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Thorsten Fink trainierte von 2009 bis 2011 den FC Basel © getty

Der HSV-Trainer glaubt an einen Sieg gegen den FC Bayern. Vor der Partie erinnert er sich an einen historischen Moment.

Hamburg - Er weiß nur zu gut, wie die Bayern ticken, und deshalb könnte für den Tabellenführer aus München in Hamburg die Stunde für eine weitere Niederlage schlagen.

"Über die gesamte Saison kann der HSV noch nicht mithalten, aber in einem Spiel ist alles möglich", sagt Trainer Thorsten Fink entschlossen.

Nach neun Jahren im Trikot des Rekordmeisters hat der Coach der Hanseaten sein ganz persönliches Sieger-Gen zu seinem neuen Arbeitgeber mitgebracht.

So gesehen trifft man sich am Samstag (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) in der Hamburger WM-Arena am Volkspark an einer historischen Stätte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Fink will Titel holen

Knapp elf Jahre ist es her, dass die Bajuwaren mit ihrem schier grenzenlosen Erfolgswillen beim HSV in der Nachspielzeit ein 1:1-Unentschieden erzwangen und damit im Fernduell Schalke 04 den schon sicher geglaubten Titel entrissen.

Fink, der damals verletzt auf der Bank saß: "Das Beeindruckendste, was ich je erlebt habe."

Neun Titel holte der Blondschopf zwischen 1997 und 2003 im Trikot der Münchner, bei den Norddeutschen ist jetzt harte Aufbauarbeit gefordert, um den Traditionsklub sportlich nach vorne zu bringen.

"Der HSV und die Bayern waren ja mal auf Augenhöhe. Ich spüre hier eine totale Aufbruchstimmung und glaube auch daran, hier einen Titel holen zu können", meint der gebürtige Dortmunder, der als Nachfolger des glücklosem Michael Oenning einen Vertrag bis 2014 unterschrieben hat.

Fink überzeugt auf der HSV-Bank

Einen, dessen Wort im Fußball-Geschäft Grundgesetz-Charakter hat, hat Fink schon nach wenigen Monaten auf der HSV-Bank überzeugt.

"Thorsten ist irgendwann einmal einer für die Bayern", glaubt Franz Beckenbauer, der nur darüber staunen kann, wie der langjährige Bundesliga-Profi den Traditionsklub knapp 125 Jahre nach dessen Gründung peu a peu aus dem Tabellenkeller führt.

Noch als der HSV im Herbst vergangenen Jahres als Liga-Schlusslicht grüßte, sprach der "Kaiser" davon, dass "nur ein Zauberer" den Hamburgern helfen könne.

[kaltura id="0_r0ym3eby" class="full_size" title="HSV: Mit neuem Rasen die Bayern besiegen"]

Kein Zauberer

Doch als Harry Houdini in der Coaching-Zone sieht sich Fink in seinem Beruf ganz und gar nicht.

Er kommt zwar in den Medien jugendlich-modern rüber, setzt aber in der Alltagsarbeit ganz auf fußballerische Sekundärtugenden wie Fleiß, Disziplin und Ordnung.

Da wird der Fußball-Lehrer geprägt von seinen familiären Wurzeln als Junge aus dem Ruhrpott, der in bescheidenen Verhältnissen aufwuchs:

"Das habe ich noch nie vergessen und das werde ich auch nie vergessen."

"Wir fighten um unsere Punkte"

Vergessen wird er jedoch seine Bayern-Jahre, zumindest für 90 Minuten am Samstag.

"Die sind mir dann egal, denn jetzt werde ich ja vom HSV bezahlt", sagt Fink, der gegen die Münchner ganz entgegen seiner üblichen Spielphilosophie diesmal zunächst auf's Abwarten setzt:

"Wir werden weder die weiße Fahne hissen noch schon vorher das Handtuch werfen. Wir fighten um unsere Punkte, müssen kratzen, kämpfen und beißen", meinte Fink im Audi Star Talk:

"Wir können im Moment spielerisch mit Bayern nicht mithalten und wir wissen natürlich, dass wir mit der Hinspiel-Leistung (0:5-Pleite, Anm. d. Red.) und mit der letzten Leistung gegen Dortmund keine Chance haben."

Gladbach macht es vor

Deshalb führt er Borussia Mönchengladbach als Beispiel an.

"Meine Mannschaft hat gezeigt, dass sie den Schalter schnell wieder umlegen kann und auch das Selbstvertrauen hat. Deshalb können wir es schaffen, Bayern zu schlagen. Gladbach hat gegen Bayern zu Hause auch gewonnen. Auch wenn Gladbach natürlich ein bisschen besser ist als wir."

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