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Toni Kroos (l) spielt unter Jürgen Klinsmann bei den Bayern kaum eine Rolle © imago

Hoffenheims Mäzen irritiert mit Äußerungen über die Zukunft von Bayerns Supertalent. Bewusste Provokation oder steckt mehr dahinter?

Von Christian Paschwitz

München - Jetzt mischen sich selbst diejenigen ein, die davon gar nicht (mehr?) betroffen sind.

In die Spekulationen um die sportliche Zukunft von Bayerns Toni Kroos (Porträt) hat sich nun auch Dietmar Hopp eingeschaltet und neuen Wirbel entfacht.

Hoffenheims Mäzen erklärte in der "Welt": Den Toni Kroos wird uns Uli Hoeneß (Bayern-Manager, Anm. d.R.) nicht mehr geben. Ich nehme an, dass er ihn nach Karlsruhe verleihen wird."

Und weiter: "Das würde dem Jungen gut tun, denn in München kommt er nicht zum Zug."

Ein Modell wie mit Görlitz?

Beim abstiegsgefährdeten KSC, der mit Andreas Görlitz seit 2007 bereits einen Bayern-Akteur auf Leihbasis in seinen Reihen hält, würde man das deutsche Supertalent zweifelsohne mit Kusshand nehmen, ihm wohl einen Stammplatz garantieren - und schweigt bisher zu Hopps Äußerungen.

Anders als der Vater des umworbenen Mittelfeld-Juwels mit dem Status eines Edel-Reservisten (erst neun Pflichtspiel-Einsätze in dieser Saison, nur zwei von Beginn an): "Ich weiß nicht, wo Herr Hopp das her hat", sagte Roland Kroos der "tz". "Da ist nichts dran. Ich glaube nicht, dass er dort hingeht."

Dass sein Sohn indes gut damit beraten wäre, die Bayern zu verlassen, mag Kroos senior keineswegs bestreiten. Im "kicker" machte er unlängst seinem Unmut Luft, hielt damit auch nicht mit heftiger Kritik an Bayern-Coach Jürgen Klinsmann (Porträt) hinterm Berg: "Der Trainer hat keinen richtigen Plan, damit sich Toni weiterentwickelt."

"Ich bin stocksauer"

Mehr noch: Ihn beschleiche das Gefühl, dass der FC Bayern seinen Sohn nicht wirklich brauche: "Ich bin stocksauer."

Deftige Worte - Hopps unverhoffter Einwurf hinsichtlich eines Ausleihgeschäfts ist ohnehin Wasser auf die Mühlen all derer, die den U21-Nationalspieler gern woanders kicken sähen als in München auf der Bank.

Neben seinem DFB-Auswahlcoach Horst Hrubesch ("Er braucht mehr Spielpraxis. Dann haben wir in ein, zwei Jahren einen Klassespieler, aber nur dann...") meint selbst DFB-Sportdirektor Matthias Sammer: "Ich kann den Bayern nichts vorschreiben, aber Kroos muss in der Bundesliga regelmäßig spielen."

Hoeneß' Privat-Fehde

Genau derlei Einmischungen stoßen den Bayern-Bossen aber allmählich immer saurer auf - zumal, wenn sie von Hoffenheims Hopp kommen. Mit dem Geldgeber des Herbstmeisters und Bayerns ärgstem Titel-Rivalen scheint Hoeneß seit dem Gipfeltreffen Anfang Dezember (Tonis Tiefschlag trifft 1899) ohnehin verbal auf Kriegsfuß zu stehen.

"In Hoffenheim wird sehr professionell gearbeitet - und mehr bezahlt, als sie überall rumerzählen", hatte Hoeneß gesagt und für Misstöne gesorgt, die Hopp mit den Worten konterte, "überhaupt nicht verstehen" zu können: "Bei der nächsten Gelegenheit werde ich ihn mal fragen, woher er diese Falsch-Information hat."

Der 68-jährige Vielfach-Milliardär meinte ebenso: "Ich würde nie im Leben solche Mutmaßungen in die Welt setzen."

Vater Kroos erwägt Ausleihgeschäft

Genau das tat Hopp nun aber selbst mit seinen Aussagen über das Kroos-Leihgeschäft nach Karlsruhe. Schlichtweg Unkenntnis, geheimes Wissen oder gar eine kalkulierte Provokation gen München? Denn Hopp selbst ließ zuletzt durchblicken, Bayerns Nummer 39 gern im 1899-Trikot zu erleben.

Wenngleich Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser gegenüber der "tz" nun erklärte: "Es gibt kein konkretes Interesse an Toni Kross. Wir haben uns mit dem Jungen nicht weiter beschäftigt."

Vater Kroos tut das umso mehr, sagte, sein Sohn habe "kein Problem, über einen Umweg - auch im Interesse des FC Bayern - sich weiterzuentwickeln, auch über ein Ausleihgeschäft."

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