"Das ist das Beste für den BVB"
Von Tobias Wiltschek
München - Es ist der Transfer-Hammer des noch jungen Jahres.
Marco Reus spielt ab kommenden Sommer für Borussia Dortmund und sorgt beim BVB bereits jetzt für Vorfreude (BERICHT: Reus geht zum BVB).
"Er kann den Unterschied machen im Offensiv-Bereich", begründet Sportdirektor Michael Zorc bei SPORT1 die Rückholaktion des "verlorenen Sohnes" aus Mönchengladbach.
Denn Reus war schon in der Jugend für die Dortmunder aktiv, wurde aber 2006 für nicht gut genug befunden und zu Rot Weiss Ahlen abgeschoben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).
Nach "Umweg" zurück beim BVB
"Er hat einen Umweg genommen", sagt Zorc heute über Reus' Zeit in der ostwestfälischen Provinz.
Dass sich die Dortmunder - und nicht die Bayern - den Nationalspieler von Borussia Mönchengladbach angeln konnten, will der Sportdirektor nicht als Kampfansage an den Rekordmeister verstanden wissen.
Im Interview mit SPORT1 spricht Zorc über die Qualitäten von Reus, aber auch über die vertragliche Situation von Mario Götze und Trainer Jürgen Klopp.
SPORT1: Mit Marco Reus haben Sie Ihren Wunschspieler verpflichten können, was zeichnet ihn aus?
Michael Zorc: Er kann den Unterschied machen im Offensiv-Bereich durch seine individuelle Klasse, seine Abschluss-Qualitäten und seine Schnelligkeit. Das macht ihn so wertvoll.
SPORT1: Sie haben Reus 2006 zu Rot-Weiß Ahlen ziehen lassen. War es daher für Sie doppelt schwer, ihn wieder nach Dortmund zurückzuholen? (DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)
Zorc: Nein, überhaupt nicht. In der Jugend ist es manchmal so, dass die Entwicklung nicht geradlinig verläuft. Er hat einen Umweg genommen, hat aber alles richtig gemacht. Natürlich hätten wir ihn lieber selbst ausgebildet. Aber ich bin ja kein Historiker. Wir müssen ja eine Entscheidung für das Heute und für die Zukunft treffen. Da glauben wir, dass es das Beste für den BVB ist.
SPORT1: Die kolportierte Ablösesumme von 17,5 Millionen Euro ist kein Pappenstiel. Wie haben Sie Marco Reus finanzieren können?
Zorc: Da muss ich Sie korrigieren. Es sind 17,1 Millionen. Wir haben zuletzt Transferüberschüsse erzielt und auch die Einnahmen aus der Champions League nicht komplett investiert, um - wenn es notwendig ist - einen solchen Transfer realisieren zu können.
SPORT1: Können Sie auch bestätigen, dass Mario Götze über 2012 hinaus beim BVB bleibt?
Zorc: Das kann ich. Er hat Vertrag bis 2014. Alle Seiten, die bei dem Thema relevant sind, haben erklärt, dass er sich in Dortmund sehr wohl fühlt und hier auch seine weitere sportliche Zukunft sieht. Was in einigen Jahren ist, steht jetzt nicht zur Debatte.
SPORT1: Ist denn die Verpflichtung von Marco Reus auch ein Signal an Jürgen Klopp in Bezug auf dessen vorzeitige Vertragsverlängerung?
Zorc: Da bedarf es nicht eines solchen Transfers. Jürgen weiß ja, dass sich beide Seiten sehr wohl miteinander fühlen und dass wir ihn sehr langfristig an uns binden möchten. Wir kündigen jedoch nicht öffentlich an, wann die konkreten Gespräche darüber beginnen.
SPORT1: Borussia Dortmund steht als Tabellenzweiter nach der Hinrunde gut da. Was ist noch drin in der Rückrunde?
Zorc: Wir wollen so viele Punkte wie möglich holen. Unser primäres Saisonziel bleibt es, international zu spielen. Den Druck, dass wir den Titel verteidigen müssen, haben wir nicht. Den lassen wir uns auch nicht aufbürden, weil eben doch noch deutliche wirtschaftliche Unterschiede zwischen Bayern München und uns da sind. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, die solche Erfahrungen erst einmal verarbeiten muss. Aber wir sind auf einem sehr guten Weg.
SPORT1: Apropos Bayern: Ist denn die Verpflichtung von Marco Reus auch als langfristige Kampansage an die Bayern zu verstehen?
Zorc: Das ist keine Kampfansage an Bayern München, sondern eine Entscheidung pro Borussia Dortmund. Natürlich sind wir nicht mit einer guten Saison zufrieden, sondern wollen uns langfristig im oberen Tabellendrittel etablieren. Das ist unsere Aufgabe.
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