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Arjen Robben (r.) erzielte bislang 30 Bundesliga-Treffer für den FC Bayern © getty

Der Bayern-Star geht bei der Zukunftsplanung in die Offensive. Heynckes fordert ein Umdenken der Medien und adelt Toni Kroos.

Vom FC Bayern berichtet Reinhard Franke

München - Jupp Heynckes wirkte nach der englischen Woche etwas verschnupft. Aber nur gesundheitlich.

Ansonsten war der Bayern-Trainer am Freitag bestens aufgeräumt.

Fragen nach dem Aufstellungs-Geheimnis vor dem Spiel bei Mainz 05 am Sonntag (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) beantwortete er mit stoischer Ruhe und einem verschmitzten Lächeln. "Gedulden Sie sich bis Sonntag."

Vor allem im Mittelfeld hat er die Qual der Wahl. Einen Bayern-Star wird es treffen. Toni Kroos, Arjen Robben oder Thomas Müller.

Das neuste und prominenteste Opfer von Heynckes' Roulette-Spiel hieß während der Woche: Thomas Müller. (BERICHT: Heynckes und sein Edel-Roulette)

Rotation "eine Selbstverständlichkeit"

Der Nationalspieler erhielt im Champions-League-Spiel gegen Villarreal "eine schöpferische Pause" und fand sich auf der Bank wieder.

Diesmal könnte es Robben treffen. Der Niederländer war in den beiden Spielen nach seiner Verletzungspause noch weit von seiner Bestform entfernt.

Heynckes lässt sich zwar noch nicht in die Karten blicken, verteidigt sich aber schon mal im Vorhinein für seine Entscheidung: Es sei "bei den Spitzenklubs in Europa selbstverständlich", dass Stammspieler nicht immer von Anfang an spielten.

"Das ist eine Normalität - auch bei Bayern München", stellte der 66-Jährige klar.

Heynckes fordert Umdenken

"Bei den Münchner Medien und auch beim FC Bayern muss ein Umdenken stattfinden", fordert der Trainer.

Auch wenn Heynckes betont, dass "für Robben Spielpraxis sehr wichtig ist", könnte der Trainer das gut damit begründen, indem er darauf verweist, den Star nicht überbelasten zu wollen.

[kaltura id="0_3vfyyyxj" class="full_size" title=" Robben ist sehr wichtig "]

Robben scheint trotz der Diskussionen um seine Person und der drohende Reservistenrollen keine allzu große Unzufriedenheit zu verspüren.

Robben will bleiben

Der 27-Jährige liebäugelt mit einer Verlängerung seines im Juni 2013 auslaufenden Vertrages bei den Bayern.

"Der Verein weiß, dass ich mich sehr wohlfühle, er hat mir auch sein Vertrauen ausgesprochen", sagte Robben der "tz".

"Die Fakten sind klar: Wir fühlen uns in dieser Stadt sehr, sehr wohl."

Gleichzeitig erklärte der gerade von seiner Leistenverletzung genesene Niederländer, dass er sich erst mal auf den Fußball konzentrieren wolle: "Vielleicht wird in der nächsten Zeit mal gesprochen."

35 Millionen Euro möglicher Transfer-Erlös

Auch die Vereinsspitze hatte sich trotz der öffentlichen Kritik am sehr oft verletzten Robben zuletzt deutlich hinter den Flügelstürmer gestellt.

Bei einem Verkauf könnte der Rekordmeister allerdings kräftig Kasse machen - Robbens Marktwert wird auf 35 Millionen Euro taxiert.

Geld, dass der Klub sofort reinvestieren könnte ? in einen Mario Götze zum Beispiel.

Großes Lob für Kroos

Aber an den Dortmunder Jung-Star denkt Heynckes derzeit gar nicht. Vielmehr ruft ein aktueller Bayern-Spieler ein Leuchten in seinen Augen hervor: Toni Kroos.

Heynckes nannte internationale Topstars, die zuletzt in Spanien auch auf der Bank saßen wie einen Andres Iniesta, David Villa, Javier Mascherano oder ein Tiago.

"Tiago ist für mich das größte Talent im europäischen Fußball", meinte der Bayern-Coach. Dann machte er eine kurze Pause und fügte hinzu "zusammen mit Toni Kroos."

Er mag offenbar gar nicht daran denken, einen Kroos mal draußen zu lassen. "Wenn sich Kroos so wunderbar entwickelt und zur festen Größe wird", erklärte Heynckes, "dann ist das ein Luxusproblem."

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