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Christian Nerlinger absolvierte 156 Bundesligaspiele für den FC Bayern © dapd

Bayern-Sportchef Christian Nerlinger beklagt nach der Mainz-Pleite den Negativ-Trend, glaubt aber weiterhin an die Mannschaft.

Aus Mainz berichtet Thorsten Mesch

Mainz - Jupp Heynckes ließ sich entschuldigen. Nach der 2:3-Niederlage in Mainz (Bericht) warteten die Fragesteller vergebens auf den Bayern-Trainer.

Das hatte jedoch nichts mit der schwachen Leistung des Rekordmeisters zu tun, vielmehr litt Heynckes an einer Bronchitis. Das Sprechen fiel ihm schwer.

Deshalb übernahm Sportdirektor Christian Nerlinger die nicht unbedingt dankbare Aufgabe, das schwache Auftreten der Münchner Mannschaft in der Pressekonferenz zu erklären.

Nerlinger übte Kritik an der blutleeren Vorstellung der Mannschaft, stellte einen negativen Trend in der Bundesliga fest und betonte, dass Bastian Schweinsteigers Fehlen keine Entschuldigung sein darf.

Zudem erklärte er, warum Arjen Robben in Mainz nicht eingewechselt wurde. 487703(DIASHOW: Der 14. Spieltag)

Frage: Herr Nerlinger Wie sieht Ihr Fazit zum Spiel aus?

Christian Nerlinger: Das Ergebnis ist sehr enttäuschend. Was uns in dieser Saison bisher ausgezeichnet hat, dass wir wenige Chancen zulassen, das hat diesmal nicht funktioniert. Wir haben besonders in der ersten Halbzeit Grundlegendes vermissen lassen. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft, zumindest was die Einsatzbereitschaft angeht, eine Steigerung gezeigt. Dann haben wir aus dem Nichts das zweite Tor kassiert. Nach dem 1:3 haben wir alles nach vorne geworfen. Der Ausgleich wäre in einigen Aktionen vielleicht möglich gewesen, aber man muss ganz klar sagen, dass es für uns über 90 Minuten ganz klar zu wenig war. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

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Frage: Wie beurteilen Sie die Situation des FC Bayern in der Liga?

Nerlinger: Wir sehen in der Bundesliga einen negativen Trend. Wir haben von den letzten fünf Partien drei verloren. Das ist eine Tatsache, die sich auch in der Tabellensituation niederschlägt. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass die Mannschaft die Situation gut analysieren und zusammenstehen wird und in den letzten Spielen bis zur Winterpause positive Ergebnisse erzielen wird.

Frage: Muss ein Nationaltorwart den Schuss zum 2:1 halten?

Nerlinger: Ich glaube nicht, dass es jetzt angebracht ist, individuelle Leistungen zu kritisieren oder Fehler zu suchen. Wir müssen bei der Leistung der gesamten Mannschaft ansetzen.

Frage: Nach einer Phase, in der Sie die Bundesliga dominiert haben, läuft es nicht mehr. Warum?

Nerlinger: Es gibt grundsätzlich verschiedene Phasen in einer Saison. Dass wir, was die Bundesliga betrifft, nicht in der besten Phase sind, habe ich vorher auch angesprochen. Aber man kann in der Bundesliga nach Niederlagen noch alles zurechtrücken. Wir haben jetzt einen Punkt Rückstand, wir haben es noch in der Hand, müssen uns allerdings steigern. Das wissen wir und das weiß die Mannschaft.

[kaltura id="0_qmybtygd" class="full_size" title="Schweinsteiger trainiert wieder"]

Frage: Was stimmt Sie zuversichtlich?

Nerlinger: Wir haben eine sehr erfahrene und qualitativ hoch besetzte Mannschaft, die mit solchen Situationen umgehen kann.

Frage: Sieht es nicht aber so aus, dass die Mannschaft aus der Niederlage gegen Dortmund nichts gelernt hat?

Nerlinger: Es hat in der Saison Spiele gegeben, die wir mit einer großen Leichtigkeit gewonnen haben. Jetzt sind wir in einer Phase, in der es in der Bundesliga schwerer wird. Manche Medien haben schon geschrieben, wir sind schon Weihnachten Meister, aber wir haben gewusst, dass es Rückschläge geben wird.

Frage: Sind Sie nicht verwundert, wie schnell die Leichtigkeit verschwunden ist?

Nerlinger: Es ist normal, dass wir nicht jede Periode in der Bundesliga mit sieben oder acht Siegen in Folge ohne Gegentor gestalten können. Wichtig ist, wie wir jetzt mit dieser Situation umgehen. Wir werden positiv damit umgehen und die Mannschaft wird in den nächsten Wochen bis zum Winter ein Zeichen setzen.

Frage: Warum kann Schweinsteigers Ausfall von der Mannschaft nicht aufgefangen werden?

Nerlinger: Ich glaube, dass Bayern München es kompensieren kann, wenn ein Spieler eine gewisse Zeit ausfällt. Natürlich ist Bastian ein absoluter Leistungsträger mit einer sehr zentralen Rolle bei uns und man spürt sein Fehlen. Aber wir müssen das kompensieren können. Wir sind froh, wenn er so schnell wie möglich wieder zurückkommt, aber es kann sicherlich keine Entschuldigung sein.

Frage: Können Sie erklären, warum Arjen Robben überhaupt nicht gespielt hat?

Nerlinger: Das Trainerteam hat überlegt, ihn einzuwechseln, er hat dann muskuläre Probleme angegeben und deswegen wurde er nicht eingewechselt.

Frage: Hat er ein kurzfristiges Problem?

Nerlinger: Er hatte sieben Wochen pausiert und zwei Spiele von Anfang an gemacht, deswegen auch die Maßnahme des Trainers, ihn nicht zu bringen. Es ist normal, dass er nach einer Verletzungspause eine gewisse Zeit der Adaption braucht.

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