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Neuanfang: Vedad Ibisevic erzielte für 1899 Hoffenheim in 123 Spielen 48 Tore © getty

Im SPORT1-Interview spricht der Neu-Stuttgarter Vedad Ibisevic über die heikle Lage beim VfB, seine Ziele und den Titelkampf

Von Reinhard Franke

München - Vedad Ibisevic gehörte in der Saison 2008/09 in Hoffenheim zu den Himmelstürmern in der Bundesliga.

In der Premiere-Saison der Kraichgauer erzielte der Bosnier in der Hinrunde überragende 18 Tore, dann setzte ihn ein Kreuzbandriss außer Gefecht.

An diese Form konnte der 27-Jährige nach seiner Verletzung nie mehr anknüpfen.

Trotzdem zahlte der VfB Stuttgart mitt 5,5 Millionen Euro eine der höchsten Ablösesummen in der Winterpause, um mit dem Nationalstürmer die Offensive zu verstärken. (492198DIASHOW: Die Wechselbörse)

Sein Debüt für die Schwaben ging beim 0:3 zu Hause gegen Gladbach (Bericht) allerdings gründlich daneben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bei SPORT1 spricht Ibisevic über die ungemütliche Lage in Stuttgart, seine eigenen Ziele und den Titelkampf in der Liga.

SPORT1: Herr Ibisevic, Ihren Einstand hätten Sie sich sicherlich anders vorgestellt, oder?

Vedad Ibisevic: Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass es zu meinem Einstand einen Sieg gibt. Jetzt kann man nichts mehr daran ändern. Es war ein schweres Spiel gegen einen guten Gegner. Jetzt geht es darum, uns auf das nächste Spiel in Leverkusen zu konzentrieren.

SPORT1: Haben Sie am Sonntag gegen den kommenden Meister gespielt?

Ibisevic: Die Borussia hat einen richtig guten Lauf. Aber es gibt auch andere gute Mannschaften an der Spitze wie die Bayern, Dortmund und Schalke. Das Spiel am Sonntag war natürlich perfekt für Gladbach. Mit dem Führungstor konnten sie prima auf Konter spielen, das lief optimal für sie.

SPORT1: Wer ist Ihr Favorit auf die Meisterschaft?

Ibisevic: Ich denke, das Dortmund und Gladbach momentan besser spielen als die Bayern. Aber die darf man nie abschreiben. Es wird vor allem ein Zweikampf zwischen Bayern und dem BVB. Aber wie Gladbach gerade spielt, muss man die auf dem Zettel haben. Auch Schalke darf man nicht vergessen, die haben eine gute Mannschaft.

SPORT1: Wie zufrieden waren Sie mit Ihrer eigenen Leistung?

Ibisevic: Ein Stürmer ist nur dann zufrieden, wenn er trifft und wenn die Mannschaft gewinnt. Ich habe viel gearbeitet und bin viel gelaufen, aber die Bälle sind noch nicht richtig gekommen und auch meine Laufwege waren natürlich nicht alle perfekt.

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SPORT1: Wie lief sonst bislang Ihre Eingewöhnung beim VfB?

Ibisevic: Es war okay. Es ging schnell, ich habe mich die ersten zwei Tage umgeschaut, wie alles funktioniert, aber die Jungs und die Leute im Verein haben es mir einfach gemacht.

SPORT1: Wie haben Sie die Fans angenommen? Hoffenheim und Stuttgart pflegen jetzt nicht unbedingt eine Fan-Liebe.

Ibisevic: Der Empfang war gut und ich hoffe einfach, dass ich die Fans mit Toren glücklich machen kann.

SPORT1: Das wird nötig sein. Im Umfeld des VfB herrscht nach vier Niederlagen in Folge Alarmstimmung. Wie sehen Sie die aktuelle Situation?

Ibisevic: Dass wir alle wach werden müssen, ist jedem klar. Aber man darf keine Angst haben. Es ist auch klar, dass das Selbstvertrauen nicht da ist, wenn man so lange nicht gewonnen hat. Wir müssen schauen, das wieder zurückzugewinnen. Mit kleinen Schritten. Wir müssen gut arbeiten und uns als Mannschaft wieder besser präsentieren.

SPORT1: Ihr Kollege beim VfB, Cacau, hatte sicher Bauchschmerzen, als er hörte, dass Sie kommen. Er hatte zuletzt keine leichte Zeit im Verein, wurde sogar nicht mehr in den Mannschaftsrat gewählt. Wie ist er Ihnen begegnet?

Ibisevic: Es war ganz normal. Er ist ein netter Kerl und ein sehr guter Spieler. Wir haben uns auch im Training super verstanden, ich sehe da gar kein Problem zwischen uns.

SPORT1: Probleme gibt es aber bei Ihrem Ex-Verein Hoffenheim. Sind Sie froh, da rechtzeitig gegangen zu sein?

Ibisevic: Darüber denke ich gar nicht nach. Ich spiele jetzt beim VfB und tue alles dafür, um mich schnell in die Mannschaft zu integrieren.

SPORT1: Aber Hoffenheim war doch eine wichtige Zeit in Ihrer noch jungen Karriere?

Ibisevic: Klar, wir haben damals viel Spaß gehabt und es war eine sehr schöne Zeit, aber mit meinem Wechsel ist das Thema beendet.

SPORT1: Trauen Sie sich nochmal eine solche Form zu wie im ersten Halbjahr nach dem Aufstieg, als Sie in 17 Spielen 18 mal trafen?

Ibisevic: Das ist eine Weile her. Damals haben wir auch einen super Lauf mit der Mannschaft, da hat alles gepasst. Da haben wir von hinten bis vorne traumhaft gespielt und für einen Stürmer war es natürlich optimal. Nur blicke ich nicht mehr zu der Zeit zurück, man muss auf die Situation jetzt schauen.

SPORT1: Wollten Sie eigentlich nur in der Bundesliga wechseln oder war auch das Ausland interessant für Sie?

Ibisevic: Ich wollte in Deutschland bleiben, weil ich mir hier wohl fühle und mir die Bundesliga Spaß macht. Natürlich gab es andere Angebote, aber hier gefällt es mir am besten.

SPORT1: Die Grundlage, um erfolgreich zu sein. Wie viele Tore wollen Sie für den VfB schießen?

Ibisevic: Ich setze mich nicht unter Druck, will mit der Mannschaft raus aus der Situation und die Qualität, die in der Truppe steckt, jede Woche abrufen. Es geht nur darum Punkte zu holen.

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