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Gemeinsame Zeiten 2004 im DFB-Team: Jens Lehmann (l.) und Coach Rudi Völler © imago

Rudi Völler bricht für die Bundesliga eine Lanze - und geht mit den Aussagen von England-Ex-Legionär Jens Lehmanns hart ins Gericht.

Von Tobias Schneider

München - Jens Lehmann ist geprägt vom englischen Fußball, dem schnellen Umschalten zwischen den Mannschaftsteilen, der Intensität des Spiels.

Der Keeper des VfB Stuttgart, von 2003 bis 2008 beim Topklub FC Arsenal unter Vertrag, mag es, die Vorzüge des britischen Fußballs herauszustellen. Von der Bundesliga, daraus macht der mittlerweile 39-Jährige erst gar keinen Hehl, hält er nicht viel.

Wo die Bundesliga im Vergleich mit der Premier League liege, wurde Lehmann in einem Interview mit den "Stuttgarter Nachrichten" gefragt.

Die wenig schmeichelhafte Antwort: "Wenn Sie einen Engländer fragen würden, fiele die Antwort in etwa so ähnlich aus, wie wenn sie einen Deutschen nach dem österreichischen Fußball fragen."

Völler gibt Contra

Diese Aussagen will Rudi Völler, Sportdirektor bei Bayer Leverkusen, aber nicht auf sich sitzen lassen.

"Wenn ich so etwas höre oder lese, frage ich mich immer: Warum macht man die Bundesliga schlechter als sie ist?", so der ehemalige DFB-Trainer in seiner "kicker"-Kolumne.

"England als Vorbild? Wieso? Ist Middlesbrough besser als Wolfsburg? Nein! Aston Villa besser als der HSV? Sicher nicht! Aber ich gehe jede Wette ein, dass deren Ausgaben deutlich höher liegen als die vergleichbarer Klubs in Deutschland."

Lehmann kritisiert Trainer

Auch an den Trainern in der Bundesliga lässt Lehmann kein gutes Haar.

Den Unterschied zwischen Premier League und Bundesliga mache "ein effizientes Scouting-System aus" und "gute Trainer, die junge Spieler entwickeln können." Ein deutlicher Affront gegen das deutsche Trainerwesen.

Völler hat aber die passende Antwort parat: "Ich lade Jens Lehmann gerne ein, sich bei Bayer Leverkusen umzusehen. Die Ausbildung zu verfolgen, die Arbeit unserer Nachwuchstrainer", so Völler, der sich einen süffisanten Seitenhieb nicht verwehren konnte:

"Ich würde ihm einfach mal ein paar Dinge zeigen und ihm erklären, wie das so läuft mit dem Fußball in Deutschland."

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