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Der Österreicher Andreas Ivanschitz spielt seit 2009 beim FSV Mainz 05 © getty

Ivanschitz, Caligiuri und Bungert bereiten dem Rekordmeister die zweite Niederlage in Folge. Van Buytens Doppelpack ist zu wenig.

Aus Mainz berichtet Thorsten Mesch

Mainz - Der FC Bayern hat die zweite Niederlage in Folge kassiert und die Rückkehr an die Tabellenspitze verpasst.

Sechs Tage nach dem 0:1 gegen Borussia Dortmund verlor die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes 2:3 (0:1) beim FSV Mainz 05 und steht mit einem Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Dortmund und Borussia Mönchengladbach (beide 29) auf Rang drei (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Andreas Ivanschitz (11.), Marco Caligiuri (65.) und Niko Bungert (74.) erzielten die Tore für die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel, für die Münchner traf zweimal Daniel van Buyten (56., 79.).

"Wir haben uns von der Hektik anstecken lassen", sagte Nationaltorhüter Manuel Neuer: "Wir hätten unseren Stiefel runterspielen müssen. Wenn wir unsere spielerische Klasse nicht zeigen, gewinnen wir auch gegen Mainz nicht."

Robben auf der Bank

Vor 34.000 Zuschauern in der ausverkauften Mainzer Arena begannen die Bayern, bei denen Arjen Robben nur auf der Bank saß, mit Druck und Tempo.

Der Rekordmeister drängte auf ein frühes Tor und die Gastgeber hatten zunächst Mühe, den schnellen Kombinationen zu folgen.

Doch die Münchner hatten ihr Pulver schnell verschossen.

Die Mainzer, anfänglich nur reagierend, übernahmen mit einem Schlag die Initiative - und kamen nach fünf Minuten zur ersten Torchance.

Neuer mit Problemen

Nach einem Fehler in der Rückwärtsbewegung der Bayern zog Marco Caligiuri aus 18 Metern von halblinks ab 487703(DIASHOW: Der 14. Spieltag).

Neuer tauchte nach links, hielt den Ball jedoch nicht fest und brachte nur eine Hand an die Kugel und ein Mainzer setzte nach.

Schiedsrichter Knut Kircher entschied auf Foul gegen Neuer.

Ivanschitz mit der Mainzer Führung

Mainz blieb am Drücker und ging in der 11. Minute in Führung. Wieder verloren die Münchner den Ball, der quirlige Nicolai Müller spielte in den Lauf von Ivanschitz, der Neuer umkurvte, sich den Ball auf links legte und von halbrechts flach ins linke Eck schoss.

Die Bayern wackelten weiter, und nur fünf Minuten später war es wieder Ivanschitz, der nach einem gelupften Pass von Soto frei im Strafraum zum Schuss kam, den Ball bei seiner Volleyabnahme jedoch nicht richtig traf und über das Tor drosch.

Es ging beinahe Schlag auf Schlag - in Richtung Münchner Tor: In der 20. Minute passte Julian Baumgartlinger auf Müller, dessen Schuss von rechts neben das Tor ging.

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Baumgartlinger sah für ein Foul an Ribery die Gelbe Karte (23.), kurz darauf hatte der Münchner Dribbelkönig die große Chance zum Ausgleich.

Der Franzose versuchte einen Volleyschuss, traf den Ball aber nicht richtig, bekam ihn aber sofort wieder von Gomez serviert. Mit rechts schoss Ribery aus 15 Metern, doch FSV-Torwart Christian Wetklo stand genau richtig.

Die erste halbe Stunde stand klar im Zeichen der Gastgeber, die all das zeigten, was die Bayern vermissen ließen: Spielwitz, Einsatz, Leidenschaft und Torgefahr.

Allagui verpasst knapp

Doch die Mainzer nutzten ihre Chancen nicht. Ein Kopfball von Sami Allagui flog knapp am rechten Pfosten vorbei (33.). Es war die letzte gefährliche Aktion des FSV vor der Pause.

Die Bayern wachten allmählich auf und hatten in der 37. Minute die Möglichkeit zum Ausgleich durch einen Freistoß in der Nähe des rechten Strafraumecks.

In der Mitte warteten Bayern und Mainzer auf eine hohe Hereingabe, doch Badstuber zog den Ball direkt auf den langen Winkel. Noch leicht abgefälscht touchierte der Ball die Latte und flog ins Toraus.

Boateng zieht ab

Zwei Minuten später zog Boateng von rechts nach innen, schoss flach mit links, doch Wetklo war unten und hielt den Ball fest.

Die wenigen Chancen waren eher Zufallsprodukte oder Einzelaktionen, die Bayern enttäuschten auf ganzer Linie.

Mit dem hoch verdienten 1:0 für Mainz ging es in die Kabinen.

Nach der Pause begannen beide Mannschaften zunächst unverändert. Erst in der 52. Minute reagierte Heynckes und wechselte Ivica Olic für den schwachen Luiz Gustavo ein.

Bayern jubeln nur kurz

Vier Minuten später fiel der Ausgleich - bezeichnenderweise durch einen Abwehrspieler nach einer Standardsituation.

Nach einem Freistoß von halblinks durch Kroos köpfte van Buyten aus kurzer Distanz ein.

Die Bayern-Hoffnungen flackerten kurz auf, die Mainzer blieben aber unbeeindruckt und antworteten neun Minuten später mit dem 2:1.

Caligiuri versuchte es mit einem Weitschuss - und traf! Neuer sah den Ball zu spät, streckte sich vergebens und der Ball schlug von ihm aus rechts unten ein.

Wer gedacht hatte, nun würde Heynckes Robben einwechseln, sah sich getäuscht. Rafinha kam für den schwachen Boateng (69.).

Bungert erhöht auf 3:1

Fünf Minuten später brachte Ivanschitz eine Ecke von der rechten Seite hoch in den Strafraum, und Bungert köpfte unbedrängt aus etwa zehn Metern ein (74.).

Die Bayern schienen geschlagen.

Wieder verkürzt van Buyten

Doch in der 79. Minute war es wieder van Buyten, der verkürzte: Nach einem Freistoß von Kroos nahm der Belgier den Ball am rechten Eck des Fünfmeterraums direkt und schoss zum 3:2 ein.

Die Münchner drückten plötzlich wieder. Doch bei Alabas Schuss (80.) war Wetklo wieder auf dem Posten.

Tuchel brachte Fabian Schönheim für Ivanschitz (85.), Heynckes beorderte van Buyten als zweite Spitze neben den enttäuschenden Mario Gomez, und der Belgier hätte in der Nachspielzeit beinahe das 3:3 erzielt, schoss im Getümmel aber am Tor vorbei.

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