

"Wir werden uns jetzt nicht ausruhen"
Aus Mönchengladbach berichtet Mathias Frohnapfel
Mönchengladbach - Zweimal stand Patrick Herrmann Nationalkeeper Manuel Neuer gegenüber. Zweimal behielt der Gladbacher Jungspund die Nerven.
"Das erlebt man nicht alle Tage", kommentierte Herrmann gewitzt nach seinem Doppelpack zum 3:1-Erfolg über den FC Bayern. ( NACHBERICHT: Katzenjammer bei den Bayern)
Der Gladbacher Flügelflitzer war bei jedem Tor seinem Gegenspieler entwischt, keinem Geringeren als dem Münchner Kapitän Philipp Lahm.
Mit seinem Saisontoren vier und fünf wird der 20-Jährige immer wichtiger für die "Fohlen"-Elf, zumal er auch schon fünf Treffer vorbereitete. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
Im SPORT1-Interview spricht Herrmann über Gladbachs Lauf, die Gründe für den Sprung bis auf Tabellenplatz 2 und den Ehrgeiz von Trainer Lucien Favre.
SPORT1: Herr Herrmann, Ihre Mannschaft hat gegen Bayern nach der Führung sehr gut verteidigt und auch dank Ihres Doppelpacks die Partie für sich entschieden. Wie hat das Team es geschafft, in solch einer wichtigen Begegnung die Ruhe zu bewahren?
Patrick Herrmann: Wir haben unser Spiel gut durchgezogen, es den Bayern schwer gemacht. Natürlich hatten die Bayern mehr Ballbesitz, das war auch zu erwarten. Wir haben wenige Chancen zugelassen und unsere genutzt. Das hat den Unterschied gemacht.
SPORT1: Inwiefern hat Trainer Lucien Favre vor der Partie betont, wie wichtig gegen den FCB die Defensive werden würde?
Herrmann: Ich denke, wir haben auch schon in den Spielen zuvor sehr gut gestanden, wenig zugelassen so wie diesmal. Natürlich war es gegen Bayern nicht einfach, immer konzentriert zu spielen, aber wir haben es ganz gut gemacht.
SPORT1: Ihr Trainer Favre ist oft selbst nach Siegen nicht rundum zufrieden. Selbst bei einem Einwurf kann es ihm in der Coachingzone nicht schnell genug gehen. Geht ihm Perfektion über alles?
Herrmann: Das trifft ganz gut auf ihn zu, er ist ein Perfektionist und fiebert bei jedem Spiel an der Außenlinie mit, egal, wie es steht. Das macht ihn aus.
SPORT1: In der Winterpause beherrschte das Thema Marco Reus und sein Wechsel zu Dortmund alles. Hat sich die Mannschaft davon beeinflussen lassen?
Herrmann: Nein, wir sehen auch keinen Grund dazu. Natürlich war es ein Thema in der Mannschaft, als wir von Marco und Roman (Neustädter, Anm. d. Red.) erfahren haben, dass sie uns verlassen. Jetzt konzentrieren wir uns aber nur noch auf Borussia.
SPORT1: Was macht Sie zuversichtlich, dass Gladbachs Höhenflug weitergehen könnte?
Herrmann: Dass wir die Spiele nicht unverdient gewinnen. Wir spielen guten Fußball, stehen hinten gut, das macht mich zuversichtlich.
SPORT1: Sie sind ein junger Spieler, der in Gladbach einen großen Schritt gemacht hat, schon 15 Ligaspiele in dieser Saison absolviert hat. Woran liegt Ihre gute Entwicklung?
Herrmann: Ich würde sagen, an den Einsatzzeiten. Ich fühle mich ganz wohl, komme von Spiel zu Spiel besser ins Team. Wenn man spielt, kennt man auch die Laufwege der anderen besser. Das zu simulieren, ist sonst immer schwer.
SPORT1: Ist es nur eine Frage des Selbstvertrauens oder geht es da auch um den Teamgeist?
Herrmann: Um beides. Wenn man spielt, lernt man die Mitspieler besser kennen, das kann man im Training so nicht nachstellen.
SPORT1: Ist Gladbach denn nach dem Sieg über Bayern schon eine Spitzenmannschaft?
Herrmann: Wir sind froh über die Spiele, die wir gut absolviert haben. Aber auch aus der Partie gegen Bayern findet man Sachen, die man besser machen kann. Wir werden uns jetzt auf Stuttgart einstellen und uns nicht ausruhen.
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