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Franck Ribery wechselte 2007 von Olympique Marseille zum FC Bayern München © getty

Der Franzose kann nicht nachvollziehen, dass die Münchner in der Winterpause trotz Verletzungssorgen nicht nachgerüstet haben.

Vom FC Bayern berichtet Julian Buhl

München - Franck Ribery ist beim FC Bayern als Spaßvogel bekannt. So verwunderte auch dieser Vorschlag des Franzosen, angesprochen auf die angespannte Personallage im Abwehrbereich wenig:

"Vielleicht kannst du für uns spielen", sagte der Franzose süffisant zu seinem Fragesteller und grinste dabei.

Riberys Spaß hat allerdings auch einen ernsten Hintergrund. Bei der kommenden Partie in Hamburg (Sa., ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) wird die halbe Bayern-Defensive fehlen.

Daniel van Buyten (Mittelfußbruch), Rafinha (fünfte Gelbe Karte) und Diego Contento (Zehenbruch) fallen definitiv aus. Breno konnte zuletzt lediglich im Kraftraum üben, weil ihn Knieprobleme plagten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ribery kritisiert Einkaufspolitik

Der FC Bayern hat sich trotzdem entschieden, keine neuen Spieler in der Winterpause zu verpflichten und die Verletzungsprobleme damit zu lösen.

Diese Zurückhaltung der Münchner während des mittlerweile geschlossenen Transferfensters missfällt Ribery offenbar ziemlich.

"Das ist schade", sagte der Franzose und begründete seine Haltung mit durchaus bemerkenswerten Argumenten.

"Haben kein gutes zweites Team"

"Ich glaube, es ist ein großes Problem für uns, wenn zwei oder drei Spieler verletzt sind", sagte Ribery am Donnerstagnachmittag und führte in ernstem Ton weiter aus:

"Wir haben keine richtig gute Bank und keine richtig gute zweite Mannschaft."

Er sei aber weder Präsident oder Manager, sondern Spieler. "Deshalb ist das nicht mein Problem", sagte der 28-Jährige. Die Botschaft ist deutlich: Ribery hätte sich die ein oder andere Verstärkung für seine Mannschaft in der Winterpause gewünscht.

Rummenigge verteidigt Transferpolitik

Karl-Heinz Rummenigge hatte hingegen die Bayern-Personalpolitik erst vor kurzem bei einer Veranstaltung in Nürnberg verteidigt:

"Es war ausdrücklich der Wunsch des Trainers, im Winter nichts mehr zu machen", erklärte der Vorstandsboss des FC Bayern.

"Wir hoffen, dass wir mit diesem Kader durchkommen. In Sachen Quantität gehen wir mit dem Kader sicher am Limit."

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Boateng glaubt an Abwehrstärke

Die Münchner Abwehrspieler sind ebenfalls zuversichtlich gegen den HSV trotz der Personalprobleme bestehen zu können.

"Wir haben genug Qualität, um das aufzufangen", sagte Jerome Boateng.

Das Innenverteidigerduo werden wohl Holger Badstuber und Anatoliy Tymoshchuk bilden, Boateng und Kapitän Philipp Lahm die Außenpositionen besetzen.

Sorgenkind Thomas Müller

Aber auch über die Nominierung seiner Offensive dürfte sich Bayern Trainer Jupp Heynckes momentan intensiv Gedanken machen. Sein Problemkind dabei heißt: Thomas Müller.

"Thomas macht sicherlich eine schwierige Phase durch", sagte Rummenigge dem "kicker". "Es hakt an einem Tor. Das ist eine Geschichte, die am Selbstbewusstsein nagt."

Müller wartet schon seit 1038 Minuten auf einen Treffer, obwohl er zuletzt auf seiner Lieblingsposition im zentralen offensiven Mittelfeld auf der Zehn spielen durfte. Dort überzeugte vor allem in der Hinrunde häufig ein anderer: Toni Kroos.

Riberys Plädoyer für Kroos

Auch Teamkollege Ribery sprach sich deutlich für eine neuerliche Besetzung der offensiven Schaltzentrale mit Kroos aus.

"Für mich ist Toni Kroos viel besser auf der Zehn", sagte Ribery auf SPORT1-Nachfrage und lobte vor allem dessen "Spielübersicht und gute Pässe".

Der Franzose weiß aber auch, "dass wir ihn aber jetzt vielleicht auf der Sechs neben Bastian Schweinsteiger brauchen. Das ist eine Trainer-Entscheidung".

Genauso wird Heynckes darüber befinden, ob er möglicherweise seinen Ersatzstürmer Ivica Olic in sein System einbauen kann und will.

Olic drängt in die Mannschaft

Zumindest Olic könnte sich sogar eine Variante gemeinsam mit Bayerns Top-Angreifer Mario Gomez vorstellen.

Beim 2:0 gegen Wolfsburg habe Heynckes ihn eigentlich schon einwechseln und gemeinsam mit Gomez spielen lassen wollen. Gomez' Treffer zum 1:0 verschob die Hereinnahme des bereits an der Seitenlinie bereitstehenden Kroaten allerdings dann um einige Minuten.

Der geplante Wechsel auf eine Taktik mit zwei Stürmern zeige allerdings, dass auch der Trainer "glaubt, dass es geht", sagte Olic.

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