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Jens Hegeler (l., mit Lauterns Tiffert) hat in Nürnberg noch einen Vertrag bis 2012 © getty

Mit dem ersten Sieg seit Mitte September stoppt Nürnberg gegen den FCK die Talfahrt - die Erleichterung beim Club ist riesig.

Nürnberg/München - Die frohe Botschaft wurde in Nürnberg in diesem Jahr schon vier Wochen vor Weihnachten verkündet: Der Club kann doch noch gewinnen! (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach dem 1:0 -Befreiungsschlag des 1. FC Nürnberg durch das goldene Tor von Timothy Chandler gegen den 1. FC Kaiserslautern (Spielbericht) ging ein Jubelschrei durchs Frankenstadion, als ob der Klassenerhalt schon erreicht wäre. 487703(DIASHOW: Der 14. Spieltag)

Trainer Dieter Hecking umarmte freudestrahlend jeden Einzelnen auf der Bank, auf dem Platz freuten sich seine Spieler ausgelassen wie kleine Kinder am Gabentisch, und der Stadionsprecher wünschte den Fans "viel Spaß beim Feiern".

Nürnbergs Spieler glücklich

"Es ist eine Riesenerleichterung. Das sind die Spiele, die du gewinnen musst, wenn du die Klasse halten willst", sagte FCN-Kapitän Raphael Schäfer. Und Chandler ergänzte: "Jetzt wissen wir, dass wir es immer noch können."

Seit dem 11. September hatten sie auf diese Gewissheit warten müssen. Auf den 2:1-Erfolg beim 1. FC Köln folgte eine Durststrecke von acht Spielen ohne Sieg.

Im Umfeld des Clubs wurden schon die schmerzhaften Erinnerungen an die Saison 2007/2008 wach, als Nürnberg sogar zehn Spiele nicht gewinnen konnte und am Ende als erster Pokalsieger der Geschichte abstieg.

Erleichterter Hecking lobt die Mannschaft

"Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie mit dem Druck umgehen kann", sagte ein erleichterter Hecking, der nach der 0:4-Klatsche in der Vorwoche auf Schalke noch die Bundesligareife vermisst hatte:

"Ich bin zufrieden mit unserer Kompaktheit und unserer aggressiven Spielweise. Das gibt Mut und Zuversicht, dass wir den Abstiegskampf erfolgreich bestreiten können. Wir haben Kaiserslautern bearbeitet, wie man es tun muss, um einen Gegner auf Augenhöhe zu schlagen."

In der Tat war das Duell zweier Abstiegskandidaten kein Festschmaus. Viel Kampf, viel Einsatz, wenig Spielfluss - oder, wie es Hecking ausdrückte: "Es ging nur ums nackte Ergebnis".

Alles andere war den Franken nach Chandlers entscheidendem Treffer in der 13. Minute egal.

Lauterns Formkurve zeigt nach unten

Während die Nürnberger vor dem nächsten wegweisenden Spiel gegen Kellerkind Hamburger SV durch den zweiten Heimsieg der Saison neuen Mut schöpften, zeigt die Form- und Stimmungskurve bei Lautern in die entgegengesetzte Richtung.

Die Roten Teufel (13 Punkte) mussten nicht nur Nürnberg (15) in der Tabelle vorbeiziehen lassen, sondern warten auch ihrerseits seit vier Spielen auf einen Erfolg.

Als Schwachpunkt erwies sich einmal mehr die harmlose Offensive, den einzigen Volltreffer landete die ungefährlichste Mannschaft der Liga erst nach dem Spiel.

Selbstkritik bei FCK-Spielern

"Nichts Positives" habe er gesehen, "das war ein katastrophales Spiel von uns", bekannte FCK-Kapitän Christian Tiffert. "Wir waren in einem schlechten Bundesligaspiel die schlechtere Mannschaft. Das sollte uns zu denken geben."

Und Innenverteidiger Martin Amedick meinte enttäuscht: "Wir haben viel zu wenig investiert und das kann nicht sein."

Selbstkritik, die vor dem anstehenden Duell gegen Hertha BSC hoffentlich zu einer besseren Leistung führt.

Kurz spricht von "großer Enttäuschung"

Kurzangebunden, aber nicht minder deutlich war auch Trainer Marco Kurz.

Eine "große Enttäuschung" sei die Niederlage an alter Wirkungsstätte: "Es ist schön, wenn die Spieler mal selbstkritisch sind, aber dennoch möchte ich mich bei den Fans entschuldigen. Nürnberg war uns in allen Belangen überlegen. Der Gegner war einfach aggresiver, besser."

Lauterns Sturm ohne Gefahr

Wer oder was kurzfristig Besserung bringen soll, ist die große Frage bei den Pfälzern. Denn gegen Nürnberg brachte Kurz in Itay Shechter einen zweiten Stürmer neben Dorge Kouemaha.

Geholfen hat's nicht. Sechs Torschüsse verzeichnete die Statistik. Und eine Ecke. Aber Torchancen? Keine. Gleiches gilt auch für die Punkte.

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