Keine Geschenke für die alte Liebe
Vom FC Bayern berichtet
Tobias Wiltschek
München - Mit Bastian Schweinsteiger, aber ohne nostalgische Gefühle reist Bayern-Trainer Jupp Heynckes zum Rückrunden-Auftakt nach Mönchengladbach (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).
Bei der Borussia, mit der er als Spieler viermal Deutscher Meister wurde, wollen die Bayern den Grundstein für eine erfolgreiche Titeljagd legen.
Da kommt es dem Trainer gerade recht, dass sich sein Führungsspieler nach leichten Kniebeschwerden rechtzeitig fit gemeldet hat.
"Bastian Schweinsteiger kann nicht nur spielen, sondern hat bei den beiden letzten Einheiten auch sehr gut trainiert", sagte Heynckes:
"Er ist der Spieler, bei dem unsere Fäden zusammenlaufen."
Nun brauche der Antreiber im Mittelfeld nur noch Spielrhythmus und harte Wettkämpfe (BERICHT: Schweinsteiger brennt auf Comeback).
Heynckes erwartet "heißen Kampf"
Einen harten Fight erwartet der 66-Jährige auch gegen das Überraschungsteam der Hinrunde, das bei einem Sieg bis auf einen Punkt am Rekordmeister dran wäre (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).
"Das wird nicht so einfach", ahnt Heynckes.
"Die Borussia hat sehr wenig Gegentreffer hinnehmen müssen. Sie sind unangenehm zu spielen. Deswegen müssen wir uns auf einen heißen Kampf gefasst machen."
"Aus Dornröschenschlaf erwacht"
Der gebürtige Mönchengladbacher freut sich zwar darüber, dass sein ehemaliger Verein "aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist", weiß aber auch:
"Da wird höchstwahrscheinlich wieder die alte Rivalität aufbrechen."
Umso konzentrierter habe sich seine Mannschaft auf den Rückrunden-Start vorbereitet, zumal sie nach der 0:1-Pleite gegen Gladbach zu Saisonbeginn Wiedergutmachung betreiben will.
"Im Training in dieser Woche war viel Zündstoff und viel Aggressivität drin", versicherte Heynckes und kündigte an: "Wir müssen nach Mönchengladbach fahren, um das Spiel zu gewinnen."
Drei gegen Einen
Dass auf der anderen Seite mit Marco Reus der Spieler der Hinrunde steht - unter anderem mit der besten Durchschnittsnote im SPORT1-Bundesliga Manager - ,stört den Coach der Bayern wenig.
"Was soll ich mir darüber Gedanken machen?", fragte er beim Pressetermin rhetorisch in die Runde.
Schließlich verfüge man mit Arjen Robben, Thomas Müller und Mario Gomez selbst über eine großartige Offensive.
Auch die Niederlage der Bayern im Transferpoker um Reus bedauert Heynckes nicht. Er begrüßt es sogar, dass sich Reus für Borussia Dortmund entschieden hat:
"Ich finde, das war aus seiner Sicht eine gute Entscheidung. Er hat es unter Umständen in Dortmund viel leichter, in die Mannschaft zu kommen als beim FC Bayern."
"Herrmann kann ein Großer werden"
Davon abgesehen hält er auf einen anderen Gladbacher mindestens genauso große Stücke wie auf den Nationalspieler.
"Patrick Herrmann ist ein ganz großes Talent. Wenn er so weiter spielt, könnte er einmal ein ganz großer Spieler werden."
Zu einem großen Star wollten die Bayern auch ihren Brasilianer Breno formen. Der produziert derzeit jedoch nur negative Schlagzeilen.
Kranker Breno lässt sich tätowieren
Nachdem er sich zu Wochenbeginn per Twitter über seine angebliche Benachteiligung bei den Bayern beschwert hatte, ließ sich der Verteidiger trotz Krankschreibung und erhöhter Entzündungswerte den Arm tätowieren.
Heynckes zeigt sich dennoch weiter nachsichtig. "Es ist nicht der Zeitpunkt, auf den Jungen einzudreschen", sagte er.
Breno, gegen den nach wie vor wegen schwerer Brandstiftung ermittelt wird, mache eine ganz schwierige Phase durch:
"Er darf es aber nicht überstrapazieren. Breno braucht aber sicher eher Hilfe und Unterstützung als Strafe."
Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren
Zurück zur Startseite


