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Hans-Dieter Flick (l.) diente Klubmäzen Dietmar Hopp von 2000 bis 2005 als Trainer © getty

Joachim Löws Assistent, langjähriger Trainer in Hoffenheim, hätte nicht vorausgeahnt, wie schnell sich sein Ex-Klub etabliert.

Von Martin Hoffmann

München - Der Zweikampf zwischen dem FC Bayern und 1899 Hoffenheim lässt keinen Bewohner von Fußball-Deutschland kalt.

Es gibt aber wohl keinen Außenstehenden, der in beiden Vereine so gute Einblicke hat wie Hans-Dieter Flick.

Der Assistent von Bundestrainer Joachim Löw hat sechs Jahre für Bayern gespielt, die Hoffenheimer trainierte er fünf Jahre lang und führte sie in seiner Amtszeit in die Regionalliga.

Obwohl er mit den Kraichgauern also bestens vertraut ist, ist er überrascht, wie rasant sie an die Spitze der Eliteliga geschossen sind (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) .

"Ganz ehrlich: Damit konnte man nicht rechnen", erklärt Flick im Interview mit "bundesliga.de".

Nicht zu erwarten

Eines sei ihm zwar immer klar gewesen, nämlich "dass sich Hoffenheim in der Bundesliga leichter tut als in der Zweiten Liga".

Dass es sich dort so schnell oben zurechtfinden würde, sei jedoch nicht zu erwarten gewesen.

Dass der Hoffenheimer Höhenflug bis zum Saisonende voll anhält, das erwartet die Konkurrenz auch nach der Herbstmeisterschaft weiterhin nicht.

Keiner traut Hoffenheim den Titel zu

In einer Umfrage der "Sport Bild" unter den 18 Bundesliga-Kapitänen tippt kein einziger auf Hoffenheim als Titelträger.

16 Spielführer setzen auf Bayern, einer auf Werder Bremen, einer enthält sich des Urteils.

Was nicht heißt, dass die Kapitäne Hoffenheim keinen Respekt zollen: Sie sehen Torjäger Vedad Ibisevic als besten Spieler und Ralf Rangnick als besten Trainer der Hinrunde 44667(DIASHOW: Die Sprüche der Hinrunde) .

Lob im höchsten Maße

Den Hoffenheimer Coach kann Flick ebenfalls "nur in höchstem Maße loben".

Er halte "die Fäden in der Hand" und könne trotzdem auch seine Aufgaben delegieren - auf "ein hervorragendes Betreuerteam mit absoluten Top-Leuten".

Wie viel Flick und sein Chef Löw von der Arbeit dieses Teams halten, hat sich durch ihre Berufung von Marvin Compper und Tobias Weis bereits deutlich gezeigt.

"Wir werden in der Rückrunde Hoffenheim weiterhin intensiv beobachten", kündigt Flick an.

Auch Klinsmann kommt gut weg

Als "absolut positiv" wertet er aber auch die Entwicklung beim Konkurrenten aus München.

"Jürgen Klinsmann hat gemeinsam mit dem Verein hervorragende Bedingungen geschaffen", lobt Flick.

Der neue Coach hätte Startschwierigkeiten gehabt, "die mich nicht überrascht haben".

Mittlerweile jedoch hat Klinsmann es geschafft, dass sein Team "attraktiver und offensiver" spiele als vor seiner Zeit.

Neue Trainer, neuer Schwung

Generell hätten die neuen Trainer - Flick nennt noch Hamburgs Martin Jol und Leverkusens Bruno Labbadia - neuen Schwung in die Liga gebracht.

"Da ist eine gute Entwicklung in Gang gekommen und es freut mich besonders, dass diese Trainer mit ihren Mannschaften an der Spitze der Tabelle stehen", so Flick.

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