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Lukas Podolski erzielte in dieser Saison bisher neun Treffer in zwölf Spielen für Köln © getty

Nach der Derby-Pleite gegen Gladbach zeigt sich Kölns Fan-Idol mehr als enttäuscht und klagt. Er habe "andere Ziele".

Aus Köln berichtet Thorsten Mesch

Köln - Als Letzter kam Lukas Podolski aus der Spielerkabine. Am liebsten wäre er wohl an den Fragestellern vorbeigeschlichen.

Die Enttäuschung über die grottenschlechte Vorstellung seines 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach (Bericht) stand ihm ins Gesicht geschrieben.

Podolski war restlos bedient, doch er hielt an - und redete sich seinen Frust von der Seele.

"Wir werden die nächsten Tage auf die Fresse bekommen, aber das gehört zum Fußball. Dazu ist man Profi genug und man muss mit Druck umgehen können", sagte das Kölner Fan-Idol nach der 0:3-Klatsche im Rheinderby. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mannschaft lässt sich hängen

Positiv sei lediglich sei vielleicht gewesen, "dass wir nicht 0:4 oder 0:5 verloren haben", meinte Podolski, der mit seinem Team völlig chancenlos gegen die spielerisch auftrumpfende Borussia war:

"Wir hatten nur eine Torchance in 90 Minuten. Das ist am Ende zu wenig." 487703(DIASHOW: Der 14. Spieltag)

Man müsse "mit Siegen umgehen können und mit solchen Niederlagen. Dazu ist man Profi und das gehört zum Fußball", meinte der Nationalspieler, dessen Mannschaft nach dem 0:1 durch Mike Hanke in der 20. Minute völlig den Faden verloren hatte.

Nachdem der bei den Gegentreffern chancenlose Torwart Michael Rensing seine Teamkollegen angegangen und behauptet hatte, die Mannschaft habe "keine Eier in der Hose", gab ihm Podolski Recht:

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"Es war in der Vergangenheit schon immer so, dass wir uns nach einem Rückstand hängen lassen, das war heute wieder der Fall", erklärte er sichtlich genervt.

Deutlich schlechter als Gladbach

Der Abstand zwischen der Borussia, die wie eine Spitzenmannschaft spielte, zu den wie ein Abstiegskandidat agierenden Kölnern "war deutlich zu sehen", gab Podolski zu.

Während Gladbach auf Platz eins kletterte, stecken die Kölner schon wieder im Tabellenkeller.

Klassenerhalt als Ziel

"Ich kenne das ja. Wir müssen uns immer nach unten orientieren. Unser Saisonziel ist der Klassenerhalt, daran hat sich nichts geändert", meinte Podolski.

Auf die Frage, ob Abstiegskampf denn sein Anspruch sein könne, meinte der Nationalspieler:

"Klar sind meine Ziele andere. Die Saison ist noch lang und vielleicht können wir diese Ziele noch erreichen. Aber erst einmal gilt es, die 20-Punkte-Marke zu erreichen."

Bis zur Winterpause wohlgemerkt.

Der Abstand zu den Abstiegsplätzen droht nun bedrohlich klein zu werden, personelle Variationsmöglichkeiten hat Trainer Stale Solbakken, der schon seit Anfang Oktober auf Podolskis verletzten Sturmkollegen Milivoje Novakovic verzichten muss, nicht.

Pezzoni, Roshi und Makino hießen die Spieler, die Solbakken gegen Gladbach einwechselte - das sagt fast alles.

Keine Alternativen im Kader

"Das ist ja die alte Leier, dass bei uns Alternativen fehlen. Aber dafür bin ich nicht verantwortlich", verteilte Podolski einen Seitenhieb an die Klubführung.

"Es wird sehr schwierig für uns bis Weihnachten", befürchtete auch Coach Solbakken, der über die fehlende Spielpraxis seiner Profis bedingt durch die Länderspielpause und den Ausfall des Heimspiels gegen Mainz klagte.

"Wir müssen jetzt härter arbeiten, damit so etwas wie gegen Gladbach nicht mehr passiert", forderte Pedro Geromel im Gespräch mit SPORT1.

Abschiedsgedanken klingen durch

"So etwas wie gegen Gladbach" hat Podolski mit Köln schon häufig erlebt.

Wie lange er sich das noch lange antun wird, oder vielleicht doch über einen Vereinswechsel nachdenkt, bleibt die Frage.

Sein Vertrag läuft bis 2013, der FC will in der Winterpause mit dem Publikumsliebling über eine Vertragsverlängerung reden.

Bei den derzeitigen Voraussetzungen dürfte das aber äußerst schwierig werden.

"Ich mache mir jeden Tag Gedanken", meinte Podolski, der bereits vor einigen Wochen einen Abschied nicht ausgeschlossen hatte, vielsagend. "Über alles."

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