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Jupp Heynckes ist aktuell zum dritten Mal Trainer beim FC Bayern München © getty

Der Bayern-Coach hat gegen den HSV eine interessante Abwehr-Notbesetzung im Kopf. Riberys Kritik kann er "nachvollziehen".

Vom FC Bayern berichtet Julian Buhl

München - Jupp Heynckes trotzte den Außentemperaturen im zweistelligen Minusbereich und erschien im kurzärmeligen T-Shirt zur Pressekonferenz des FC Bayern.

"Sie sehen doch, wie ich mit der Kälte umgehe", sagte der Trainer und lachte dabei, als er von SPORT1 auf die Einflüsse der winterlichen Bedingungen vor dem Duell mit dem Hamburger SV (Sa., ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) angesprochen wurde.

Der 66-Jährige erzählte noch ein paar Anekdoten von "kleinen Abenteuerreisen", die er in seiner Karriere bereits unter ähnlichen Voraussetzungen erlebt und "sehr gut überstanden" habe.

Beheizte Sohlen hatte er sich etwa bei der Dienstreise als Trainer von Bayer Leverkusen einst beim Spiel gegen Rosenborg Trondheim in die Schuhe gelegt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Hatte von Anfang an klare Vorstellungen"

Damit war das Frost-Thema für den Fußballlehrer abgehakt.

Alles andere als unterkühlt widmete er sich wichtigeren Dingen wie etwa der Besetzung seiner Abwehrreihe.

"Ich hatte von Anfang an klare Vorstellungen, wie ich das Problem lösen will", sagte Heynckes.

Daniel van Buyten (Mittelfußbruch), Diego Contento (Zehenbruch) und Breno (Knieprobleme) fallen gegen den HSV definitiv aus. Zusätzlich muss Heynckes auf den gelbgesperrten Rafinha verzichten.

Heynckes widerspricht Ribery

Natürlich sei es "schade, dass wir schon wieder etwas ändern müssen. Aber der Kader gibt die Spieler her, die auf der Position spielen können".

Das hatte Mittelfeldspieler Franck Ribery zuletzt öffentlich in Frage gestellt und den Verzicht auf Wintertransfers angemahnt (Bericht: Ribery schlägt Alarm).

"Wir haben keine richtig gute Bank und keine richtig gute zweite Mannschaft", hatte der Franzose gesagt.

[kaltura id="0_v8176kiw" class="full_size" title="Eiszeit l sst Heynckes kalt"]

"Halte nichts von Schnellschüssen"

Unter den Eindrücken der neuerlichen Verletzungen, allen voran der seines "Kumpels Daniel van Buyten", könne er die Äußerungen seines Spielers "nachvollziehen", sagte Heynckes.

Seine Entscheidung, keine neuen Spieler in der Winterpause zu verpflichten und die Verletzungsprobleme damit zu lösen, bedauert Heynckes allerdings nach wie vor "überhaupt nicht".

"Ich halte nichts davon, Schnellschüsse zu machen", sagte Heynckes.

"Meine Erfahrung sagt mir, dass es für einen Verein wie den FC Bayern München schwierig ist, im Winter Spieler zu verpflichten, die perspektivisch weiterhelfen."

Und genau das müsse die Planung sein. "Alles andere ist Aktionismus."

Ein kniffliges Abwehrpuzzle

Bleibt die Frage, wie Heynckes gegen Hamburg seine Viererkette aufstellen wird.

Die Spieler, die dafür in Frage kommen sind im Prinzip klar.

Wie in den vergangenen Tagen spekuliert wurde, sieht die wahrscheinlichste Variante Kapitän Philipp Lahm links, das Innenverteidiger-Duo bestehend aus Holger Badstuber und Aushilfsmanndecker Anatoliy Tymoshchuk sowie Jerome Boateng rechts vor.

Doch möglicherweise zieht Heynckes aber auch den gelernten Innenverteidiger Boateng ins Abwehrzentrum und Tymoshchuk nach rechts.

Diese Möglichkeit ließ Heynckes ebenso im Training üben - wie die Variante mit dem im Vergleich zu Tymoshchuk etwas schnelleren David Alaba.

Boateng sieht kein Problem "rechts zu spielen"

"Ich habe oft genug rechts gespielt und damit kein Problem. Wir werden sehen, wie der Trainer entscheidet", sagte Boateng gegenüber SPORT1.

Mit Hamburgs Dennis Aogo und Marcel Jansen wird die rechte Abwehrseite der Bayern jedenfalls eine knifflige Aufgabe zu lösen haben.

Die positiven Eindrücke der Trainingswoche stimmen Heynckes zumindest "sehr zuversichtlich für das kommende Spiel".

Seine Mannschaft sei durch den 2:0-Sieg gegen Wolfsburg ohnenin bereits "wieder einen Schritt nach vorne gekommen".

Vom Vierkampf unbeeindruckt

Von dem sich anbahnenden Vierkampf um die Meisterschaft zeigte sich Heynckes unbeeindruckt.

Dank des besseren Torverhältnisses ist der Rekordmeister momentan punktgleich mit Borussia Dortmund und dem FC Schalke Tabellenführer. Borussia Mönchengladbach liegt nur einen Zähler dahinter.

Wichtig sei, "wie wir drauf sind und agieren und wie die Mannschaft in Fluss kommt", meinte Heynckes dazu knapp.

"Riesiges Steigerungspotenzial"

Der Bayern-Trainer hofft darauf, das "riesige Steigerungspotenzial" seines Teams bereits in Hamburg ausschöpfen zu können.

Dabei setzt er vor allem auf eine "bessere Abstimmung".

Alle Menschen bräuchten manchmal "vielleicht auch einen kleinen Schubser von ihrem Chef", philosophierte der Fußballlehrer noch.

Ob Heynckes seinem Team die richtigen Impulse gegeben hat, wird er in Hamburg sehen.

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