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Michael Ballack wechselte 2010 vom FC Chelsea zu Bayer Leverkusen © imago

Leverkusen ist nach dem Remis in Berlin frustriert. Der Abstand auf die Spitze wächst. Der Sportdirektor ist nicht unzufrieden.

Berlin - Selbst beim Dreifach-Torschützen Eren Derdiyok saß der Frust über den erneuten Rückschlag tief.

Sichtlich verärgert stapfte Leverkusens Schweizer Nationalstürmer nach dem 3:3 (1:2) bei Hertha BSC (Spielbericht) vom Platz, ging schnurstracks in die Kabine und würdigte die wartenden Journalisten keines Blickes.

Die Gemütslage des Eidgenossen stand sinnbildlich für die Emotionen beim Vizemeister (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Drei Tage nach der Qualifikation für das Achtelfinale der Champions League durch das 2:1 gegen die Weltauswahl des FC Chelsea befindet sich Bayer wieder im Alltag der Liga - und der ist derzeit grau für die Rheinländer.

Leverkusen verliert den Anschluss

Wieder einmal schaffte Bayer es nicht, zwei Ligaspiele in Folge zu gewinnen 487703(DIASHOW: Der 14. Spieltag).

Der Abstand auf die Spitzengruppe wächst und wächst:

Mit 22 Punkten beträgt der Rückstand auf Platz drei und die direkte Champions-League-Qualifikation bereits mindestens sechs Punkte.

Spieler frustriert

"Wir machen die ganze Zeit schon einfache, dumme Fehler. Wir spielen 3:3, obwohl wir dranbleiben müssen. Die anderen machen mehr Punkte als wir", sagte ein sichtlich angefressener Nationalspieler Andre Schürrle:

"Das ist zu billig wie wir die Gegentore bekommen."

Und Abwehrspieler Manuel Friedrich, am Mittwoch noch gefeierter Siegtorschütze gegen Chelsea, ergänzte:

"Nach dem 3:2 musst du das als Spitzenmannschaft nach Hause schaukeln."

Das schafften die Leverkusener aber nicht.

Lasogga gleicht noch aus

Nachdem Derdiyok im Alleingang (24., 64. und 80.) den 0:2-Rückstand durch Pierre-Michel Lasogga (7.) und ein Eigentor von Ömer Toprak (17.) gedreht hatte, traf Lasogga erneut gegen seinen Ex-Klub (82.).

Bayer hatte das Spiel nach der 3:2-Führung noch "nicht abgehakt, aber wir haben eine einfache Situation schlecht gelöst", meinte Schürrle zu SPORT1.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren die Glücksgefühle der Leverkusener aus der Königsklasse weit weg.

"Perfekte Woche versaut"

"Die 20 Minuten am Anfang und eine Unkonzentriertheit am Ende haben uns vielleicht eine perfekte Woche versaut", ärgerte sich Trainer Robin Dutt, lobte aber:

"Dass wir am Ende einer englischen Woche in dieser Art und Weise das Spiel aber noch drehen, dafür muss man der Mannschaft für diese Phase ein Kompliment machen."

Auch Bayer-Sportchef Rudi Völler wollte nach dem "ärgerlichen" Ergebnis vor allem das Positive herausstellen.

"Erstmal tut es natürlich weh. Die ersten 20 Minuten waren unerklärlich", sagte der ehemalige DFB-Teamchef:

"Wenn wir gewonnen hätten, hätten wir eine Sensationswoche gehabt. So ist es eine gute Woche geworden."

Berliner Ambivalenz

Beim Gegner aus Berlin wusste man mit dem höchst unterhaltsamen Spiel nicht so wirklich umzugehen.

"Wir saßen eben auch in der Kabine und haben uns gefragt, ob wir uns freuen oder ärgern sollen", sagte Mittelfeldspieler Peter Niemeyer.

Gefeiert wurde bei den Berlinern aber vor allem Lasogga, der gegen seinen Ex-Klub doppelt traf.

"Ich glaube, ich habe gegen meine ehemaligen Vereine eine gute Bilanz", sagte der 19-Jährige mit einem Lachen.

Auch wenn die Berliner zum zweiten Mal in Folge eine 2:0-Führung verspielten.

Vertragsverlängerung von Babbel?

"Das ist kein Deja-vu, denn Leverkusen ist eine Mannschaft mit hoher Qualität", erklärte Trainer Markus Babbel.

Mit einem Sieg hätten die Herthaner vielleicht noch ein bisschen entspannter in die am Montag stattfindende Mitgliederversammlung gehen können.

Dort könnte sich auch die weitere Zukunft von Babbel entscheiden. Manche Beobachter rechnen mit der Bekanntgabe seiner Vertragsverlängerung.

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