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Frust pur: Die Verträge von Tim Wiese (M.) und Claudio Pizarro (r.) laufen am Saisonende aus © getty

Zuletzt überzeugte Werder Bremen mit alter Souveränität. Doch nach dem Fiasko in Gladbach steht die Schaaf-Truppe am Scheideweg.

Von Reinhard Franke

München - Das 0:5 in Mönchengladbach (Nachbericht) hat bei Werder Bremen Spuren hinterlassen - und es wirft viele Fragen auf.

Tabellarisch hat sich nicht viel verschlechtert für Werder, aber die Sorgenfalten bei den Verantwortlichen werden nach dem "Schwarzen Tag" im Borussia-Park dennoch größer. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Hoffnung auf eine Erfolgssaison früherer Prägung war nach den erfolgreichen ersten Saison-Monaten gewachsen

Bis auf Platz drei hatten sich die Grün-Weißen herangepirscht, viele sprachen schon vom alten, neuen Bayern-Verfolger. Wenn das mal nicht zu früh war. 484426(DIASHOW: Der 13. Spieltag)

Niemandsland statt Europa?

Denn beim desaströsen Auftritt in Gladbach wurden längst verheilt geglaubte Wunden wieder aufgerissen. Bleiben diese offen, dann fährt der Bremer Zug am Ende womöglich nicht wie erhofft nach Europa, sondern ins mausgraue Niemandsland.

Die Enttäuschung war groß nach dem Fiasko bei der Borussia.

Die Profis mussten mit dem Groll von Boss Klaus Allofs leben. "In den Zweikämpfen haben wir uns anfängerhaft angestellt. Insbesondere die Innenverteidigung, aber auch die anderen drum herum", fällte der frühere Stürmer ein vernichtendes Urteil.

Sokratis Sinnbild für katastrophale Abwehr

Tatsächlich hinterließ Werders Defensive den Eindruck, dass der eine nicht wusste, was der andere tut.

Das Fehlen von Abwehrchef Naldo wegen Bronchitis lassen Allofs und Trainer Thomas Schaaf gewiss nicht als Begründung gelten.

Der Platzverweis und die schwache Leistung von Rechtsverteidiger Sokratis passte ins Bild. "Wir hatten viele Probleme, haben heute nicht wie Werder gespielt", sagte der Grieche anschließend dem "kicker".

Start- und Topspiel-Schwäche

Da half es auch nichts, dass Gladbach die Überraschungsmannschaft der Saison und Dreifach-Torschütze Marco Reus seit Wochen in überragender Form ist. Nein, diese Niederlage lässt Schlimmes befürchten.

Nach einer Niederlage schauen Profi-Fußballer gerne nach vorne - auf das nächste Spiel, also die nächste Chance. Und so versuchten die Werder-Profis den Blick nach vorne zu richten.

Bei diesem Blick sorgen aber vor allem die Topspiel- und die Start-Schwäche für dunkle Vorahnungen. Sieben Mal in Folge lag Werder hinten, zehn Mal insgesamt in dieser Saison.

Zudem haben die Grün-Weißen gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte nur gegen Hoffenheim (9.) gewonnen. Gegen Dortmund (2.), Gladbach (3.), Leverkusen (7.) und Hannover (8.) wurde dagegen verloren.

Schweres Programm bis zur Winterpause

Der Spielplan bis zur Winterpause dürfte den Bremer Anhängern deshalb Unwohlsein bereiten. In den vier verbleibenden Hinrundenspielen geht es noch gegen Stuttgart, die Bayern, und Schalke.

Allofs betont: "Wen wir so spielen wie in Mönchengladbach, muss einem immer bange werden."

Pizarro droht auszufallen

Zumal auch die ungewisse personelle Zukunft an der Weser für Diskussionsstoff sorgt.

Schaaf, Allofs, Tim Wiese, Claudio Pizarro und Clemens Fritz - alle Verträge läufen am Saisonende aus. Vollzugsmeldungen scheinen in weite Frene gerückt. Verlässt das Quintett am Ende noch rechtzeitig den Zug, bevor der sich dauerhaft in Richtung Mittelmaß bewegt?

Die Chance, die Weichen wieder in die richtige Richtung zu stellen, bleibt den Bremern natürlich immer noch. Als nächstes am Wochenende gegen Stuttgart

Ausgerechnet da droht Torjäger Pizarro aber auszufallen. Werders Lebensversicherung konnte am Dienstag wegen Knieproblemen nicht am Training teilnehmen.

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