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Christian Wetklo wechselte erst zur Saison 2014/2015 nach Darmstadt
Christian Wetklo spielte vier Jahre in Schalkes Jugend, ehe er via Essen zu Mainz ging © getty

Mainz-Keeper Christian Wetklo spricht bei SPORT1 über den Coup gegen Bayern, die Aussichten der Mainzer und Manuel Neuers Trikot.

Von Thorsten Mesch

Mainz - Was haben Christian Wetklo und Manuel Neuer gemeinsam?

Richtig, beide haben für Schalke 04 gespielt.

Was unterscheidet den Mainzer Keeper vom Torwart der Bayern?

Genau, Wetklo konnte sich am Sonntagabend nach dem 3:2 gegen den Rekordmeister (Bericht) über drei Punkte freuen, Neuer ging leer aus, machte beim zweiten Treffer der Mainzer durch Marco Caligiuris Weitschuss keine gute Figur. 487703(DIASHOW: Der 14. Spieltag)

Als Wetklo noch in Fußballschuhen und Trikot Interviews gab, trottete Neuer nach dem Duschen leicht bedröppelt aus der Kabine.

"Ob ich ihn fragen soll?", überlegte Wetklo laut. Der Mainzer zögerte kurz, ging auf Neuer zu, wechselte ein paar Worte mit ihm und kam zufrieden zurück.

Im SPORT1-Interview spricht Wetklo über den Coup gegen die Bayern, die Aussichten der Mainzer und verrät, wann er Neuers Trikot bekommt.

SPORT1: Herr Wetklo, wann haben Sie gemerkt, dass Sie die Bayern packen können?

Christian Wetklo: Nach dem 1:0 hat sich der Glaube verfestigt, dass wir sie packen können. In der Halbzeit habe ich dann wirklich gedacht, dass unser Konzept aufgehen kann. Aber hundertprozentig sicher ist man sich gegen Bayern erst, wenn der Schiedsrichter abpfeift und man mit einem Tor vorne liegt. Zum Schluss hatten sie ja noch eine Riesenchance den Ball rein zu drücken. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

SPORT1: Die Bayern waren nahe am Ausgleich. Zu Beginn des Spiels haben die Münchner auch Gas gegeben, doch dazwischen hat Mainz dominiert. Wie erklären Sie sich das?

Wetklo: In den ersten vier, fünf Minuten haben uns die Bayern unter Druck gesetzt. Sie wollten drauf gehen, wollten uns pressen. Aber es war auch klar, dass sie das nicht 45 Minuten durchhalten können.

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SPORT1: Wie sah das Mainzer Konzept aus und wie haben Sie es umgesetzt?

Wetklo: Wir haben die Außen zugestellt. Ribery ist nicht durchgekommen und Müller auch nicht. Wenn man die beiden ausschaltet, merkt man schon, dass man eigentlich ganz gut im Spiel ist. Wir haben nach Ballgewinn schnell, aber mit der nötigen Ruhe nach vorne gespielt und waren immer gefährlich.

SPORT1: Die Tore der Bayern fielen nach Freistößen und durch Daniel van Buyten, einen Abwehrspieler. War das bezeichnend für das schwache Spiel der Münchner und waren Sie überrascht, dass Mario Gomez kaum in Erscheinung getreten ist?

Wetklo: Man hat wenig von ihm gesehen, weil wir gut verteidigt und die Außen gut aus dem Spiel genommen haben. Ein Gomez holt sich nicht den Ball aus dem Mittelfeld. Er ist angewiesen auf die Pässe oder Flanken von außen. Dann ist es schon bezeichnend, dass ein Verteidiger die Tore macht.

SPORT1: Die Tore fielen durch Standards. Ärgert Sie das?

Wetklo: Es ist auch bezeichnend, dass wir zwei Tore durch Standards kassiert haben, die so nicht nötig waren. Damit haben wir schon in der gesamten Saison zu kämpfen und müssen schnellstmöglich gucken, dass wir uns in der Zuordnung bei Standards verbessern.

[kaltura id="0_qmybtygd" class="full_size" title="Schweinsteiger trainiert wieder"]

SPORT1: Marco Caligiuris Weitschuss zum 2:1 schien nicht unhaltbar. Wie haben Sie die Szene erlebt und wie beurteilen Sie Manuel Neuers Leistung?

Wetklo: Ich war selber überrascht, dass der Ball rein gegangen ist, aber ich habe die Szene nicht genau gesehen, ich war ja fast 100 Meter entfernt. Man muss jetzt nicht über Manuel Neuer sprechen.

SPORT1: Weil das Spiel in Köln am vergangenen Samstag ausgefallen war, hatten Sie drei Wochen kein Spiel absolviert. Das schien aber kein Nachteil zu sein. Köln hat nach dem 0:3 gegen Gladbach über fehlende Spielpraxis geklagt. Warum hat es bei Mainz trotzdem so gut geklappt?

Wetklo: Drei Wochen nicht gespielt zu haben, kann ja auch positiv sein. Umso mehr Kraft hatten wir, gegen Bayern einen raus zu hauen. Wenn man sich vorher negative Gedanken macht, braucht man als Sportler nicht anzutreten. Aber ich glaube nicht, dass die Kölner das vor dem Spiel gegen Gladbach gesagt haben.

SPORT1: Das Spiel in Köln wird am 13. Dezember nachgeholt. Was ist bis zur Winterpause drin für Mainz? Kann dieser Sieg die Weichen in eine positive Richtung stellen?

Wetklo: Ja natürlich, wobei wir ja nicht so schlecht unterwegs sind, wie der Tabellenstand vielleicht bis jetzt über uns ausgesagt hat. In manchen Spielen haben wir die Tore nicht gemacht, es hat etwas Glück gefehlt. Aber in dem Sieg gegen die Bayern liegt auch eine Gefahr.

SPORT1: Welche?

Wetklo: Nächste Woche in Wolfsburg erwartet uns wieder eine andere Aufgabe, die wird nicht leichter. Wenn wir unsere Leistung bestätigen, haben wir auch in Wolfsburg eine Chance, nicht zu verlieren. Wenn wir ein paar Punkte sammeln und wir uns von der unteren Tabellenregion lösen, dann kommt die Sicherheit von alleine zurück.

SPORT1: Wann werden Sie das Trikot von Manuel Neuer bekommen?

Wetklo: Ich habe ihn gerade gefragt. Ich habe ja schon ein Schalke-Trikot von ihm, jetzt brauche ich noch eins mit Bayern-Emblem. Dann tauschen wir eben im Rückspiel die Trikots. Wir sehen uns ja noch öfter.

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