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Felix Magath (r.) führte den VfL Wolfsburg 2009 zur deutschen Meisterschaft © getty

Wolfsburgs Boss Felix Magath wird mit acht Zugängen schon traditionell "Wintertransfermeister" und steht kurz vor einer Bestmarke.

Von Julian Buhl und Christoph Lother

München/Wolfsburg - Nach knapp einer Stunde verließ Felix Magath den Trainingsplatz - seine Mannschaft musste die Einheit ohne ihren Cheftrainer zu Ende absolvieren.

Der Coach des VfL Wolfsburg war anderweitig gefordert - und zwar in seinen Funktionen als Manager und Geschäftsführer, die Felix Magath beim VfL bekanntlich in Personalunion ausfüllt.

Der letzte Tag des nun geschlossenen Winter-Transferfensters der Bundesliga war für Magath jedenfalls ein äußerst arbeitsreicher. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Drei seiner zuletzt nicht mehr berücksichtigten Spieler hat Magath zum letztmöglichen Termin noch abgegeben: 492198(DIASHOW: Winter-Wechselbörse)

Trio geht, Helmes bleibt

Srdjan Lakic, Ja-Cheol Koo und Sotirios Kyrgiakos haben den Verein verlassen und wurden jeweils bis zum Saisonende ausgeliehen. Lakic wechselt nach Hoffenheim, Koo zum FC Augsburg und Kyrgiakos nach England zum FC Sunderland.

Der seit November zur zweiten Mannschaft verbannte Patrick Helmes gehört formell nach wie vor zu dem laut offizieller Homepage nun 35 Spieler großen Wolfsburg-Kader.

Der von Helmes angestrebte Wechsel zu Zweitligist Eintracht Frankfurt ist offenbar an der zu hohen Ablöseforderung Magaths gescheitert.

Barrios-Wechsel geplatzt

Die größere Überraschung ist allerdings eher, dass Magath seinen insgesamt acht Neuzugängen keinen weiteren mehr hinzugefügt hat. 510292(DIASHOW: Zeugnis der Winterzugänge)

Der Titel des "Wintertransfermeisters", den der 58-Jährige fast schon traditionell erringt, war Magath ohnehin mit neuerlichen Ausgaben von rund 30 Millionen Euro sicher.

Magaths Bemühungen um Borussia Dortmunds Ersatzstürmer Lucas Barrios und den chilenischen Angreifer Carlos Munoz kamen offenbar zu spät und nicht mehr zum Abschluss.

[kaltura id="0_ywt35hgz" class="full_size" title="Lakic wechselt nach Hoffenheim"]

Mandzukic bleibt beim VfL

Nötig waren die Verstärkungen in der Offensive auch deshalb nicht unbedingt, weil Wolfsburgs abwanderungswilliger Top-Torjäger Mario Mandzukic beim VfL bleibt. 512027(DIASHOW: Der 19. Spieltag)

"Er ist sehr wichtig für uns, weil er ein Mannschaftsspieler ist und für die anderen arbeitet. Er ist ein sehr wichtiger Baustein in unserem System", sagte Sturmkollege Sebastian Polter zu SPORT1.

"Mit seiner ganzen Wucht und Dynamik hilft Mario unserem Spiel sehr. Er kann Spiele auch ganz allein entscheiden", beschreibt auch Christian Träsch den Stellenwert des mit acht Treffern besten Torschützen in der Mannschaft.

Magaths Rüttelsieb-System

Ein System bei Magaths Wechselspielen erschließt sich zumindest nicht auf den ersten Blick.

Magath sei einer, der 40 Spieler auf ein Rüttelsieb lege und schaue, wer danach noch übrig ist, bemühte sich zuletzt ein nicht genannter Bundesliga-Managerkollege in der "Abendzeitung" zumindest um eine ebenso provokante wie plakative Beschreibung.

Zu Magaths Verteidigung muss allerdings auch darauf verwiesen werden, dass er mit jener Personalpolitik Wolfsburg 2009 zur Meisterschaft und den FC Schalke 2010 auf Platz zwei geführt hat. Auch Spieler wie Edin Dzeko oder Grafite sind dabei in seinem "Sieb" hängen geblieben.

Magath winkt Spielerrekord

Fakt ist, dass Magath mit dem nächsten Einsatz eines seiner drei bislang noch nicht berücksichtigten Einkäufe einen neuen Bundesligarekord aufstellen würde:

Slobodan Medojevic, Ferhan Hasani oder Ibrahim Sissoko: Einer von ihnen wird nämlich schon der 36. Profi sein, der beim VfL in dieser Saison zum Einsatz kommt.

Das System von Magaths Einkaufspolitik wird in der Rückrunde ebenso auf der Probe stehen, wie seine Fähigkeit, aus einer Ansammlung von größtenteils unbekannten Einzelspielern ein Team zu formen.

Belastungsprobe der Zweckgemeinschaft

An den ersten beiden Rückrundenspieltagen (Bericht: Wolfsburg verliert in München) habe man schon "gesehen, dass wir ganz gut miteinander harmonieren", behauptet zumindest Polter. "Wir werden im Training natürlich tagtäglich daran arbeiten, dass das Zusammenspiel noch besser funktioniert."

Viel Zeit dafür bleiben Wolfsburg und Magath nicht. Denn schon am Samstag (ab 15:00 Uhr im LIVE-TICKER) kommt mit Borussia Mönchengladbach eine harte Belastungsprobe auf die Wolfsburger Zweckgemeinschaft zu.

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