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Dennis Diekmeier (r., mit Ribery) wechselte 2010 vom 1. FC Nürnberg zum Hamburger SV © getty

Hamburgs Dennis Diekmeier spricht bei SPORT1 über das Duiell mit den Bayern, die Aufbruchstimmung beim HSV und Thorsten Fink.

Von Reinhard Franke

München - Thorsten Fink ist ein Glücksfall für ihn.

Als der HSV-Trainer im Oktober 2011 an der Elbe anheuerte, schlug die Stunde von Dennis Diekmeier. Fink wechselte den 22-Jährigen am 10. Spieltag gegen Wolfsburg in der zweiten Halbzeit ein, Diekmeier überzeugte auf Anhieb und ist seit diesem Tag aus der Elf der Hamburger nicht mehr wegzudenken.

14 Spiele absolvierte der Abwehrmann bis heute. Insgesamt hat der gebürtige Bremer 69 Spiele im Profifußball auf dem Buckel - für den 1. FC Nürnberg und den Hamburger SV. Fink setzt auf ihn. Kein Wunder, dass Diekmeier seinen Trainer in den höchsten Tönen lobt.

Und er überzeugt den Coach Woche für Woche mit Topleistungen. Diekmeier hat beim HSV noch Vertrag bis 2014 und ist glücklich über seine Entwicklung. Immerhin hat er maßgeblichen Anteil am Aufwärtstrend beim HSV (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Im SPORT1-Interview spricht Diekmeier über das Duell mit den Bayern (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER), das Stimmungshoch bei den "Rothosen" - und natürlich über Fink.

SPORT1: Herr Diekmeier, der HSV hat das böse 1:5 gegen Dortmund zum Rückrundenauftakt gut verdaut, gab mit dem überzeugenden Sieg in Berlin die richtige Antwort. Wie wichtig war das?

Dennis Diekmeier: Das war ganz wichtig für uns. Wir haben schon in der Hinrunde gezeigt, was wir drauf haben. Das wollten wir unbedingt wieder zeigen und das haben wir in Berlin gut umgesetzt.

SPORT1: Ist der HSV in der Rückrunde eine Wundertüte? Man weiß nicht so recht, was einen erwartet. Gegen Dortmund pfui, in Berlin hui.

Diekmeier: Man muss aber sehen, dass nur das Dortmund-Spiel schlecht war von uns, die anderen Auftritte waren alle ordentlich. Da haben wir stets gut gespielt und die Spiele gut dominiert, das war wichtig für uns. Auch in der Vorbereitung haben wir uns gut präsentiert. Klar, gegen den BVB darf das so krass nicht passieren, ist es aber leider. Wir gucken aber absolut positiv in die Zukunft.

SPORT1: Dank Thorsten Fink? Er scheint dem HSV gut zu tun.

Diekmeier: Seit er da ist, läuft es sehr gut bei uns. Man merkt das wirklich an vielen Dingen. Die Entwicklung geht stets nach vorne und der ganze Verein ist in einer Aufbruchstimmung. Vieles hat sich unter ihm verbessert und die Mannschaft nimmt den Trainer super an. Das ist wichtig, dass man das in der Mannschaft spürt.

SPORT1: Wie zeigt sich das denn konkret?

Diekmeier: Jeder Spieler hat wieder Spaß zum Training zu kommen und versucht die Philosophie des Trainers umzusetzen. Jeder ist vom Trainer absolut überzeugt.

SPORT1: Beschreiben Sie mal diese Philosophie von Herrn Fink.

Diekmeier: Man sieht, was der Trainer vor hat, seine taktischen Ideen kommen an, jeder will sie aufsaugen und kapieren. Wichtig ist die dauerhafte gute Stimmung in der Mannschaft. Die Truppe hält super zusammen und so muss es auch sein. Nach dem Spiel gegen Dortmund haben wir uns in der Woche danach zusammengesetzt und alle intensiv geredet. Das gute Klima spricht doch für die Mannschaft.

SPORT1: Der Trainer sagte im SPORT1-Interview, dass er hofft, lange beim HSV bleiben zu können, um etwas voranzutreiben. Ist er der richtige Trainer zum richtigen Zeitpunkt für den HSV?

Diekmeier: Absolut. Man kann das so vergleichen wie Jürgen Klopp in Dortmund. Wenn das weiter so klappt, wäre das super. Man merkt, dass hier ein positiver Trend herrscht und wir hoffen alle, dass das so weitergeht.

SPORT1: Am Samstag kommen die Bayern? Da werden Sie es mit Franck Ribery zu tun haben. Schon nervös?

Diekmeier: Nein, man weiß ja, dass das einer der besten Spieler der Bundesliga ist. Das wird eine schwierige Aufgabe für mich und für den HSV, wir hoffen, dass wir das positiv gestalten können.

SPORT1: Aber wie gehen Sie persönlich in das Duell mit Ribery?

Diekmeier: Natürlich wird das ein spannendes Duell für mich, aber es kommt ja nicht nur auf mich alleine an. Ich habe keine Angst vor Ribery. So einen Spieler muss man doppeln. Den müssen wir gut zu stellen, damit er so wenig wie möglich machen kann.

[kaltura id="0_r0ym3eby" class="full_size" title="HSV Mit neuem Rasen die Bayern besiegen"]

SPORT1: Lassen Sie uns über Sie sprechen. Sie überzeugen seit Wochen mit konstant guten Leistungen, waren gegen Berlin bester Mann beim HSV.

Diekmeier: Ich weiß, dass ich noch viel mehr kann. Ich arbeite jeden Tag sehr hart an mir und es muss immer weiter nach vorne gehen.

SPORT1: Hat sich Jogi Löw schon gemeldet? Ein Ziel ist doch sicher die Nationalmannschaft.

Diekmeier: Daran denke ich momentan noch gar nicht. Erst mal ist es schön, dass es für mich beim HSV so toll läuft und ich da auf einem sehr guten Weg bin. Der HSV ist für mich das Thema und nicht die Nationalelf.

SPORT1: Aber schaut man nicht doch mit einem Auge auf das Handy, ob Löws Nummer nicht mal auftaucht?

Diekmeier: Nein, wirklich nicht, ich kriege auch so genug Anrufe von Freunden (lacht). Ich denke wirklich nicht daran, ich will einfach, dass es im Verein so positiv für mich weiter läuft. Wir hatten beim HSV eine schwere Zeit und da ist es schön, dass ich jetzt Teil von dieser positiven Entwicklung bin. Es wurde lange genug auf uns draufhauen. Am Anfang lief es auch bei mir nicht so, aber jetzt wollen wir den HSV weiter nach oben führen.

SPORT1: Vor dem Spiel gegen die Bayern muss die Frage kommen: Wer ist für Sie Favorit im Titelkampf?

Diekmeier: Klar, Bayern ist eine hervorragende Mannschaft, aber es ist schon sensationell, wie sich Dortmund in den letzten Jahren entwickelt hat. Es macht Spaß denen zuzuschauen. Da ist schon eine geile Truppe. Dennoch glaube ich, dass die Bayern immer noch einen Tick stärker sind und am Ende das Ding holen werden.

SPORT1: Was tippen Sie für das Duell mit den Bayern? Es ist das erste Spiel von Fink als Trainer gegen seinen Ex-Verein.

Diekmeier: Es wird verdammt schwer und für den Trainer natürlich etwas Besonderes sein. Ich denke wir gewinnen 1:0.

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