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Per Nilsson (r.) absolvierte in der Hinrunde acht Bundesliga-Einsätze für 1899 Hoffenheim © imago

Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp will keinen seine Stars halten und neue holen. Schlechte Nachrichten für frühere Leistungsträger.

Von Matthias Becker und Martin Volkmar

München - Kurz nach den Feiertagen hat Dietmar Hopp für die Fans von 1899 Hoffenheim noch ein verspätetes Weihnachtsgeschenk parat:

Der Mäzen des Herbstmeisters schließt Verkäufe von Leistungsträgern des Überraschungsteams in der Winterpause aus.

"Wir haben das Ziel, dass sie (die Mannschaft, Anm. d. Red.) exakt in dieser Konstellation noch im nächsten Jahr zusammen spielt. Wir wollen keinen abgeben", sagte Hopp der "Welt".

Eine klare Ansage des Hoffenheimer Geldgebers, nachdem die Shootingstars des Teams wie Vedad Ibisevic, Chinedu Obasi oder Sejad Salihovic in den letzten Monaten das Interesse der nationalen und internationalen Top-Klubs geweckt hatten.

Weitere Neuzugänge geplant

Und Hopp geht sogar noch ein Stück weiter. Nach der Verpflichtung von Torhüter Timo Hildebrand ("Hildebrand ist kein faules Ei") rechnet er mit weiteren Transfers in der Winterpause.

"Ich glaube (...), dass wir mit dem jetzigen Kader nicht hinkommen", sagte Hopp mit Blick auf die gestiegenen Ansprüche an die spielerischen Qualitäten in der Bundesliga-Spitze. Für mögliche Champions-League-Abenteuer suche man junge Spieler mit großem Entwicklungspotenzial:

"Gut wäre natürlich, wenn der ein oder andere schon im Winter käme, damit er sich hier einspielen kann."

Karrierebremse für Ex-Leistungsträger

Während Trainer Ralf Rangnick erfreut sein dürfte über die guten personellen Aussichten, werden diese zum Problem für ehemalige Leistungsträger der Hoffenheimer. Für sie wirkt der Erfolg der Badener eher als Karrierebremse, nicht als Karrierebeschleuniger wie bei Ibisevic und Co..

Das weiß auch Hopp. "Rangnick hat schon mit einigen Spielern gesprochen, von denen wir denken, dass sie sich anders orientieren", erklärt er.

Nilsson hofft auf seine Chance

Auffällig oft sind es ehemalige Kapitäne der Rangnick-Elf, die beim Chef nicht mehr in der ersten Reihe stehen. So auch Verteidiger Per Nilsson (Spielerporträt), der in der vergangenen Aufstiegssaison noch 22-mal in der Startelf zu finden war.

"Ich fühle mich in einer sehr guten Form. Aber wir haben eine sehr gute Mannschaft mit sehr hoher Qualität und wenn wir so spielen, da muss man einfach warten bis jemand eine Sperre bekommt oder sich verletzt", sagte Nilsson im Gespräch mit Sport1.de.

Dann müsse er zeigen, dass immer noch gut spielen kann, so der 26 Jahre alte Schwede weiter: "Das habe ich schon früher gezeigt. Und das würde ich auch machen wenn eine Chance kommt."

Löw will weg

Leise Missstimmung klingt da schon durch. Und damit steht Nilsson im Hoffenheimer Kader nicht alleine da: Auch Zsolt Löw, in der Zweiten Liga 27-mal im Einsatz steht am Rande des Aufschwungs im Kraichgau.

Ein einziges Spiel durfte der Ungar in dieser Bundesligasaison absolvieren und kündigte schon vor einigen Wochen im "kicker" an: "Wenn im Winter eine gute Möglichkeit kommt, kann ich vorzeitig gehen."

Eine gute Möglichkeit wäre in seinen Augen der wechsel zu einem anderen Bundesligisten oder zu einem ambitionierten Zweitliga-Klub.

Salihovic ist unzufrieden

Sogar aktuelle Leistungsträger wie Sejad Salihovic begehrten zuletzt schon leise auf, als sie merkten, dass sich das Blatt zu wenden begann.

"Viel darf nicht mehr passieren. Ich denke, ich habe es verdient zu spielen", erklärte Salihovic, nachdem er beim Spitzenspiel in München nicht in der Startelf stand dem "kicker". Nur wenige Wochen zuvor staunte ganz Fußball-Deutschland über die Freistoßkünste des Bosniers.

Ex-Kapitän Francisco Copado zog gleich die Notbremse und löste als Konsequenz seines Reservistendaseins seinen Vertrag mit dem Spitzenreiter auf.

Teber schießt sich in den Fokus

Ein Beispiel können sich die unzufriedenen Ersatzleute allerdings an einem anderen Ex-Kapitän nehmen: Selim Teber wurde in der Bundesliga-Hinrunde zumeist nur eingewechselt.

Doch der 27-Jährige bewahrte die Ruhe - und schoss 1899 am 17. Spieltag mit einem wunderschönen Freistoßtor gegen Schalke 04 zur Herbstmeisterschaft.

Als Konsequenz steigen auch wieder die Chancen, dass sein ebenfalls auslaufender Vertrag verlängert wird. Es ist also doch noch Platz für alte Helden in Hoffenheim. Aber sie müssen schon mit außergewöhnlichen Leistungen auf sich aufmerksam machen.

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