Köln will Bayerns Angstgegner bleiben
Von Florian Waldkötter
München - Beim 1. FC Köln ging es in den vergangenen Jahren auf und ab.
Doch auf eines war stets Verlass: In München verkauften sich die Domstädter teuer.
Der FC ist der Angstgegner der Bayern in der Allianz-Arena. Vor dem Gastspiel am Freitag (Fr., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) weisen die Kölner eine fast schon sensationelle Bilanz auf.
Seit 2005 spielt der Rekordmeister in der neuen Arena, die Kölner gingen noch nie als Verlierer vom Platz. Von den vergangenen acht Auswärtsspielen beim Rekordmeister ging nur eins verloren. Die letzte Niederlage datiert vom 23. März 2002. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) .
Außerdem kann der FC die schwere Aufgabe entspannt angehen. Denn mit 21 Punkten liegt die Mannschaft von Trainer Stale Solbakken voll im Soll, auch wenn beim Unentschieden im Nachholspiel gegen Mainz ( NACHBERICHT) ein weiterer Sprung nach oben verpasst wurde.
Rensing glaubt an die Serie
Ein ganz besonderes Spiel wird die Partie für Lukas Podolski und Michael Rensing, die beide einst das Trikot des FC Bayern trugen.
Der Torhüter, der mit seinen Paraden maßgeblich zum letztjährigen Klassenerhalt des Traditionsvereins beitrug, ist zuversichtlich, dass die Kölner ihre Rolle als Angstgegner auch in diesem Jahr spielen werde.
"Ich glaube, die Bayern haben die Serie schon in den Köpfen", sagte er im "kicker".
Rückkehr an alte Wirkungsstätte
Für den 27-Jährigen ist es der erste Gastauftritt in der Allianz Arena.
Den Durchbruch als Kahn-Nachfolger schaffte Rensing weder unter Jürgen Klinsmann noch unter Louis van Gaal.
Groll hegt er deswegen keinen.
"Ich hatte eine wunderschöne und prägende Zeit: Ich war in München auf dem Internat, habe parallel mein Abitur gemacht und viele sportliche Erfolge feiern können. Ich freue mich auf die Fans. Am Ende war die Zeit zwar hart, aber alles in allem kann ich auf eine sehr schöne Zeit zurückblicken", resümierte der 18-malige U-21-Nationalspieler.
"Ein besonderes Gefühl"
Der Schlussmann macht keinen Hehl daraus, dass die Partie gegen seine ehemaligen Mitspieler von großem Reiz für ihn ist.
"Es wird ein komisches, aber besonderes Gefühl sein, in meinem alten Stadion aufzulaufen", ist er sich sicher.
"Es ist die zweite Begegnung mit der Mannschaft, der ich zehn Jahre angehört habe und mit der ich viele Emotionen durchlebt habe", fiebert der gebürtige Lingener, der 2000 als 16-Jähriger in die Jugendabteilung der Bayern wechselte, dem Spiel entgegen.
Unvergessen ist das erste und bis dato letzte Duell gegen seinen Ex-Klub im Februar des Jahres, dass die Kölner vor heimischem Publikum nach 0:2-Rückstand noch 3:2 gewannen.
Bayern als Gradmesser
Doch nicht nur für Rensing bietet sich die Chance, seine Qualität gegen die stärkste Offensive der Liga unter Beweis zu stellen.
Auch für Stale Solbakken und sein Spielkonzept sind die Bayern mit ihren starken Außenspielern mehr als nur ein Härtetest.
Schwächen, wie beim Gegentreffer gegen Mainz, sollten die Kölner gegen Ribery und Co. tunlichst vermeiden, um auch das vierte Ligaspiel in Folge ungeschlagen zu bleiben.
Podolski in bestechender Form
Die Hoffnungen des Tabellenzehnten ruhen dabei einmal mehr auf Lukas Podolski.
Mit 14 Toren und fünf Vorlagen stellte der Ex-Münchner bereits seinen persönlichen Saisonrekord ein und trägt damit maßgeblich zum neuen Kölner Selbstbewusstsein bei.
Für den Nationalspieler steht die Marschroute vor dem Auswärtsspiel jedenfalls fest. "Wir werden dort versuchen, wie in den letzten Jahren, die Bayern ein bisschen zu ärgern", sagte der 26-Jährige.
Verzichten muss Solbakken neben Langzeitpatient Milivoje Novakovic auch auf die grippekranken Martin Lanig und Adam Matuschyk.
Ein Sieg in München wäre für die Kölner ein krönender Abschluss einer ordentlichen Hinserie und könnte eine gute Basis für Verhandlungen mit Fanliebling "Poldi" in der Winterpause sein.
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