vergrößernverkleinern
Bernd Leno wurde 2009 mit der U-17-Nationamannschaft Europameister © getty

Leverkusen und Stuttgart einigen sich nach langem Ringen auf einen Wechsel des Torwart-Talents für eine Millionen-Ablöse.

Von Eric Böhm und Matthias Becker

München - Das Tauziehen zwischen Bayer Leverkusen und dem VfB Stuttgart um Torwart Bernd Leno ist beendet.

Leno, der zunächst nur bis zur Winterpause an die Werkself ausgeliehen war, unterzeichnete in Leverkusen einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2017.

Die Klubs einigten sich auf eine Ablösesumme, über deren Höhe beiderseitig Stillschweigen vereinbart wurde.

Sie dürfte aber zwischen sieben und acht Millionen Euro liegen.

Alle Beteiligten zufrieden

"Mit Bernd Leno haben wir uns die Dienste eines der herausragenden Torhüter-Talente Deutschlands langfristig gesichert. Er hat den verletzten Rene Adler hervorragend vertreten und großen Anteil daran, dass wir das Achtelfinale der Champions League erreicht haben", erklärte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler.

"Bernd ist ein hochtalentierter Torwart. Daher fällt es allen beim VfB schwer, ihn ziehen zu lassen. Trotz seines Wechsels sind wir auf der Torhüterposition exzellent besetzt. Am Ende war es für uns auch eine wirtschaftliche Entscheidung, mit der alle Beteiligten gut leben können", sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic.

Leno, der zuletzt immer wieder betont hatte, gerne in Leverkusen bleiben zu wollen, reagierte hocherfreut: "Ich fühle mich bei Bayer 04 sehr wohl und bin dem Klub dankbar, dass er mir die Chance gegeben hat, Bundesliga und Champions League zu spielen. Dieses Vertrauen möchte ich zurückzahlen. Dem VfB danke ich für eine gute Zeit. Ich habe dort eine tolle Ausbildung erhalten, die mir den jetzigen Schritt erst ermöglicht hat."

Adler wohl bald weg

Mit Lenos Unterschrift steht der Abschied Rene Adlers aus Leverkusen im Winter vermutlich bevor. Der Vertrag des früheren Nationaltorhüters läuft im Sommer 2012 aus, nur im Januar könnte Bayer für ihn noch eine Ablöse erzielen.

Steine wird der Verein der früheren Nummer eins nicht mehr in den Weg legen, das machte Völler bereits deutlich. Einen Verbleib beider Keeper über die Saison hinaus bezeichnete der Sportchef in der "Sport Bild" als "eher unwahrscheinlich".

Da der Leno-Deal fixiert wurde, gibt es für Adler also keine Zukunft unterm Bayer-Kreuz.

[kaltura id="0_se6gf6m5" class="full_size" title="Thomas Strunz analysiert den 14 Spieltag"]

"Rene kann einem leidtun"

Nach der verpassten WM in Südafrika und dem verlorenen Stammplatz in Leverkusen - beides aus Verletzungsgründen - der nächste Rückschlag für den gebürtigen Leipziger.

"Rene kann einem schon leidtun. Aber er ist jung, hat als Torwart zehn Jahre vor sich", erklärte Völler.

An Angeboten aus dem In- und Ausland soll es für den 26-Jährigen nicht mangeln. Schalke 04 und der Hamburger SV gelten als Interessenten.

Von Ballack überzeugt

Michael Ballack, neben Leno ein weiterer Leistungsträger der vergangenen Wochen, ist ebenfalls begehrt.

"Die Entscheidung, ihn 2010 zu holen, war absolut richtig. Uns war klar: Ballack wird seine Leistung bringen. Er musste nur fit werden", sieht sich Völler bestätigt.

Es gibt Meldungen, adidas wolle Ballack als Markenbotschafter anstelle von David Beckham in der US.Profiliga platzieren.

"Er wird seine Zukunft sicher davon abhängig machen, wie die Rückrunde verläuft. Den Rest wird man sehen", hält sich Völler bedeckt.

Lob für Kroos

Für einen früheren Bayer-Akteur setzt er sich dagegen vehement ein: Bayerns Toni Kroos.

"Für mich ist er trotz Mario Götze, Marco Reus und Mario Gomez bisher der Spieler der Saison", lobte der frühere DFB-Teamchef.

Deshlab könne ihn Joachim Löw in der Nationalmannschaft "normalerweise nicht mehr aus der Startelf rausnehmen".

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel