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Robert Lewandowski (r.) wechselte zur Saison 2010/2011 von Lech Posen zur Borussia © getty

Klopp freut sich über seinen ersten Derby-Heimsieg und gelungene Umstellungen. Ein ehemaliger Chancentod wird zum Torgarant.

Von Thorsten Mesch

Dortmund - Lange hatte Robert Lewandowski einen Ruf als Chancentod. Häufig fiel sein Name, wenn über die Dortmunder Abschlussschwäche diskutiert wurde.

Doch die Zeiten sind vorbei. Beim 2:0 im Revierderby gegen Schalke 04 (Bericht) gehörte Lewandowski wieder einmal zu den besten Borussen.

Mit seinem Kopfballtor zum 1:0 ebnete er dem BVB den Weg zum ersten Derby-Heimsieg seit 2007, durch den Dortmund erstmals in dieser Saison auf Platz eins kletterte.

Lewandowski mit starker Bilanz

"Ich habe das nicht speziell trainiert", sagte der Pole in mittlerweile ganz ordentlichem Deutsch zu seinem perfekten Timing beim Kopfball.

"Ich habe auch letztes Jahr dieses Timing gehabt, aber ich habe ein bisschen Glück gebraucht. Momentan klappt es ganz gut", zeigte er sich im Gespräch mit SPORT1 zufrieden.

Neun Tore, allesamt im heimischen Stadion, hat Lewandowski nach 14 Spieltagen bereits erzielt, eins mehr als in 33 Einsätzen der vergangenen Saison. Fünf Treffer hat der 23-Jährige vorbereitet, 2010/11 waren es drei.

Aus dem Schatten von Barrios herausgetreten

Stand in der Meistersaison noch Lucas Barrios mit 16 Toren im Mittelpunkt, schießt und köpft sich Lewandowski immer mehr in die Herzen der Fans.

Gegen Schalke standen beide in dieser Saison erstmals wieder zusammen in der Startelf, denn Trainer Jürgen Klopp nutzte das Derby überraschend zum Experimentieren und Rotieren.

Barrios als Spitze, Lewandowski auf der Zehner-Position, der eigentliche Spielmacher Shinji Kagawa bekam von Klopp einen Platz auf der Bank zugewiesen.

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Veränderungen auf mehreren Positionen

"Wenn ich muss, ist es kein Problem, wenn ich auf der Zehn spiele. Das ist okay, aber ich denke, ich bin auf der Neun besser", meinte Lewandowski, der den nach langer Verletzungspause noch wie ein Fremdkörper im Team wirkenden Barrios klar in den Schatten stellte.

Nicht nur im Offensivzentrum hatte Klopp seine Mannschaft gegenüber dem 1:0 in München und dem 1:2 in der Champions League beim FC Arsenal verändert.

Lewandowskis Landsmann Jakub Blaszczykowski bekam den Vorzug vor Kevin Großkreutz und beackerte die rechte Angriffsseite mit viel Schwung (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Sven Bender, der in London einen doppelten Kieferbruch erlitten hatte und vor dem Spiel im Stadion die Fans begrüßte, wurde durch Moritz Leitner ersetzt.

Leitner mit guter Vorstellung

"Ich denke, den Manni (Benders Spitzname, Anm. d. R.) kann man nicht so leicht vertreten", gab sich Leitner bei SPORT1 bescheiden.

"Er ist Manni, ich bin ich und habe mein Spiel gemacht und wir haben gewonnen. Das ist das Einzige, das jetzt zählt", fand der 18-Jährige, der an der Seite von Sebastian Kehl spielte wie ein alter Hase und Benders Fehlen zu keiner Zeit auffallen ließ.

[kaltura id="0_ee3a7urc" class="full_size" title="Stevens entschuldigt sich bei den Fans"]

"Die Jungs waren so gut und diszipliniert, die waren so frech und konsequent in all ihren Aktionen", lobte Klopp den Auftritt seines Teams 487703(DIASHOW: Der 14. Spieltag).

Santana feiert mit den Fans

Mario Götze war nichts mehr von dem "Pferdekuss" anzumerken, den er sich in London zugezogen hatte, die Abwehr hatte keine Mühe, Schalkes harmlose Offensivspieler in Schach zu halten.

Innenverteidiger Felipe Santana hatte sogar genug Zeit für Vorstöße - und erzielte in der 61. Minute das 2:0. Nach dem Sieg kletterte die ganze Mannschaft auf den Zaun und feierte mit den Fans.

Klopp fand seinen ersten Derby-Heimtriumph einfach "geil" und "großartig". Besonders dürfte ihm gefallen haben, dass seine Änderungen voll eingeschlagen hatten und Lewandowski von jeder Position aus trifft.

Lewandowski: "Zeit gebraucht"

"Ich habe ein bisschen Zeit gebraucht", erklärte der Pole nach dem Spiel in der Mixed Zone des Dortmunder Stadions. "Ich spiele jetzt besser als vergangene Saison, aber ich denke, dass ich noch besser spielen kann."

Am kommenden Samstag will Lewandowski mit Dortmund nach den Siegen in München und gegen Schalke im "Borussen-Duell" die nächsten "Big Points" einfahren.

"In Mönchengladbach wird es ein schweres Spiel", weiß der Pole, "aber wir haben eine richtig gute Mannschaft und wir haben viel Selbstvertrauen."

Vielleicht klappt es bei ihm dann auch mit dem ersten Auswärtstor der Saison.

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