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Jerome Boateng wechselte im Sommer 2011 von Manchester City zum FC Bayern München © imago

Der FCB-Abwehrspieler rudert nach seiner Kritik zurück. Ivica Olics Abschied rückt näher, er äußert sich auch zum Trainer.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die Einsicht kam mit etwas zeitlichem Abstand.

Nach dem 2:0-Sieg über den VfL Wolfsburg hatte Jerome Boateng über die Bayern-Fans gemosert, jetzt hat sich der FCB-Verteidiger dafür entschuldigt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Es wäre besser, wenn sie uns in einer schweren Phase anfeuern würden, anstatt zu pfeifen", grummelte der 23-Jährige noch am Samstag über den Anhang.

Der hatte schon nach einer halben Stunde die etwas verkrampfte Darbietung mit herzhaften Pfiffen quittiert (Spielbericht) .

"Das ist man in München ja gewohnt", kommentierte Boateng und machte sich so gewiss keine neuen Freunde 512027(DIASHOW: Der 19. Spieltag).

"Das war blöd"

"Den Spruch, dass man das ja in München gewohnt sei, hätte ich mir sparen können", sagte er nun reumütig der "Bild".

"Das war blöd und tut mir leid."

Aus seiner Sicht erwarten die Fans "zurecht viel von uns. Aber ich bleibe dabei, dass Pfiffe nach 30 Minuten nicht sein müssen. Es wäre schön, wenn sie uns im Spiel anfeuern und danach ihr Urteil fällen".

Mit etwas Abstand kann Boateng auch seine eigene Reaktion erklären.

"Es war kein leichtes Spiel. Wir standen stark unter Druck, mussten siegen", beschrieb er die Ausgangslage nach der 1:3-Niederlage gegen Gladbach.

Und am Mittwochnachmittag sagte er zum Thema auf SPORT1-Nachfrage:

"Es geht nicht darum, dass die Erwartungen zu hoch sind. Man kann auch nach dem Spiel pfeifen, aber nicht nach 30 Minuten."

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Ausfälle lassen Boateng kalt

Den Münchnern glückte der erhoffte Sieg über Wolfsburg, nun gilt es für Boateng die eigenen Ansprüche auch mit ansprechenden Leistungen zu untermauern - am besten schon am Samstagabend in Hamburg.

Die Abwehr sieht Boateng dafür gerüstet, obwohl Daniel van Buyten mit Mittelfußbruch ausfällt und Rafinha gelbgesperrt fehlt.

"Wir haben genug Qualität, um das aufzufangen", befand Boateng.

Mehr Biss gefordert

Auch offensiv will Bayern zulegen. Wie das gehen soll? "Wir müssen hungriger sein und unsere Stärken ausbauen. Wir müssen Lösungen finden", fordert der Nationalspieler.

Eventuell trägt er sogar selbst mit einem Treffer dazu bei, ansonsten droht Boateng bei seinem Ex-Klub das 100. Bundesliga-Spiel ohne Torerfolg.

Auch für einen Abwehrspieler kein schönes Jubiläum.

Dazu passt, dass Boatengs Vorderleute zuletzt nicht geglänzt haben, das Offensivspiel seltsam gehemmt wirkte.

Verletzungssorgen vor dem HSV-Spiel

Die Bayern wollen daran arbeiten, allerdings mussten am Dienstag sowohl Bastian Schweinsteiger als auch Flügelflitzer Arjen Robben auf das Mannschaftstraining verzichten.

Schweinsteiger hat weiterhin Knieproblemem, den Niederländer zwickte ein Muskel.

Und Robben fehlte auch am Mittwoch überraschend beim Vormittagstraining des FC Bayern. Doch nicht wie befürchtet eine erneute Verletzung war der Grund für die Zwangspause des Niederländers.

Vielmehr musste Robben seine hochschwangere Ehefrau am Morgen ins Krankenhaus bringen, allerdings gaben die Ärzte dort Entwarnung.

Die Geburt des dritten Kindes lässt noch etwas auf sich warten. Am Nachmittag sollte der Offensivspieler die Einheit nachholen.

Allerdings musste Franck Ribery wegen Rückenbeschwerden zum Teamarzt und Breno absolvierte aufgrund von Knieproblemen Einheiten im Kraftraum.

Olic redet Tacheles - und will weg

Derweil gehen bei Bayern die Zukunftsplanungen weiter.

Laut "Sport Bild" hat sich Angreifer Ivica Olic endgültig für einen Abschied im Sommer entschieden.

Der Vertrag des Kroaten läuft aus und er sieht selbst wohl kaum Möglichkeiten, länger bei Bayern zu bleiben.

"Ich bin nun topfit, der Trainer kann nicht sagen, dass er mich nicht aufstellt, weil mir noch Prozente fehlen", stellte Olic fest.

Angeblich wird der bissige Stürmer daher im Sommer nach Wolfsburg wechseln.

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