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Eher Provokateure als Leistungsträger: Ze Robert II (2. v.l.) und Carlos Grossmüller © getty

Der Ex-Stürmerstar der Knappen regt sich über unzufriedene Profis im Kader auf. Zudem mahnt der 59-Jährige bei Sport1.de mehr Leistung an.

Von Mathias Frohnapfel

München - Das große Ziel steht fest. Doch viele Schalker denken im Moment an alles andere als daran, einen Champions-League-Platz zu erobern.

Dabei startet am Samstag das Training wieder (Winterfahrplan).

Zig Profis der Königsblauen sind unzufrieden mit ihrer persönlichen Situation.

Manche wie der Brasilianer Ze Roberto mosern sogar öffentlich.

Klaus Fischer ärgert das ungemein.

"Sie hinterfragen sich nicht"

Die Schalker-Stürmerlegende nimmt sich im Gespräch mit Sport1.de die unzufriedenen Akteure zur Brust.

"Das sind Aussagen von Spielern, die alles auf den Verein abschieben und sich selbst nicht hinterfragen", empört sich Fischer.

Besonders Ze Roberto (Porträt) dürfte damit angesprochen sein.

Ze Roberto zu Porto Allegre?

Der Brasilianer hat jetzt gegenüber der "Bild" seinen Abschied verkündet: "Ich bin mir mit Gremio Porto Allegre einig, warte nur auf die Freigabe von Schalke. Auch eine Ausleihe wäre mir recht."

Der Mittelfeldmann trat gegen seinen jetzigen Verein nach: "Hier hat es mir nicht gefallen. Ich und meine Familie hatten Schwierigkeiten, uns einzuleben."

Ex-Nationalspieler Fischer findet solches Nachkarten schlicht "unmöglich". Denn: "Diese Spieler haben es doch selbst in der Hand. Jeder Verein auf der ganzen Welt würde doch den Teufel tun, wenn einer gute Leistungen bringt, so einen Spieler abzugeben."

Auf ähnliche Weise wie Ze Roberto hatte sich bereits Carlos Zambrano öffentlich beklagt (Der Nächste schießt gegen Rutten).

Zambrano hat "Lust verloren"

Der 19-Jährige hat in dieser Saison noch kein einziges Mal in der Bundesliga gespielt. "Ich habe in den letzten Monaten die Lust verloren", gesteht der Peruaner. Womöglich bahnt sich ein Ausleihgeschäft mit dem SC Freiburg an.

Drei weitere Profis sind gleichfalls unglücklich mit ihrer Lage bei den Knappen.

Routinier Gustavo Varela wird wohl nach Uruguay zurückkehren. Als Problemfälle gelten zudem Peter Löwenkrands und Albert Streit. Lövenkrands lief in dieser Saison lediglich für das Regionalliga-Team auf, der Ex-Frankfurter Streit brachte es in der Hinrunde auf bescheidene vier Bundesligaeinsätze.

"Knallhart durchgreifen"

Angesichts der Baustellen im Kader betont Fischer, wie wichtig es sei, eine disziplinierte Truppe in die Bundesliga-Rückrunde zu schicken.

"Wenn fünf, sechs Leute dabei sind, die aus verschiedenen Gründen unzufrieden sind, dann funktioniert das nicht mehr. Da muss man knallhart durchgreifen und sich trennen, gar keine Frage."

Manager Andreas Müller hatte bereits eine härtere Gangart angekündigt. "Wir werden uns in der Winterpause von Leuten trennen." Der 46-Jährige meinte damit auch Angestellte aus dem Stab, "die nahe an der Mannschaft sind".

Aufholjagd ist möglich

Die ersten Opfer scheinen der Physiotherapeut Karl-Heinz Ohland und der Ernährungswissenschaftler Christian Frank zu sein. Laut "Bild" haben sich Stars über die beiden Betreuer beschwert.

Fischer möchte sich hierzu nicht äußern. Stattdessen bewertet er die Chancen der Königsblauen für die Aufholjagd in der Bundesliga. Aktuell liegt S04 sechs Punkte von Rang drei entfernt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Es sind nicht all zu viele Punkte, die da fehlen", gibt sich der 59-Jährige optimistisch.

"Zu wenig Tore für ein Spitzenteam"

Schließlich könnte der Revierklub auf Augenhöhe mit der Liga-Elite sein, wenn die Großchancen in den Partien gegen Hoffenheim, Stuttgart, Leverkusen und Dortmund genutzt worden wären. "Dann sammelt man 35 Punkte wie Bayern."

Sein Fazit: "Wir haben die wenigsten Gegentreffer bekommen, machen aber für eine Spitzenmannschaft zu wenig Tore. Da müssen wir dran arbeiten."

Die beiden millionenschweren Neuzugänge Orlando Engelaar (Porträt) und Jefferson Farfan (Porträt) sieht Fischer genauso wie die gesamte Abteilung Attacke in der Pflicht.

"Engelaar muss Tempo erhöhen"

Den Peruaner Farfan lobt er "als schnell und beweglich", der Niederländer Engelaar hingegen "wird das Tempo erhöhen müssen. Vielleicht ist es in Holland gemütlicher, weil es nur drei, vier Topklubs gibt."

Fischer verzückte früher die Fußballwelt mit spektakulären Fallrückziehern, auf die er ohne Weiteres ein Patent hätte anmelden können. In 535 Bundesliga-Spielen traf er 268-mal.

Sein Rat an die heutige Schalker Stürmergeneration um Kevin Kuranyi und Co.: "Als Stürmer muss ich viel tun, die Chancen muss ich im Training verwandeln. Das muss ich pausenlos üben, auch mal länger dableiben. Das kostet ja keine Kraft, das kann man sich nur erarbeiten."

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