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Timo Hildebrand wurde mit dem VfB Stuttgart 2007 Deutscher Meister © getty

Der Trainer von Herbstmeister Hoffenheim glaubt ohne himmlischen Beistand nicht an den Titel. Willy Sagnol droht das Karriereende.

Von Matthias Becker

München - Es gab nur eine Sache, vor der die unbeugsamen Gallier in den Asterix-Comics Angst hatten:

Die Bewohner des kleinen Dorfes das der Großmacht Rom erfolgreich Widerstand leistete, fürchteten sich lediglich, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte.

Dem kleinen unbeugsamen Dorf Hoffenheim könnte nach Meinung von Trainer Ralf Rangnick eben jenes Naturphänomen zum Triumph über die Großmacht Bayern München verhelfen.

"Wenn nicht der Himmel auf die Köpfe der Mannschaften fällt, wird Bayern Deutscher Meister", sagte Rangnick nach dem Trainingsauftakt des Herbstmeisters.

Hildebrand will wieder angreifen

Ein bisschen nachhelfen könnten die Hoffenheimer dem Schicksal bei aller Tiefstapelei schon. Wichtiger Faktor könnte dabei Neuzugang Timo Hildebrand werden.

Und der ist heiß auf seine neue Aufgabe. "Ich bin topvorbereitet gekommen, habe zwei Kilo abgenommen und bin auf meinem Kampfgewicht von 79 Kilo", sagte Hildebrand.

Die verbalen Spitzen aus München (Beckenbauer sieht Hoffenheimer "Größenwahn") hält der ehemalige Nationaltorhüter für übliche Spielchen.

Er will sich derweil mit guten Leistungen auch wieder für die DFB-Elf empfehlen: "Beim Thema Nationalmannschaft gehe ich davon aus, dass die Leistung entscheidet. Ich werde alles geben, um mich wieder heranzukämpfen."

Sport1.de hat weitere Nachrichten aus den Vorbereitungslagern der Bundesligisten zusammengefasst:

Enke zurück im Training

Ein potenzieller Hildebrand-Konkurrent meldete sich unterdessen zurück: Angeführt vom genesenen Robert Enke (Spielerporträt) hat Hannover 96 die Vorbereitung auf die Rückrunde der Bundesliga aufgenommen.

Der Nationaltorhüter war zuletzt aufgrund eines Kahnbeinbruches rund drei Monate ausgefallen und hatte bisher nur sieben Saisonspiele bestreiten können. Zum Start der Rückserie am 31. Januar gegen Schalke 04 soll der Keeper zwischen die Pfosten des 96-Tores zurückkehren.

Beim Trainingsauftakt konnte Coach Dieter Hecking bis auf Altin Lala (Bandscheiben-Operation) und Valerien Ismael (Knochenödem im Knie) alle Profis zum Laktattest begrüßen. Jan Schlaudraff (Knieprobleme) und Vinicius (Rückenbeschwerden) werden wegen ihrer Blessuren in den kommenden Tagen aber wohl nur ein dosiertes Programm absolvieren.

Sagnol droht Karriereende

Bayern-Außenverteidiger Willy Sagnol (Spielerporträt) droht wegen einer Verletzung an der Achillessehne das Karriereende. "Es sieht sehr schwierig aus. Die Verletzungsstelle macht nicht so richtig mit. Er will sich mit Spezialisten besprechen, ob es noch geht", sagte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann am Rande in Dubai.

Der 31 Jahre alte Sagnol musste auf das dort stattfindende Trainingslager des Rekordmeisters verzichten. "Er könnte nicht mittrainieren, er kann nicht mal joggen und hat ständig Schmerzen", beschrieb Klinsmann den Gesundheitszustand des französischen Nationalspielers.

Nach dem Aufenthalt in Dubai wollen sich die Verantwortlichen des FC Bayern mit Sagnol treffen, um die Situation zu erörtern. "Wir haben ihm Zeit gegeben. Ich bedauere das unglaublich. Diese Verletzungsgeschichte geht schon lange und hat auch bei Willy ihre Spuren hinterlassen", sagte Klinsmann.

Seit August 2008 außer Gefecht

Sagnol, dessen Vertrag beim FC Bayern noch bis 2010 läuft, war Anfang August 2008 an der Achillessehne operiert worden und hat seitdem nicht mehr für den FC Bayern gespielt. Der Abwehrspieler, der schon zuvor einige Male mit schweren Verletzungen zu kämpfen hatte, konnte oft nicht einmal gezieltes Aufbautraining betreiben.

Schon im Dezember hatte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erklärt, dass es bei Sagnol "leider nicht gut" ausschauen würde: "Die vielen Verletzungen und Operationen - das nervt ihn. Es würde mich nicht überraschen, wenn er irgendwann ganz einfach sagt, dass er nicht mehr will und kann."

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