"Bei Hecking habe ich Verlässlichkeit"
Von Christian Paschwitz
München/Belek - Der 1. FC Nürnberg rüstet sich für die Rückrunde, zu deren Auftakt es gegen Hertha BSC geht (Sa., 15 Uhr im LIVE-TICKER).
Der Tabellen-15. baut dabei vor allem auf Hanno Balitsch, der nach seiner Suspendierung bei Bayer Leverkusen ablösefrei verpflichtet wurde. (BERICHT: Nürnberg schlägt zu: Balitsch wird "Clubberer")
Der Abwehrmann bangt wegen einer Oberschenkel-Blessur zwar um seinen Einsatz gegen die Bundeshauptstädter ( News).
Zum neuen Führungsspieler schwang sich Balitsch gegenüber SPORT1 allerdings bereits währen des Winter-Trainingslagers im türkischen Belek auf: "Ich bringe natürlich eine gewisse Erfahrung in diese junge Mannschaft mit ein", sagt der 31-Jährige im Interview.
SPORT1: Herr Balitsch, wie schön ist das Gefühl, wieder gebraucht zu werden?
Balitsch: Ich bin in Leverkusen auch gebraucht worden, so ist es ja nicht. Ich hatte da in der Mannschaft auch immer ein gutes Gefühl. Aber ich bin hier bei Nürnberg super aufgenommen worden, das ist keine Selbstverständlichkeit. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass ich hier reinpasse. Da war überhaupt kein Abtasten oder so: Ich hatte schon nach zwei Tagen das Gefühl, es wäre das vierte Trainingslager mit der Mannschaft.
SPORT1: Das wird Dieter Hecking freuen. Welche Rolle hat der Trainer für Sie gespielt, zum Club zu gehen?
Balitsch: Dieter Hecking war da sicherlich ein ganz entscheidender Punkt für mich. Die Gespräche mit ihm im Vorfeld waren sehr positiv, und ich weiß, was mich mit Dieter Hecking erwartet.
SPORT1: Was erwartet Sie denn - anders vielleicht als bei Robin Dutt in Leverkusen? (DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse)
Balitsch: Vor allem Verlässlichkeit. Ich weiß, wie Hecking seine Mannschaft führt, wie er seine Mannschaft auf dem Platz sehen will, was er sportlich von ihr erwartet. Ich weiß auch, wie er die Ansprachen macht, wie er mit den einzelnen Spielern umgeht. Ich habe ihn während meiner Zeit bei Hannover 96 gut kennengelernt. Und ich bin mit seiner Art sehr gut zurechtgekommen. Und auch umgekehrt: Hecking weiß, welchen Spieler er mit mir bekommt.
SPORT1: Und welchen Spieler bekommt er mit Hanno Balitsch?
Balitsch: Ich bin einer, der über den Kampf und Einsatz kommt, der im athletischen Bereich seine Stärken hat, und der auch schon den ein oder anderen Abstiegskampf mitgemacht hat. Insofern bringe ich natürlich eine gewisse Erfahrung in diese junge Mannschaft mit ein.
SPORT1: Was werden Sie am Ende der Saison erreicht haben mit dem Club?
Balitsch: Wir wollen versuchen, die Klasse zu halten. Und ich bin mit sicher, dass dem Club das diesmal schon frühzeitig gelingt, nachdem die Mannschaft zuletzt ja zwei Mal in die Relegation musste. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit unserer Qualität - vor allem wenn auch der ein oder andere angeschlagene Spieler zurückkommt - , nicht zittern müssen. Wir sind sicherlich stärker als drei, vier, fünf andere Mannschaften.
SPORT1: Nehmen Sie sich als Routinier da auch in die Pflicht?
Balitsch: Na klar. Und es gab auch viele Spieler, die in der Hinrunde verletzt gefehlt haben. Die nicht nur auf den Platz gefehlt haben, sondern auch in der Mannschaftführung. Aber Javier Pinola wird bald zurückkommen, Raphael Schäfer ist gerade erst zurückgekommen. An solchen Leuten kann sich dann der ein oder andere junge Akteur, der bisher vielleicht dem Duck nicht standhalten konnte, wieder aufrichten. Wohin das im positven Sinne führen kann, hat man ja letztes Jahr mit Platz sechs gesehen. Natürlich ist das jetzt eine andere Situation, ein anderer Druck. Aber wir müssen uns vor keinem verstecken.
SPORT1: Wie wichtig ist es, dass Pinola bleibt, der offenbar von CA Lanus umgarnt wird, einem argentinischen Erstligisten? ( Bericht: Wirbel um Pinola)
Balitsch: Ich habe mit Pino gesprochen, und er hat dabei überhaupt keinen Eindruck gemacht, den Club zu verlassen. Er hat sogar eher Signale ausgesandt, seinen Vertrag zu verlängern (bis Sommer 2013, Anm. d. Red.). Vielleicht will er irgendwann mal zurück will in die argentinische Heimat, aber das ist doch auch normal.
SPORT1: Beim Rückrundenstart geht es gegen Hertha BSC - ein dankbarer Kontrahent zum Aufgalopp?
Balitsch: Wir müssen auf uns schauen und nicht so viel nach links und nach rechts - das ist auch das Wichtigste im Abstiegskampf. Es klingt banal, aber: Wenn wir am Ende selbst genügend Punkte haben, steigen wir nicht ab.
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