Alle Augen auf Reus
Von Reinhard Franke
München - Es ist der Hit zum Rückrundenstart.
Mönchengladbach gegen Bayern München. Der alte Klassiker der 70er Jahre.
Es ist aber auch das Duell Marco Reus gegen den Rekordmeister.
Und so mancher möchte am Freitag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) nicht in der Haut von Reus stecken.
Überragende Vorrunde
Dank einer überragenden Vorrunde, der besten seit 35 Jahren für die Gladbacher, spielte sich vor allem Reus in den Fokus der Top-Klubs.
Der Rest ist bekannt. Zur neuen Saison wechselt Gladbachs Shootingstar zu Borussia Dortmund, hat beim Deutschen Meister einen Vertrag bis 2017 unterschrieben.
Auch die Bayern buhlten um die Dienste von Reus.
Bayern nicht begeistert
Am Ende vergeblich. Klar ist: Dass sich der Nationalspieler für den BVB entschieden hat, ist in München gar nicht gut angekommen.
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge meinte zuletzt süffisant:
"Er hat sich für Dortmund entschieden, und das ist aus seiner Sicht auch einfacher."
Auch Arjen Robben stichelte: "Vielleicht hat Reus Angst, dass er bei uns nicht spielt."
Dazu passten die Gerüchte, dass der Umworbene eine Stammplatzgarantie gefordert haben soll. Dies wies der sein Berater aber zurück.
"Es zeigt, dass sie schwer getroffen sind"
"Die Bayern waren diejenigen unter den vielen Vereinen, die Marco gejagt haben, die sich öffentlich am klarsten positioniert haben", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl.
"Dass sie nun so sticheln, zeigt, dass sie von seiner Entscheidung schwer getroffen sind."
Eberl will das Thema aber nicht weiter unnötig anheizen. Er sagt: "Für uns ist das Spiel am Freitag wichtig, darauf liegt unser Hauptaugenmerk."
Das wird schwer genug, denn der Rekordmeister will Revanche will für die 0:1-Niederlage im Hinspiel in der Allianz Arena.
Favre: "Spielen quasi gegen die Nationalmannschaft"
"Wir spielen quasi gegen die Nationalmannschaft", warnte Gladbachs Coach Lucien Favre.
Die Gastgeber dagegen haben nur einen aktuellen DFB-Auswahlspieler in ihren Reihen: Marco Reus.
Entsprechend groß ist die Spannung, ob die 17,1 Millionen Euro Ablöse der Dortmunder eine Last für den 22- Jährigen sein werden.
Und vor allem: Wie skeptisch werden die Blicke der enttäuschten "Fohlen"-Fans sein.
Hanke und Eberl überzeugt von Reus
"Marco Reus hat viel für den Verein geleistet, ich glaube nicht, dass da irgendwelche Pfiffe kommen werden", meinte jedoch Teamkollege Mike Hanke.
Auch Eberl ist überzeugt von seinem Star.
"Ich hoffe, dass Marco nicht überdreht, weil er es den Bayern unbedingt zeigen will. Er wird die Rückrunde mit großer Leidenschaft spielen und der Spieler bleiben, der auch eine Partie gegen Bayern alleine entscheiden kann."
Und was sagt Reus selber? "Nicht nur ich, das ganze Team freut sich auf den Auftakt. Wir sind fokussiert und top vorbereitet", so Reus.
Versöhnliche Töne
Die Sticheleien aus München sind für Reus kein Thema. Und pünktlich vor dem Duell gibt es sogar versöhnliche Töne.
"Dass sich Reus für den BVB entschieden hat, ist okay", sagte Bastian Schweinsteiger, "hier ist keiner böse."
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