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Andreas Möller (r.) wechselte im Jahr 2000 von Borussia Dortmund zu Schalke 04 © getty

Andreas Möller spielte in seiner Karriere für Borussia Dortmund und Schalke 04. Bei SPORT1 spricht er über das brisante Derby.

Von Jakob Gajdzik

München - Sein Wechsel glich einem Verrat - zumindest für die Fans.

Nach sechs Jahren bei Borussia Dortmund wechselte Andreas Möller im Jahr 2000 zum Erzrivalen Schalke 04. 230018(DIASHOW: Die Ruhrpott-Überläufer)

Ein Transfer, der in beiden Fanlagern nicht gerne gesehen wurde, ein Pfeifkonzert war die Folge.

"Damit musste ich rechnen" sagte der mittlerweile 41-Jährige bei SPORT1rückblickend.

Erfolge hat er mit beiden Teams gefeiert, mit dem BVB holte er 1995 und 1996 den Meistertitel und gewann 1997 die Champions League.

Als Schalker durfte er zweimal den DFB-Pokal in die Höhe stemmen (2001 und 2002).

Im Interview blickt der Welt- und Europameister auf das brisante Spiel in Dortmund (Sa. ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) voraus, erinnert sich an vergangene Derbys und spricht über seinen damaligen Wechsel.

SPORT1: Herr Möller, Borussia Dortmund und Schalke 04 treffen wieder im Revierderby aufeinander. Was erwarten Sie für ein Spiel? (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Andreas Möller: Ich denke dass es wieder ein packendes Spiel mit vielen Emotionen und Höhepunkten wird. Da wird Feuer im Spiel sein. 70433(DIASHOW: Die heißesten Revierderbys)

SPORT1: Beide Teams liegen fast gleichauf, sind in der Tabelle nur einen Zähler auseinander. Wen sehen Sie im Vorteil?

Möller: Der Heimvorteil spricht alleine schon mehr für den BVB. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung sehr gut, dass in diesem Derby sehr viel passieren kann. Das ist immer für alle Beteiligten, Spieler wie Fans, ein ganz besonderes Spiel.

SPORT1: Sie waren sowohl für Dortmund und für Schalke aktiv. Wie war es plötzlich für Königsblau zu spielen statt für Schwarz-Gelb?

Möller: Es ist klar, dass ich wegen dieses Wechsels sehr im Fokus stand. Dass die eine Fangruppe dann extrem dagegen war und mich ausgepfiffen hat, damit musste ich rechnen. Die Derbys waren in diesem Zusammenhang keine einfachen Spiele. Da muss man sich mental gut darauf vorbereiten und wissen, was auf einen zukommt. In meiner Entwicklung als Fußballer haben mich diese Spiele extrem weitergebracht.

[kaltura id="0_2l5vt00o" class="full_size" title="Das Derby ruft"]

SPORT1: Sie kennen beide Fanlager, gibt es da Unterschiede?

Möller: Nein, beide würden alles für ihren Verein geben. Sowohl Schalke als auch Dortmund haben fantastische Fans, die bedingunglos hinter ihrem Team stehen. Da steckt jede Menge Herzblut drin. Da liegen die Fans auf dem gleichen Level.

SPORT1: Beide Teams haben mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Bei Schalke fehlen Benedikt Höwedes und Jefferson Farfan, auch Seiten des BVB fehlen Sven Bender und Neven Subotic. Wem tun die Verluste mehr weh?

Möller: In erster Linie ist es schade, dass diese Spieler bei dieser Partie fehlen. Aber beide Mannschaften haben einen guten Kader und werden diese Ausfälle kompensieren können. Für beide Mannschaften ist es ein richtungsweisendes Spiel, denn der Sieger bleibt weiter an den Bayern dran. Es liegt diesmal einiges in der Luft. Keiner will verlieren.

SPORT1: Wie geht das Derby aus?

Möller: Tippen ist immer schwierig für mich, da ich zu beiden Vereinen ein gutes Verhältnis habe. Ich möchte einfach ein packendes Spiel mit vielen Höhepunkten sehen und dass die Leute zufrieden nach Hause gehen.

SPORT1: Sie haben selbst viele Derbys hinter sich. Gibt es welche, an die Sie sich besonders erinnern?

Möller: Sicher. Ich erinnere mich gut an mein erstes Derby nach meinem Wechsel zu Schalke in der Saison 2000/2001. Wir haben im Westfalenstadion 4:0 gewonnen. Oder natürlich der Kopfballtreffer von Jens Lehmann, der in der Saison 1997/1998 für Schalke zum 2:2 in letzter Minute traf. Ich habe da so einiges erlebt, da waren immer viele Emotionen dabei. Jedes Derby hat seinen eigenen Charakter.

SPORT1: Sowohl Schalke als auch Dortmund sind in der Tabelle oben dabei. Was trauen Sie beiden Mannschaften in der Saison zu?

Möller: Ich denke beide Teams werden das Ziel internationales Geschäft erreichen. Wenn man eine gute Saison spielt, halte ich für beide auch die Champions-League-Qualifikation für möglich.

SPORT1: Sie waren bis Mai dieses Jahres als Manager bei den Kickers Offenbach tätig. Wie sieht ihre persönliche Zukunft aus?

Möller: Nach drei Jahren im Management orientiere ich mich gerade neu. Ich möchte auf jeden Fall im Fußballbereich bleiben. Ob das wieder im Management-Bereich sein wird, wird sich zeigen. Ich habe mir in den letzten Monaten eine kleine Auszeit genommen, habe viele Spieler geschaut und viele Kontakte geknüpft. Ich habe meinen Trainerschein und habe auch als Manager gearbeitet. Mal sehen.

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