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Thorsten Fink (r.) will gegen Hannover seinen zweiten Sieg als HSV-Coach feiern © getty

HSV-Coach Thorsten Fink sieht sich vor dem Derby bei Hannover 96 auf dem richtigen Weg. 30 Millionen Euro vom Hauptsponsor.

Von Reinhard Franke und Sven-Arne Görn

München ? Es ist das Duell der beiden HSV's.

Auf der einen Seite der Hannoversche Sportverein von 1896 und auf der anderen Seite der Hamburger Sportverein. Vor der Partie (Samstag, ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) sind die Vorzeichen rein sportlich klar:

Die 96er belegen Platz acht, die Hamburger Platz 14. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

HSV-Coach Thorsten Fink sagt gegenüber SPORT1: "Man muss es ganz realistisch sehen im Moment: Hannover hat in den letzten zwei Jahren sehr gut gearbeitet. Und wir sind der Traditionsverein schlechthin. Im Moment ist Hannover sportlich auf dem besseren Weg, aber vielleicht können wir sie so schnell wie möglich überholen. Und das versuchen wir mit einem Sieg in Hannover."

Rechtzeitig vor dem Nordderby konnten die Hamburger neben dem Platz einen großen Coup landen.

30 Millionen für vier Jahre

Der Hamburger SV hat seinen Vertrag mit Hauptsponsor Emirates (seit 2006) um vier Jahre bis 2016 verlängert. Der HSV soll 7,5 Millionen Euro pro Jahr erhalten, insgesamt also 30 Millionen Euro.

Die Nachricht passte zum sportlichen Aufschwung unter Fink 484426(DIASHOW: Der 13. Spieltag).

Der bleibt aber realistisch: "Wir haben ein Spiel gewonnen, mehr nicht. Die Mannschaft muss wissen, dass wir nicht zufrieden sind, sondern dass wir weitermachen wollen, dass wir uns nicht zufrieden geben mit Platz 14", fordert der Coach.

Und die Fans träumen schon: Greift der HSV nun auch in Sachen Transfers dank der Millionen wieder richtig an?

HSV-Boss Jarchow hoch erfreut über Sponsor-Deal

Vorstandsvorsitzender Carl-Efgar Jarhow muss diese Hoffnungen der Fans enttäuschen. "Das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun. Es ist nicht so, dass wir die gesamten Erträge investieren können."

Soll heißen: Im Grunde genommen wird der HSV mit der Verlängerung des Emirates-Vertrages nur dafür sorgen, dass er im kommenden Sommer kein neues, millionenschweres Loch stopfen muss.

[kaltura id="0_rymy2zxp" class="full_size" title=""Geben uns nicht zufrieden""]

Sportlich unterschiedliche Vorzeichen

Finanziell war die Verlängerung mit dem Hauptsponsor ein Lichtblick. Sportlich haben sich die Vorzeichen der beiden Klubs deutlich verändert.

Während Hannover, einst der "kleine HSV", schon im zweiten Jahr eine beachtliche Runde spielt, hängt der einst große HSV den Erwartungen wieder mal hinterher.

Basis-Demokratie an der Elbe

In Hannover hat Klub-Boss Martin Kind den Verein in den letzten Jahren gesundet und arbeitet konsequent an der Weiterentwicklung. Beim Hamburger SV lautet das Schlagwort "Basis-Demokratie". Jarchow und Sportchef Frank Arnesen haben als Team vorerst für Ruhe gesorgt.

Im Hintergrund werden also die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Auf dem Platz fordert Fink nach dem 2:0 gegen Hoffenheim (Bericht) am Samstag den zweiten Sieg in Serie.

Das hat der HSV in dieser Saison bisher noch nicht geschafft.

"Ich bin heiß"

"Wir sind auf dem richtigen Weg. Ich bin heiß, weitere Siege einzufahren", so Fink. "Ich wünsche mir, dass wir den Biss beibehalten. Meine Mannschaft ist gut drauf."

Daher lässt der 44-Jährige die gleiche Elf spielen wie beim ersten Saison-Heimsieg gegen die Kraichgauer: "Wenn keiner Probleme hat, sehe ich keinen Grund, etwas zu ändern." Fink warnt aber vor 96: "Hannover ist ein konterstarkes Team.

Sie haben schnelle Spieler, da muss man höllisch aufpassen."

"Wir müssen nach vorne schauen"

In den letzten neun Jahren gelang dem HSV nur ein Sieg in Hannover.

Doch dazu sagt Fink nur: "Ich schaue nicht auf die letzten Ergebnisse. Wir müssen nach vorne schauen. Ich bin hier neu und Hannover ist kein Angstgegner von mir. Meine Mannschaft muss es einfach mit rüber nehmen, diese Mentalität, in Hannover gewinnen zu wollen."

Fink muss allerdings weiter auf Mladen Petric verzichten. Bei Hannover ist Didier Ya Konan gesperrt.

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