Toni Schumacher zeigt sich in seiner SPORT1-Kolumne begeistert vom Titelrennen in der Bundesliga. Magath rät er zum Umdenken.

Hallo Fußball-Fans,

da lacht doch das Fußball-Herz!

Fast von Tag zu Tag ein neuer Tabellenführer. Diese Bundesliga ist frisch, verrückt, spannend.

Das Ausland mit den Top-Ligen in England, Italien, Spanien beneidet uns nicht nur um die tollen, vollen Stadien. Bei uns ist in der Liga nämlich richtig Pfeffer drin.

Was ist nicht alles über einen Alleingang der Bayern geredet worden. Pustekuchen!

Außenseiter Mainz siegt sensationell gegen München.

Nach 14 Spieltagen ist der Titelkampf ein Krimi! Meister Dortmund hat sich eindrucksvoll nach der Champions-League-Pleite zurückgemeldet. Hut ab vor "Kloppo" und seinen Jungs. Da ist wieder Spitzen-Qualität drin.

Und erst die andere Borussia. Gladbach stürmt und siegt wie in alten glanzvollen Fohlen-Zeiten.

Favre leistet dort erstklassige Arbeit. In der letzten Saison schon so etwas wie der sichere Absteiger, nun für mich DER Geheim-Favorit auf die Schale.

Schöne, spannende, verrückte Bundesliga. Die Fußball-Fans kommen wunderbar auf ihre Kosten.

Denn auch Bremen, Schalke und Leverkusen sollte man zumindest im Kampf um die Champions-League-Plätze auf der Rechnung haben.

München, Dortmund, Gladbach, Bremen, Schalke und Leverkusen - sechs Teams machen es oben echt heiß.

Und unten?

Da geht es genau so hitzig zu. Nehmen wir nur Augsburg. Die Schwaben hatten doch schon alle als Absteiger Nummer Eins gesehen. Doch der Aufsteiger wehrt sich nach besten Kräften. Das bekamen nun auch die Wolfsburger zu spüren.

Der Ex-Meister ist nur noch ein Schatten alter Tage. Auch Titel-Macher Felix Magath hat den VW-Klub nicht wieder auf Erfolgskurs gebracht.

Die vielen Neu-Einkäufe machen noch keine neue Meisterelf. Und Felix muss sich hinterfragen, ob seine Methoden noch die richtigen für dieses Wolfsburg sind.

Felix führt ja bekanntlich gerne mit Druck, um so Top-Leistung zu erreichen. Da ist er logischerweise geprägt von seinen großen Lehrmeistern Happel und Zebec. Und von seinen früheren Mitspielern. Die waren es wie Felix auch gewohnt, mit dem knallharten Umgang zu leben.

Du brauchst also auch die Spieler, die Typen, die mit Leistungsdruck durch den Trainer umgehen können.

Die aber fehlen dem Werksverein und Felix Magath.

Er ist als Schleifer erfolgreich gewesen. Vielleicht muss er es nun mal bei anderen Charakteren im Team als Streichler versuchen!

Mit den besten Wünschen

Euer Toni Schumacher

Der frühere Weltklasse-Torhüter Toni Schumacher arbeitet ab sofort wieder als Bundesliga-Kolumnist für SPORT1 und ist zudem TV-Experte bei LIGA total! Als Profi wurde der zweifache Fußballer des Jahres Deutscher Meister mit dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund, dreimal DFB-Pokalsieger und türkischer Meister mit Fenerbahce Istanbul. In seinen 76 Länderspielen gewann der heute 57-Jährige den EM-Titel 1980 und wurde zweimal Vize-Weltmeister.

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