominanz verloren."

Boateng unter Druck

Im Abwehrzentrum gibt es derweil einen kuriosen Fakt zu bestaunen. In jedem Ligaspiel, in dem Innenverteidiger Daniel van Buyten auf der Bank saß, verloren die Bayern.

Jerome Boateng kehrte nach seiner Rotsperre in die Innenverteidigung zurück und patzte in der spielentscheidenden Szene gegen Mario Götze. "Ich sehe den Ball nicht", sagte Boateng danach ehrlich.

Verunsichert ist der Abwehrspezialist durch seine ständigen Positionswechsel von der Innen- auf die Außenverteidigerposition und zurück, zumal er im DFB-Team jüngst auf außen agierte.

"Wenn man zwei, drei Spiele auf einer Position macht, gewöhnt man sich ja sie und muss sich dann wieder umstellen. Einfach ist das nicht. Natürlich will jeder Spieler auf Dauer auf einer Position spielen."

Für die Münchner geht es jetzt darum, den aktuellen Topspiel-Trend zu ihren Gunsten umzukehren.

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