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Edmond Kapllani (l.) erzielte gegen Wolfsburg sein erstes Saisontor für Augsburg © imago

Mainz, der FC Augsburg, Freiburg und Nürnberg punkten allesamt. SPORT1 blickt in den Tabellenkeller - und wagt eine Prognose.

Von Ronald Maior

München - Vom Jubelmarathon im Augsburger Stadion bis zur Rückkehr der Mainzer Rasselbande: Der Tabellenkeller der Bundesliga wurde am vergangenen Wochenende ordentlich durchgewirbelt. 487703(DIASHOW: Der 14. Spieltag)

Mainz, Augsburg und Nürnberg siegten zuhause, die Drama-Könige vom SC Freiburg holten in Hoffenheim in letzter Sekunde immerhin noch einen Punkt.

Doch handelt es sich nur um ein Strohfeuer - oder um eine neue Tendenz? (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

SPORT1 liefert einen Überblick über den Aufschwung der Kellerkinder:

FSV Mainz 05 (13. Platz, 15 Punkte)

Das ist passiert

Die Mainzer haben schon vor dem 3:2-Erfolg gegen den FC Bayern nicht schlecht gespielt, hatten aber eine absolute Ergebniskrise.

Laufstärke, clevere Verteidigung und sauber ausgespielte Offensivaktionen - gegen die Bayern sah es trotz der Ausfälle von Kapitän Nikolce Noveski, Marcel Risse, Eugen Polanski und Jan Kirchhoff fast schon wieder aus wie in der Vorsaison.

Die Mannschaft von Thomas Tuchel hat sich gefangen, schlug nach dem VfB Stuttgart (3:1) ein weiteres Team aus der oberen Tabellenhälfte.

"Der Sieg ist etwas Besonderes und ein Erlebnis, das uns beflügeln wird und uns helfen wird, als Mannschaft zusammenzufinden," sagte der Trainer nach der Partie.

Die kommenden Partien

Auf die Mainzer wartet in den nächsten Wochen ein durchwachsenes Programm.

Nach der Partie in Wolfsburg am kommenden Samstag müssen die 05er gegen den HSV ran, bevor zum Hinrunden-Abschluss das Gastspiel bei den "Fohlen" von Lucien Favre ansteht.

Im letzten Spiel des Jahres tritt der FSV schließlich zur Pokal-Achtelfinal-Partie beim Underdog Holstein Kiel an.

Die SPORT1-Prognose

Die Mainzer haben in den letzten beiden Partien wieder ein Niveau erreicht, das an sorglosere Zeiten erinnert. Wenn die Mannschaft gegen alle Gegner so viel abruft wie gegen die Bayern, dann sollte der Weg aus dem Keller vorgezeichnet sein.

Aber: Über die gesamte Hinrunde taten sich die Nullfünfer im Spiel nach vorne häufig schwer. Bezeichnend, dass Mittelfeldspieler Andreas Ivanschitz mit vier Toren bester Mainzer Torschütze ist. Da muss von den Stürmern noch mehr kommen.

Zu oft wirkten die Mainzer in der Vergangenheit nach vorne ideenlos.

[kaltura id="0_prvcxctm" class="full_size" title="Dieter Hecking im KIA Doppelpass"]

1. FC Nürnberg (14. Platz, 15 Punkte)

? Das ist passiert

Die Stärke beim Club sieht Trainer Dieter Hecking vor allem im Selbstvertrauen seines Teams. "Auch nach acht sieglosen Spielen habe ich keine Verunsicherung gespürt", sagte der Trainer im KIA Doppelpass bei SPORT1.

"Das sind die Spiele, die du gewinnen musst, wenn du die Klasse halten willst", sagte FCN-Kapitän Raphael Schäfer nach dem 1:0 gegen den FCK.

Dass dieser Knoten nun geplatzt sein könnte, lässt die Nürnberger optimistisch die letzten Wochen der Hinrunde anvisieren.

Die kommenden Partien

Der Blick auf das Restprogramm wird den Club nicht sonderlich erfreuen.

Nach dem Gastspiel beim erstärkten HSV am kommenden Sonntag, empfangen die "Clubberer" 1899 Hoffenheim, bevor es am 17. Spieltag nach Leverkusen geht.

Als Weihnachtsgeschenk für die Fans steigt das Derby gegen Greuther Fürth im Pokal-Achtelfinale ebenfalls in Nürnberg.

Die SPORT1-Prognose

Die Nürnberger haben trotz des schweren Restprogramms gute Aussichten, nicht im Tabellenkeller zu überwintern.

Gemessen am Potenzial der Truppe spielte die Mannschaft zuletzt weit unter ihren Möglichkeiten.

Holt man aus den letzten drei Ligaspielen vier Punkte, läge der Club mit 19 Punkten trotz der langen Schwächephase einigermaßen im Soll.

SC Freiburg (17. Platz, zwölf Punkte)

Das ist passiert

Die Breisgauer haben eine neue Qualität entdeckt: Die Nervenstärke in der Schlussphase.

Dem späten Treffer in Hoffenheim gingen Tore in Nürnberg (90.+3.) und gegen Hertha (90.+4.) voraus. "Für die Moral ist diese Serie sehr gut", sagte Vorstand Fritz Keller.

Die Serie spricht auch für die Moral der Freiburger und bescheinigt ihnen die vermutlich wichtigste Tugend im Abstiegskampf ? nie aufzugeben.

Die kommenden Partien

Eine Tugend, die der SC bei seinem Restprogramm auch benötigt.

Am kommenden Spieltag reisen die kombinationsstarken Hannoveraner an, bevor es am 16. Spieltag zum Auswärtsduell nach Köln geht. Zum Abschluss der Hinrunde reist der Deutsche Meister aus Dortmund nach Freiburg.

Die SPORT1-Prognose

Die späten Treffer zuletzt haben zumindest verhindert, dass es für die Freiburger schon ganz düster wird. Punktemäßig bleibt die Lage aber prekär.

So sehr die spielerischen Lichtblicke und die "moralischen Siege" dem Sportclub gut getan haben werden, ist es noch ein weiter Weg bis zum erhofften Klassenerhalt.

Um wirklich noch vor der Winterpause einen Abstiegsplatz zu verlassen, müsste die Mannschaft von Trainer Marcus Sorg auch mal in Führung gehen. Ein Kunststück, dass ihr seit dem 1:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach am 8. Spieltag nicht mehr gelungen ist.

FC Augsburg (18. Platz, elf Punkte)

Das ist passiert

Der erste Heimsieg beim 2:0 gegen den VfL Wolfsburg hält die Schwaben nicht nur in Schlagdistanz zu den weiteren Abstiegskandidaten ? er verdeutlicht vor allen Dingen die zuletzt angezweifelte Erstliga-Tauglichkeit des FCA.

Die Spieler sehen den Sieg gegen den Ex-Meister als Hoffnungsschimmer: "Es war eminent wichtig, dass wir den Anschluss gehalten haben," sagte Stürmer Sascha Mölders.

Trainer Jos Luhukay lobt vor allem das Durchhaltevermögen seines Teams: "Die Mannschaft hat so viele Rückschläge gehabt, sich aber nicht fallen lassen."

Die kommenden Partien

Die Schwaben erwartet ein wirkliches Hammerprogramm. Am kommenden Wochenende muss der FCA beim FC Schalke ran, bevor am 16. Spieltag Luhukays Ex-Team aus Mönchengladbach in Augsburg gastiert.

Zum Abschluss der Hinrunde geht es dann noch zum Hamburger SV.

Die SPORT1-Prognose

Der erste Heimsieg der Bundesliga-Geschichte ist für den FCA zwar ein schöner Eintrag für die Vereinschronik - aber noch lange keine Trendwende.

Beim bevorstehenden Restprogramm könnte bis zur Winterpause der Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz wieder deutlich anwachsen.

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