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Christian Nerlinger (r.) und Louis van Gaal arbeiteten von 2009 bis 2011 zusammen © imago

Bayerns Sportdirektor hält dem Ex-Trainer taktische Defizite vor. Ein Transfer von Götze werde "nicht mal andiskutiert".

München - Bayern Münchens Sportdirektor Christian Nerlinger stellt dem ehemaligen Bayern-Trainer Louis van Gaal im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" im Nachhinein ein schlechtes Arbeitszeugnis aus.

"Wir sind jetzt wieder ein Verein, wo alle in die gleiche Richtung gehen. Ohne die Reibungsverluste, ohne die Nebenkriegsschauplätze aus der letzten Saison", sagte der 38-Jährige.

Mit dem verbesserten Klima begründet Nerlinger die neue Spiellaune des deutschen Fußball-Rekordmeisters.

Zu viele negative Erlebnisse

Im zweiten Jahr unter der Führung des Niederländers van Gaal hätten sich die negativen Erlebnisse zu sehr gehäuft.

"Es gab extreme, schwer zu akzeptierende Situationen im Umgang mit den Spielern. Er ging immer an die Grenzen", sagte Nerlinger, der aber gleichzeitig betonte, dass van Gaal dennoch außergewöhnliche Fähigkeiten als Trainer und Kommunikator habe.

Louis van Gaal war im Juli 2009 von den Bayern verpflichtet, dann aber im April 2011 beurlaubt worden.

Bald im Vereinsvorstand

Nerlinger, seit 2009 Sportdirektor bei Bayern München, soll in den kommenden Jahren in den Vorstand des Vereins aufrücken.

"Den reinen Sportdirektor Nerlinger wird's danach nicht mehr geben, ich hätte dann mehr Verantwortung für den Gesamtverein", sagte er und verteidigte zudem seine diskrete Art zu führen.

"Mit Sprücheklopfern kannst du in einem 300-Millionen-Euro-Umsatz-Unternehmen zwar Schlagzeilen, aber keine Erfolge produzieren."

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"Götze nicht einmal diskutiert"

Mit Blick auf künftige Erfolgspläne und die Zusammenstellung des Kaders äußerte sich Nerlinger auch zu den Wechselgerüchten um die Mittelfeldspieler Marco Reus und Mario Götze.

"Das haben wir noch nicht mal andiskutiert", betonte er, bemerkte aber: "Klar, Reus ist ein interessanter Spieler."

Zuletzt war in der Öffentlichkeit über einen Wechsel der Akteure von Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund spekuliert worden.

Im Vertrag des 22-jährigen Reus steht angeblich eine Ausstiegsklausel, durch die er Mönchengladbach im Sommer 2012 für eine festgeschriebene Ablösesumme verlassen kann.

Keine Kaderplanung wie ManCity

Zur Kaderplanung erklärte Nerlinger grundsätzlich: "Die Frage ist: Wie stark stellt man den Kader auf, ohne dass es zu größerem Konfliktpotenzial kommt?" (BERICHT: Heynckes und sein Edel-Roulette)

Der FC Bayern wolle zwar auch weiterhin auf einen kleinen Kader setzen und keine Zustände wie beim englischen Klub Manchester City mit weit über 30 Spielern riskieren.

"Es kann aber auch nicht sein, dass wir, wie vor einem Jahr, bei einem Spiel in der Champions League nur Jüllich und Knasmüllner als Feldspieler auf der Bank haben", sagte Nerlinger.

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