vergrößernverkleinern
Podolski (l.) und Reus kommen in dieser Saison zusammen auf 19 Tore © getty

Die beiden Stars stehen beim Duell der rheinischen Rivalen Köln und Gladbach im Rampenlicht. Die Zukunft der beiden ist offen.

München - Prinz Poldi oder Riese Reus:

Das rheinische Derby sucht seinen Helden. Noch mehr als Borussia Mönchengladbachs Shootingstar Marco Reus ist dabei Lukas Podolski die große Führungsfigur, mit der das Schicksal des 1. FC Köln steht und fällt.

Am Freitagabend (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) werden die Spotlights im seit Wochen ausverkauften Kölner RheinEnergie-Stadion wieder auf die beiden Nationalspieler gerichtet werden.

Und am Ende kann es nur einen geben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Solkakken: "Lukas ist stärker"

"Der Unterschied zwischen den beiden ist, dass Lukas stärker ist. Er hat diese Boxer-Physis, die er einsetzen kann", sagte Kölns Coach Stale Solbakken.

Doch der Norweger, der sich seit seiner erfolgreichen Zeit beim FC Kopenhagen als "Derby-Spezialist" bezeichnet, weiß: "Er kann auch nicht allein gewinnen."

Trotzdem sind die Zahlen des 95-maligen Nationalspielers in dieser Saison eindrucksvoll: 9 Tore in 11 Bundesligaspielen, dazu 5 Vorlagen. Vor allem im heimischen Stadion fühlt sich der 26-Jährige pudelwohl. Bei den letzten drei Heimsiegen des FC erzielte Podolski fünf von sieben Toren.

Tempodribbler sorgt für die Punkte

Sogar noch einen Tick besser drauf ist derzeit der 22 Jahre alte Reus: 7 seiner 10 Saisontore erzielte der blonde Tempodribbler in den letzten drei Spielen und sicherte der Borussia damit quasi im Alleingang neun Punkte.

[kaltura id="0_8lk33s4p" class="full_size" title="Derby Alarm in K ln"]

Trotzdem sieht sich Reus nicht als Alleinunterhalter: "Da spielen noch zehn andere in meiner Mannschaft." Kaufen will halb Europa inklusive des FC Bayern aber nur ihn.

Für geschätzte 18 Millionen Euro festgeschriebene Ablösesumme könnte Reus (Vertrag bis 2015) im Sommer 2012 gehen.

"Poldis" Zukunft in den Sternen

Auch die Zukunft von Lukas Podolski steht in den Sternen, vor allem nach dem überraschenden Rücktritt von FC-Präsident Wolfgang Overath vor knapp zwei Wochen.

Solbakken schließt im Gespräch mit dem "kicker" zumindest einen Wechsel im Winter aus: "Ich wäre sehr überrascht, wenn er im Winter wechselt. Weil ich sehe, dass er in Köln seine beste Periode überhaupt erlebt."

Seine beste "Periode" seit Jahrzehnten erlebt auch die Borussia, die nach dem Fast-Abstieg in der vergangenen Saison als derzeitiger Tabellendritter die Überraschung der Spielzeit ist.

Favre tritt auf die Bremse

Trainer Lucien Favre hat speziell nach dem 5:0-Fußballfest gegen Werder Bremen (Bericht) am Samstag alle Mühe, die Euphorie rund um den fünfmaligen deutschen Meister im Zaum zu halten 484426(DIASHOW: Der 13. Spieltag).

Deshalb warnt der Schweizer auch vor dem 79. Bundesligaduell mit dem 1. FC Köln:

"Das Spiel gegen Köln wird sehr hart. Köln ist eine sehr, sehr gute Mannschaft. Gut organisiert, defensiv kompakt, gutes Pressing, gefährlich nach Balleroberung. Das haben wir im Spiel gegen Leverkusen gesehen", sagte Favre.

Bilanz spricht für Borussia

Die Bilanz spricht allerdings ebenso wie die Tagesform für die Borussia. Gegen keinen anderen Verein hat Mönchengladbach in der Bundesliga so oft gewonnen (42-mal) und so viele Tore geschossen (160). In der vergangenen Saison demütigten die Fohlen die Geißböcke gleich zweimal (4:0, 5:1).

Für Solbakken kommt das Derby nach dem Ausfall des Heimspiels gegen Mainz am vergangenen Samstag wegen des Selbstmordversuchs von Schiedsrichter Babak Rafati (Bericht) trotzdem zur richtigen Zeit:

"Alle wissen, dass es ein Derby ist. Wir haben seit drei Wochen nicht mehr gespielt, dann ist es gut, dass nun so ein Spiel kommt", sagte Solbakken und hofft auf einen zusätzlichen Schub für seine Mannschaft: "Wenn man am Ende ein bisschen müde ist, bekommt man zusätzliche Energie durch das Adrenalin."

Eberl: "Unglaubliche Emotionen"

Während Favre nicht auf den Derby-Hype aufspringen will ("Für mich und die Mannschaft ist es ein Meisterschaftsspiel, wir wollen punkten"), weiß Gladbachs Sportdirektor Max Eberl um die Bedeutung der Begegnung:

"Bei den Fans gibt es unglaubliche Emotionen, die aber auf dem Platz bleiben sollen. Hoffentlich wird es ein emotionales Derby. Das Spiel soll dabei im Vordergrund stehen."

Ein Spiel, in dem alle Augen auf Prinz Poldi und Riese Reus gerichtet sein werden.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Köln: Rensing - Brecko, Geromel, McKenna, Eichner - Riether, Matuschyk - Clemens, Jajalo, Peszko - Podolski. - Trainer: Solbakken

Gladbach: ter Stegen - Jantschke, Brouwers, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann, Arango - Reus, Hanke. - Trainer: Favre

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel