

Mainz feiert seine Helden
Von Reinhard Franke
München - Nach Abpfiff feierte Adam Szalai mit den Fans auf dem Zaun.
Die Erleichterung war dem Ungar nach seinem gelungenen Startelf-Comeback deutlich anzusehen.(DIASHOW: Der 19. Spieltag)
Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Szalai einen Kreuzbandriss erlitten, nun feierte er mit der Mannschaft den 3:1-Sieg gegen den SC Freiburg ( Bericht).
"Es war natürlich ein ganz anderes Gefühl als vor einem Jahr", freute sich Szalai nach Abpfiff: "Dazu noch drei Punkte, das ist einfach sehr schön." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
Zumal die Rheinhessen einen ganz wichtigen Erfolg im Tabellenkeller feierten.
"Es war ein ganz wichtiges Spiel, wir waren knapp vor den letzten Drei und es war einfach wichtig so zu spielen wie in Leverkusen in der zweiten Halbzeit", erklärte Szalai, der in der vergangenen Woche gegen die Werkself noch zur Pause eingewechselt wurde.
Heidel schwärmt von Rückkehrer Szalai
Der Mainzer Manager Christian Heidel war begeistert von der Leistung des Rückkehrers.
"Es gab nicht wenige Menschen, die geglaubt haben, dass der nie wieder kommt nach der fürchterlichen Verletzung. Er hat sich ran gekämpft und es war auch für ihn ein ganz besonderer Moment hier im eigenen Stadion wieder aufzulaufen", erklärte Heidel.
"Der Junge ist für uns einfach Gold wert. Das ist so ein Typ, der die Mainzer Mentalität zeigt und da springt der Funke auch auf die Mannschaft über und im Stadion", freute sich der 05er-Manager.
Tuchel lobt Choupo Moting
Allerdings stand Szalai nicht alleine im Zentrum des Jubels.
Der 22 Jahre alte Angreifer Eric Maxim Choupo-Moting brachte die Mainzer mit einem frühen Doppelpack (3./17.) auf die Siegerstraße, Eugen Polanski erzielte das zwischenzeitliche 2:0 (6., Foulelfmeter).
Angesichts des Blitzstarts war auch der Mainzer Trainer Thomas Tuchel hoch zufrieden.
"Wir haben extrem gut angefangen und waren sofort präsent. Nach 17 Minuten war das Spiel entschieden", erklärte Tuchel: "Danach hat man gesehen, wie schwer man sich tut, wenn ein Spiel so frühzeitig entschieden ist. Wir hatten genügend Chancen, auch noch den vierten Treffer zu machen, so aber blieb bis zuletzt ein leichtes Kribbeln."
Ein Sonderlob hatte Tuchel für Choupo-Moting parat: "Maxim hat ein sehr gutes Spiel gemacht. So wie wir uns das wünschen."
Und Heidel fügte an: "Der Junge spielt eine sehr gute Saison. Er ist neu gekommen und war nicht überall Stammspieler. Er hat jetzt sechs Tore gemacht in den 19 Spielen und heute eine überragende erste Halbzeit gespielt."
Streich: "So ist das Leben"
Der neue Freiburger Coach Christian Streich hingegen muss sich wie im falschen Film vorgekommen sein.
Nach etwas mehr als einer Viertelstunde lag seine Mannschaft bereits mit drei Toren zurück, außerdem mussten die Freiburger nach einer Roten Karte gegen Fallou Diagne nach einer Notbremse, die zu Polanskis Elfmetertor führte, ab der sechsten Minute mit einem Spieler weniger auskommen.
"Es tut mir leid, dass die Jungs so hart bestraft wurden. Aber so ist das Leben", klagte der Coach des Tabellenschlusslichts nach Abpfiff.
Freiburg-Sportdirektor Dirk Dufner konnte der Niederlage immerhin noch Positives abgewinnen: "Die Enttäuschung war nach sechs Minuten groß, da war das Spiel quasi gelaufen. Aber wie sich die Mannschaft danach verkauft hat, war aller Ehren wert."
Tolle Freiburger Moral
Tatsächlich ließ sich der Sportclub nach dem 0:3 nicht hängen.
"Wenn man bedenkt, dass wir fast die ganze Spielzeit mit einem Mann weniger gespielt haben, ist das schon enorm. Wir werde nach dieser Niederlage wieder aufstehen", sagte Cedric Makiadi.
Aber während Mainz nach fünf Partien ohne Sieg wieder einen Erfolg feierte und auf den zwölften Rang kletterte, verpasste der SC trotz toller Einstellung seine große Chance auf einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf.
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