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Naldo (m.) erzielte gegen Stuttgart sein erstes Tor in dieser Saison © getty

Der Brasilianer lässt Werder mit seinem Freistoß-Hammer beim Stuttgart-Sieg die Gladbach-Klatsche vergessen. Schaaf freut sich.

Bremen - Die Mitspieler herzten ihren Matchwinner, der verletzte Claudio Pizarro sprang auf der Tribüne jubelnd auf und ab und der Held des Abends selbst genoss seinen großen Auftritt freudestrahlend in der Fankurve:

Mit seinem fulminanten Freißstoßtreffer beim 2:0 (0:0)-Erfolg von Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart (Spielbericht) hat Naldo die Bremer zum Sieg geschossen und gleichzeitig seinen ersten Treffer in der Bundesliga nach seiner über ein Jahr währenden Verletzungspause erzielt.

Mit 108 km/h hatte der Brasilianer in typischer Naldo-Manier einen Freistoß von der Strafraumgrenze unhaltbar in den Winkel gedroschen und damit den Endstand markiert. 487703(DIASHOW: Der 14. Spieltag)

"Es ist ein ganz besonderes Tor für mich, hier zu Hause vor den Fans nach der langen Verletzung. Die Unterstützung war super. Ich bin überglücklich, Gott sei Dank habe ich meiner Mannschaft geholfen", sagte Naldo, der nach Schlusspfiff vom gebürtigen Brasilianer und Stuttgarter Cacau in die Arme geschlossen wurde.

"Endlich hat es wieder geklappt"

Auch Werder Coach Thomas Schaaf war voll des Lobes für seinen Abwehrchef: "Dass er diese Qualität besitzt, wussten wir. Endlich hat es wieder geklappt, es freut mich für ihn."

Ein freches Tor von Aaron Hunt hatte den verdienten Sieg für die Bremer eingeleitet. Der ehemalige Nationalspieler setzte sich nach Vorarbeit von Clemens Fritz im Strafraum der Schwaben durch und erzielte mit aufreizender Lässigkeit in der 57. Minute den Führungstreffer.

"Wie wir im Mittelfeld agiert haben, ließ sich schon ganz gut ansehen", zeigte sich Schaaf zufrieden. Zehn Minuten später stellte Naldo den Endstand her.

Schaaf froh über den Wandel

"Das war eine sehr gute Leistung, sehr konzentriert, sehr diszipliniert. Das, was uns in den letzten Spielen etwas verloren gegangen ist, haben wir heute konzentriert in den Aktionen umgesetzt. Wir haben hier eine klare Partie gespielt", sagte Schaaf.

Besonders zufrieden war er mit der Defensiv-Leistung seines Teams, das noch in der Vorwoche mit 0:5 bei Borussia Mönchengladbach verloren hatte.

Die Befürchtung, dass sich die fahrlässige Chancenverwertung wie schon so oft in dieser Saison rächen würde, habe er nicht gehabt, "weil wir sehr sicher standen und deswegen hinten nichts zugelassen haben."

In München auf sich aufmerksam machen

Die letzten drei Spieltage bis zur Winterpause halten für Bremen mit Bayern München, dem VfL Wolfsburg und Schalke 04 ein straffes Programm bereit.

"Die Konzentration ist natürlich weiterhin hoch", erklärt Schaaf: "In München erwartet uns ein interessantes Spiel, da können wir wieder auf uns aufmerksam machen."

"Haben um das 0:1 gebettelt"

Die Stuttgarter kamen nur dank ihres überragenden Torhüters Sven Ulreich um eine höhere Niederlage herum.

Der VfB-Keeper stand insbesondere in der ersten Halbzeit bei zahlreichen Großchanchen der Platzherren im Blickpunkt, bügelte mehrfach Fehler seiner Vorderleute aus und hielt sein Team auch in schwierigsten Phasen lange im Spiel.

"Wir haben um das 1:0 für Bremen gebettelt", ärgerte sich der Keeper: " Es war klar, dass in der zweiten Halbzeit der Treffer fällt, wenn wir uns nicht komplett ändern."

Die Gäste stehen weiterhin auf dem siebten Platz, der SV Werder nimmt nun Rang vier in der Tabelle ein. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Die Zwitterbälle immer verloren"

"Wir haben in den ersten 25 Minuten ein sehr taktisch geprägtes Spiel gesehen. Beim ersten Gegentor sind wir mit fünf Mann nicht konsequent genug. Wir wussten, dass es mal wieder einen Rückschlag geben kann. Viele Spieler waren nicht in Normalform, aber das passiert", sagte Stuttgart-Trainer Bruno Labbadia.

In den entscheidenden Situationen habe sein Team zu oft den Kürzeren gezogen: "Wir haben die Zwitterbälle, also die zweiten Bälle, immer verloren haben. Da waren wir nicht so konsequent wie in den letzten Wochen."

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