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Kein Einzelfall: Nicht nur Franck Ribery hat Ärger mit einem Ex-Berater © getty

Riberys Zoff mit dem Agenten von einst ist kein Einzelfall. Neben anderen Bayern-Stars haben selbst gewiefte Manager so ihre Konflikte.

Von Christian Paschwitz und Martin Hoffmann

München - Es soll um Urkundenfälschung gehen, um Falschaussagen und sogar um Betrug.

Statt eines ruhigen Jahreswechsels steht Franck Ribery (Spielerportät) deshalb juristisches Ungemach ins Haus. Womöglich muss der Superstar des FC Bayern unter dem Aktenzeichen 08/622759 demnächst noch vor Gericht aussagen.

Weil sein früherer Berater Bruno Heiderscheid behauptet, Ribery habe ihm für den Wechsel von Galatasaray Istanbul zu Olympique Marseille 600.000 Euro Provision vorenthalten. Darüber hinaus noch die Provision für den Transfer von Marseille zu den Bayern im Jahr 2007

Nun ermittelt der Staatsanwalt. Nicht das erste Mal: Schon im Mai hatte Heiderscheid, der auch gegen Riberys Ehefrau Wahiba grollt (DIASHOW: Die resolutesten Spielerfrauen), in der gleichen Angelegenheit einen Prozess geführt - und ihn vor dem internationalen Sportgerichtshof verloren.

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Schweinsteiger beim vierten Berater

Der Zoff mit dem einstigen Agenten ist kein Einzelfall, wie Sport1.de festgestellt hat. Besonders augenfällig scheinen dabei die Klienten, die in den Reihen des FC Bayern stehen.

Seine ganz persönlichen Erfahrungen hat da Bastian Schweinsteiger (Spielerporträt) gemacht: Der Nationalspieler, seit sechs Jahren Profi, vertraut in Robert Schneider inzwischen auf seinen vierten Berater.

Der frühere, Gerrit Hartung, zieht den 24-Jährigen im Februar in München vor den Kadi und fordert von Schweinsteiger etwa 250.000 Euro an Provisionen. Die Anwaltkosten noch nicht dazuaddiert.

Auch ohne juristischen Konflikt kann's mit dem Berater im Nachhinein mächtig Zoff geben. Wie im Fall von Lukas Podolskis ausführenden Abgesandten Kon Schramm: Der hält sich aktuell zwar zurück im Feilschen beim im Raum stehenden Transfer des 23-Jährigen von München zurück nach Köln.

Profis hin und her geschoben

Doch zum Spielball geraten war Podolski Anfang 2007, als Schramm den bekannteste deutschen Spielervermittler Norbert Pflippen, zugleich sein Chef, verließ. Und den Stürmer mitnahm in die Selbstständigkeit.

Pflippen wiederum rächte sich, indem er Schramm David Odonkor abwarb.

Sich da aufs Wesentliche zu konzentrieren, mag einem als junger Spieler schwer fallen - wenn selbst Bundesliga-Schwergewichte wie Reiner Calmund ins Wanken geraten.

Calmund stolpert über fehlende Belege

Bayer Leverkusens Ex-Manager soll im Sommer 2004 laut "Bild" auch wegen undurchsichtiger Geschäfte mit seinem Spielerberater Volker Graul sein Amt nach 27 Jahren niedergelegt haben.

Hintergrund: Auf Veranlassung von Calmund war an Graul im Juni 2003 für die Vermittlung von fünf Spieleroptionen 580.000 Euro in bar ausgezahlt worden. Bei der Werkself indes sollen sich keine Belege über eine entsprechende Kaufoption gefunden haben.

Kuranyis Berater sind sich "spinnefeind"

Wieder ganz anderen Agenten-Stress hat Kevin Kuranyi(Spielerporträt). Der Schalker Stürmer hat zwei Berater: Roger Wittmann und Karlheinz Förster. Das Dumme dran: Die beiden sind sich spinnefeind.

Denn: Förster verließ Wittmanns Agentur Rogon im Streit, Kuranyi will sich aber weder von Wittmann noch von seinem langjährigen Weggefährten Förster trennen.

Und: Statt professionell zu kooperieren, tragen Wittmann und Förster seitdem öffentlich ihre Meinungsverschiedenheiten aus.

"Keine Ahnung vom Gewerbe"

Teilweise artet das in blanke Gehässigkeit aus. Etwa, als Wittmann Förster vorwarf, "keine Ahnung" von seinem Gewerbe zu haben. Nachdem es im Zuge von Kuranyis Nationalmannschafts-Flucht weiteren Zoff gab, forderte Förster Kuranyi auf, ihm oder Wittmann den Laufpass zu geben.

"Ich habe gemerkt, dass man nicht zusammenarbeiten kann. Und das soll dann irgendwann abgehakt werden", sagte Förster gegenüber Sport1.de.

Entschieden aber hat Kuranyi sich bis heute nicht.

Hildebrand trennt sich von "Altlast"

Der Wechsel von Timo Hildebrand nach Hoffenheim hingegen wäre wohl nicht möglich gewesen, hätte er vorher nicht eine "Altlast" beseitigt: Seinen früheren Berater Dusan Bukovac. Es war der Serbe, der Hildebrands Wechsel von Stuttgart nach Valencia betrieb - der sich dann als klassisches Eigentor entpuppen sollte.

Als der Ex-Nationalkeeper zu Saisonbeginn schließlich wieder nach Deutschland wollte, war Hoffenheim schon im Gespräch. Doch die TSG ärgerte sich, dass Bukovac Hildebrand auch zahlreichen anderen Vereinen andiente - und winkte ab.

Weil Hildebrand merkte, dass diese Vorgeschichte seinem Wechsel in den Kraichgau im Weg stehen würde, trennte er sich von Bukovac.

Hildebrand wird nun von einem Beraterteam betreut, unter ihnen Franz Beckenbauers Manager Marcus Höfl.

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