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Klaus Toppmöller (l.) holte mit Michael Ballack 2002 drei Vize-Titel © getty

Die Causa Ballack spaltet die Liga. Der Ex-"Capitano" bleibt in Leverkusen - und bekommt Unterstützung von seinem früheren Coach.

Von Reinhard Franke

München - Jetzt bleibt er also doch.

Michael Ballack ist weiter das alles beherrschende Thema bei Bayer Leverkusen.

Und wird es wohl auch weiter bleiben.

Zuletzt sah es noch danach aus, dass der Ex-"Capitano" den Verein verlassen wird.

Doch nach dem Ende der Wechselfrist ist Ballack immer noch da.

Am Mittwoch trainierte der 35-Jährige ganz normal mit der Mannschaft - und unterhielt sich auch lange mit Bayer-Trainer Robin Dutt.

Ballack will es offenbar allen nochmal zeigen.

Das bekräftigt auch sein Berater Michael Becker: "Michael wird seinen Vertrag nicht aussitzen, sondern erfüllen."

Fürsprecher melden sich zu Wort

Und nachdem es zuletzt deutliche Kritik am 98-maligen Nationalspieler gegeben hatte, melden sich nun seine Fürsprecher zu Wort.

Allen voran Klaus Toppmöller, in der erfolgreichen Saison 2001/2002 Ballacks Trainer in Leverkusen und bis heute mit ihm befreundet.

"Ich kann das nicht nachvollziehen, wie man mit dem Michael umgeht. Er müsste schon fairer behandelt werden", sagte Toppmöller im Gespräch mit SPORT1.

"Er hat Riesenverdienste für den deutschen Fußball und dass man dann so einen Abgang hat, das ist schon sehr schade."

Dann ergänzt "Toppi" noch: "Ich halte es für richtig, dass er in Leverkusen die Sache zu Ende bringt. Alles jammert nur, dass Spieler nach einem halben Jahr weggehen, obwohl sie zwei Jahre Vertrag haben und vorher das Trikot küssen. Michael dagegen ist ein absolut anständiger Kerl, der noch nie einen Vertrag gebrochen hat."

[kaltura id="0_65ovog1a" class="full_size" title="Ballack bleibt bis Sommer"]

Scholl und Rummenige auf Ballacks Seite

Auch Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, der mit Ballack zwischen 2002 und 2006 dreimal das Double beim FCB feierte, fordert einen fairen Umgang.

"Ich glaube, dass jetzt alle gut beraten sind, zu versuchen, ihm einen vernünftigen, fairen, seriösen Abgang zu verschaffen", sagte Rummenigge:

"Er ist vielleicht nicht immer ein pflegeleichter Spieler gewesen, aber er war ein sehr guter. Deshalb ist das jetzt ein bisschen schade. Ich finde es auch unwürdig, wie man da im Moment miteinander umgeht."

Ähnlich hatte sich schon sein ehemaliger Mitspieler Mehmet Scholl geäußert:

"Das ist nicht korrekt"

"Was da mit ihm passiert, ist einfach nicht korrekt. Es kann doch nicht sein, dass eine Karriere wie die vom Michael so einen Abschluss finden soll."

Auch für Ballacks langjährigen Manager und Mentor Reiner Calmund sind die Diskussionen "Blödsinn".

Er forderte alle Beteiligten bei "Sky" dazu auf, "die Giftpfeile wieder in den Köcher zu tun".

Holzhäuser stichelt weiter

Doch Bayer-Geschäftführer Wolfgang Holzhäuser, der "das Projekt Ballack" für gescheitert erklärt hatte, legte in der aktuellen "Sport Bild" nach.

"Wenn sein Berater käme und sagt, ich habe einen Verein, der interessiert sich für Michael Ballack, dann würden wir sicherlich darüber reden. Das gehört sich einfach so, auch dem Michael gegenüber", sagte er.

Das Blatt spekuliert daher über einen baldigen Wechsel in die amerikanische Profi-Liga MLS, wo das Transfer-Fenster noch bis zum 15. April geöffnet ist.

Angeblich soll Chicago Fire Interesse haben.

"In den USA eine große Nummer"

Dass der Wechsel über den Teich spätestens im Sommer die wahrscheinlichste Variante ist, glaubt indes auch Calmund.

"Michael Ballack ist in den USA eine große Nummer", sagte er und fügte scherzend hinzu: "Der alte Sack ist da noch sehr beliebt."

Gleichzeitig traut "Calli" dem Ex-Weltstar bei Bayer noch einiges zu: "Wer Michael Ballack kennt, der weiß, dass er ehrgeizig ist und sich nicht so einfach abschieben lassen will. "So sieht es auch Toppmöller. "Ich traue Michael noch eine Menge zu - wenn er die Chance bekommt", sagte er SPORT1.

"Was passiert denn, wenn er Leverkusen gegen Barcelona weiter schießt?"

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