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Marco Reus spielt seit Juli 2009 für die Gladbacher Borussia © getty

Überraschende Wende im Wechselpoker um den Nationalspieler. Der Star von Borussia Mönchengldabach kehrt nach Dortmund zurück.

Mönchengladbach/Dortmund - Überraschende Wende im Wechselpoker um Marco Reus:

Der deutsche Nationalspieler kehrt im Sommer zum Deutschen Meister Borussia Dortmund zurück.

Das bestätigte Borussia Mönchengladbach am Mittwoch, nachdem Reus zuvor Trainer Lucien Favre und Sportdirektor Max Eberl informiert hatte.

"Wir haben Marco ein neues Angebot gemacht, bei dem der Verein über seine Schmerzgrenze gegangen ist, trotzdem hat sich Marco für einen Wechsel entschieden", erklärte Eberl.

Reus habe "seine Gründe ausführlich erklärt, und ich kann das bei aller Enttäuschung nachvollziehen. Es bringt ja nichts, jetzt zu jammern. Weltklassespieler wollen bei Weltklasseklubs spielen, und Marco Reus ist für mich ein Weltklassespieler".

17,1 Millionen Euro Ablöse

Der 22-Jährige wird für die festgeschriebene Ablösesumme zum BVB wechseln. "Es sind 17,1 Millionen. Wir haben zuletzt Transferüberschüsse erzielt und auch die Einnahmen aus der Champions League nicht komplett investiert, um - wenn es notwendig ist - einen solchen Transfer realisieren zu können", sagte BVB-Sportdirektor im Gespräch mit SPORT1.

In Dortmund erhält Reus einen Vertrag bis Juni 2017. "Mit Marco Reus verpflichten wir unseren absoluten Wunschspieler für die Offensive", erklärte Zorc: "Wir freuen uns, dass sich Marco trotz hochkarätiger Konkurrenz für den BVB entschieden hat."

Und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ergänzte: "Marco Reus ist ein Spieler, der den Unterschied ausmacht und dazu ein echter Dortmunder Junge."

Heynckes reagiert gelassen

In Dortmund wohnen die Eltern und die Freundin des Shootingstars, an dem auch Bayern München und Real Madrid konkretes Interesse gehabt hatten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Bayern-Trainer Jupp Heynckes reagierte demonstrativ gelassen auf die Nachricht. "Das ist für mich keine Überraschung. Der FC Bayern kann Reus bei dem riesigen Konkurrenzkampf hier keine Stammplatzgarantie geben", sagte Heynckes der "tz".

"Keine Entscheidung gegen Gladbach"

"Mir ist es ganz wichtig, klarzustellen, dass dies keine Entscheidung gegen Gladbach ist", sagte Reus, der 2009 von Rot Weiss Ahlen gekommen war.

"Ich hatte hier bis jetzt eine wunderbare Zeit. Borussia hat mir die Chance gegeben, mich in der Bundesliga zu zeigen und mich zu dem Spieler zu entwickeln, der ich jetzt bin."

Er fühle sich nach wie vor in der Mannschaft, in der er "viele gute Freunde" habe, und in der Stadt sehr wohl.

"Es wird mir weh tun, dieses für mich wichtige gute Umfeld zu verlassen. Es war mir wichtig, mit Gladbach fair und offen umzugehen und kein langes Versteckspiel zu treiben", erklärt er.

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"Den nächsten Schritt machen"

"Aber ich habe mich entschieden, dass ich in der kommenden Saison den nächsten Schritt machen und bei einem Verein spielen möchte, der um die Meisterschaft mitspielt und mir die Garantie gibt, in der Champions League zu spielen. Diese Chance sehe ich in Dortmund."

Reus erklärte, er habe die Entscheidung im Urlaub in Dubai getroffen. 492198 (DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

"Ich habe mich wirklich bis Weihnachten nicht mit diesem Thema beschäftigt, sondern das alles meinem Berater überlassen. Borussia hat mir vor Weihnachten noch einmal ein sehr gutes Angebot für eine Verlängerung meines Vertrags bis 2016 gemacht und dies in dieser Woche noch einmal bekräftigt."

Diese Bemühung wisse er sehr zu schätzen, denke aber, "dass es für meine Entwicklung der richtige Schritt ist, nach drei Jahren in Mönchengladbach nun zu Borussia Dortmund zu wechseln".

Favre: "Keine gute Nachricht"

Sein Coach Favre sagte nach dem Training, das sei "keine gute Nachricht für Mönchengladbach. Aber ich finde es ehrlich und akzeptiere es. So ist das Geschäft".

Doppelt bitter für den Schweizer, dass auch noch Roman Neustädter am Mittwoch seinen Abschied am Saisonende in Richtung Bayer Leverkusen bekanntgab.

Reus versicherte er werde für die Borussen "Gas geben bis zur letzten Spielminute der Saison. Am liebsten würde ich mich hier mit einem Titel verabschieden, und der ist im Pokal ja auch noch drin. Und ich möchte dazu beitragen, dass wir mit der Mannschaft unsere tolle Hinrunde bestätigen".

Die "Fohlen" liegen auch dank der zehn Treffer des in der Hinrunde überragenden Mittelfeldspielers auf dem vierten Platz und hatten sich daher große Hoffnungen auf einen Verbleib des Publikumslieblings gemacht.

Rückkehr zum BVB

Doch die Offerte, in seiner Heimatstadt dauerhaft mit dem jungen BVB-Team um Titel zu spielen, war offenbar verlockender - obwohl ihn die Dortmunder 2006 nach Ahlen abgeschoben hatten.

Die Profis des Meisters reagierten begeistert auf die Nachricht.

"Ab nächster Saison haben wir einen weiteren Weltklassespieler in unseren Reihen. Ich freue mich auf Marco Reus", schrieb Mario Götze, der laut Zorc auch nächste Saison in Dortmund bleibt, bei "Twitter".

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