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Aufsteiger, Kämpfer und Überflieger: Ulreich, Zieler, Unnerstall und Leno (v.l.) © getty

SPORT1 beleuchtet die Situation bei den jungen Keepern in der Bundesliga. Zieler, Leno und Co. haben alle Kritiker überzeugt.

Von Reinhard Franke

München - Eine Karriere auf der Überholspur:

Keine 365 Tage ist es her, dass Robert Zieler an jenem 15. Januar 2011 in seinem Hotelbett lag. Es war der Tag vor dem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt.

Abends hatte Hannovers Trainer Mirko Slomka dem damals 21-Jährigen mitgeteilt, dass er ihn tags drauf ins Bundesligator stelle.

Zieler hatte Florian Fromlowitz soeben als Nummer eins verdrängt. Plötzlich war er Bundesligakeeper (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Ich bin ein paarmal wach geworden, weil ich intensiv durchgegangen bin, was mich im Spiel wohl erwartet", sagte Zieler im Rückblick.

Es erwartete ihn ein perfektes Spiel, ein perfekter Sieg. Hannover gewann 3:0 und Zieler war drin im Team.

Zieler: Hannover statt Schalke

Auch Bundestrainer Joachim Löw wurde bald auf den Aufsteiger aufmerksam. Im Juni verlängerte Zíeler seinen Vertrag bei Hannover bis 2015 - gerade rechtzeitig.

Schalke wollte ihn schon im April verpflichten, doch 96-Boss Martin Kind erklärte Zieler schob mit einer 10-Millionen-Ablöseforderung einen Riegel vor.

Zu dem Zeitpunkt hatte Zieler 15 Bundesligaspiele absolviert.

Im August stand der gebürtige Kölner bei den Länderspielen gegen Österreich und Polen erstmals im Kader der Nationalmannschaft.

Länderspiel-Debüt in der Ukraine

Am 11. November bestritt er dann im Olympiastadion in Kiew beim 3:3 gegen die Ukraine als 50. Debütant der Löw-Ära sein erstes Länderspiel.

Und der 22-Jährige hat inzwischen Blut geleckt: "Jetzt möchte ich natürlich in der Nationalmannschaft dabei bleiben."

Nicht ganz so weit, aber auch auf der Überholspur sind die anderen jungen Tormänner in der Liga:

Schalkes Lars Unnerstall, Leverkusens Bernd Leno und Stuttgarts Sven Ulreich. (WINTERFAHRPLÄNE: Platz 9 - 18).

Fährmanns Pech war Unnerstalls Glück

Der 22-jährige Unnerstall kam wie die Jungfrau zum Kind zu seinem ersten Bundesligaspiel, als sich Schalkes etatmäßige Nummer 1 Ralf Fährmann im Spiel gegen Kaiserslautern einen Kreuzbandriss zuzog.

Seine erste Bundesligapartie über die volle Spielzeit absolvierte Unnerstall am darauffolgenden Spieltag beim 1:0-Auswärtssieg bei Bayer Leverkusen.

Auch der nachverpflichtete Ex-Nationaltorwart Timo Hildebrand konnte den Youngster nicht verdrängen. Unnerstall absolvierte acht Partien und überzeugte voll und ganz.

Von Hildebrand spricht keiner mehr.

Leno besiegelt Adlers Ende in Leverkusen

Leverkusens Torwart Bernd Leno hatte eine ähnliche Geschichte. Auch bei ihm war das Pech seines Kollegen sein Glück.

Weil sich René Adler in der Vorbereitung im Sommer an der Patellasehne verletzte, konnten die beiden Ersatzkeeper David Yelldell und Fabian Giefer nicht überzeugen.

Daher wurde Leno, bis dahin Torhüter bei der Reserve des VfB Stuttgart in der 3. Liga, bis zum Winter ausgeliehen.

Doch der 19-Jährige agierte so souverän, dass Leverkusen seine Bemühungen intensivierte und Ende November für rund 7,5 Millionen Euro Ablöse Vollzug melden konnte.

Leno unterzeichnete bei der Werkself einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017. Tragisch: Dies bedeute gleichzeitig das Ende von Adler unterm Bayer-Kreuz.

Ulreich auf Lehmanns Spuren

Leno wurde in Stuttgart nicht glücklich, weil dort Sven Ulreich die uneingeschränkte Nummer 1 ist.

Nach dem Karriereende von Jens Lehmann im Mai 2010 wurde bekannt, dass Ulreich zur Saison 2010/11 der neue Stammtorwart beim VfB wird.

Insgesamt absolvierte er bisher 58 Spiele für den VfB.

Neben diesen vier Torhütern stehen noch weitere Keeper im Fokus:

Gladbachs Marc-André ter Stegen, Freiburgs Oliver Baumann, Berlins Thomas Kraft und Lauterns Kevin Trapp.

Über die Zukunft bei den deutschen Torhütern muss man sich keine Sorgen machen.

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