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Michael Skibbe wurde 2002 als Assistent von Rudi Völler Vize-Weltmeister © getty

Nach DVD-Analysen geht Hertha-Trainer Michael Skibbe vorerst nicht auf Einkaufstour. Gegen Ex-Klub Frankfurt tritt er nach.

Berlin - Sparen statt Shoppen: Michael Skibbe hat sich überraschend gegen "Noteinkäufe" bei Hertha BSC ausgesprochen.

Der neue Trainer des Hauptstadt-Klubs setzt auf die Stärke des aktuellen Kaders und profiliert sich zunächst mal als Sparfuchs - ganz im Sinne seines Arbeitgebers.

"Ich bin jetzt nicht der Trainer, der sagt, wir müssen in der Winterpause unbedingt drei neue Spieler holen", sagte Skibbe. "Ich werde mir in den nächsten Tagen im Trainingslager ein genaues Bild von der Mannschaft machen. Und wenn wir dann feststellen sollten, dass wir doch noch eine Verstärkung benötigen, können wir bis Ende Januar immer noch nachlegen."

Am Dienstag wird Skibbe erstmals das Training beim Tabellenelften leiten. (Michael Skibbe im SPORT1-Interview)

"Die Mannschaft ist stark genug"

Allerdings geht er ein hohes Risiko ein. Nach den zuletzt schwachen Auftritten der Abwehr hatte das Berliner Umfeld erwartet, dass der 46-Jährige auf zwei bis drei Neuzugänge bis zum Rückrundenstart bestehen würde.

"Ich habe mir mehrere Partien der Hertha aus der Hinrunde auf DVD angeschaut. Die Mannschaft ist stark genug. Sie hat bis auf wenige Ausnahmen wie beim 0:4 gegen Bayern gut gestanden", sagte Skibbe, der wohl auch von Manager Michael Preetz auf die geringen Finanzmittel des Klubs hingewiesen wurde (Vereinsseite: Alles zur Hertha).

Skibbe gab zu, dass der Ausfall des schwer am Knie verletzten Abwehrspielers Maik Franz bis Saisonende schmerzt. "Aber Christoph Janker hat als Ersatz in der Innenverteidigung gegen Hoffenheim und Kaiserslautern gute Spiele hingelegt", sagte der Coach, der kurz vor Weihnachten einen Vertrag bis 2014 unterschrieben hatte.

[kaltura id="0_8qectvu3" class="full_size" title="Skibbe in Berlin vorgestellt"]

Skibbe tritt gegen Frankfurt nach

Einen größeren Schnitt plant Skibbe erst nach der Saison. In der Rückrunde gehe es nur um den Klassenerhalt, sagte der 46-Jährige, der zuletzt in der Bundesliga für Eintracht Frankfurt gearbeitet hatte und dort im März 2011 durch Christoph Daum ersetzt wurde.

Nun trat Skibbe verbal nach.

"Mit mir wäre die Eintracht nie im Leben abgestiegen. Und ich bin mir sicher, dass die Entscheidungsträger im Klub heute anders handeln würden - und es zwar nicht öffentlich, aber vor sich selbst als Fehler eingestehen, mich nach einem Sieg gegen St. Pauli vor die Tür gesetzt zu haben", sagte Skibbe im "kicker".

Ziel sind 40 Punkte

Skibbe vertraut bei Hertha auch deshalb dem aktuellen Kader, weil das Team unter Vorgänger Markus Babbel mit 20 Punkten die halbe Miete eingefahren habe. "40 Punkte müssten am Ende reichen", sagte Skibbe. (Datencenter: Bundesliga)

Allerdings könne man das nicht vorhersagen: "Im vergangenen Jahr ist Eintracht Frankfurt, nachdem ich dort gehen musste, mit 34 Punkten abgestiegen. In der Saison davor blieb Hannover mit 33 Punkten in der Klasse."

Skibbe bringt Assistenten mit

Auf eine völlig neue Philosophie jedenfalls müssen sich die Hertha-Profis nicht einstellen.

"Ich habe jetzt keinen absolut besonderen Plan. Ich werde vor dem Training vor die Mannschaft treten und eine kurze Ansprache halten. Das ist nichts Neues. Alles Weitere wird sich dann aus der täglichen Zusammenarbeit ergeben", sagte der Bundesliga-Rückkehrer.

Unterstützt wird Skibbe wohl von seinem langjährigen Assistenten Eddy Boekamp, dessen Vertrag beim türkischen Klub Eskisehirspor aufgelöst wird. Auch Preetz soll bereits Grünes Licht gegeben haben.

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