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Die Münchner zeigen sich nach dem Remis in Hamburg enttäuscht © getty

Der Rekordmeister hadert über das Remis in Hamburg und die verlorene Führung. Müller poltert, nur Olic sieht Gutes.

Von Björn Seitner und Björn Huth

Hamburg - Vom Platz waren die Münchner nach dem 1:1 (0:1) beim Hamburger SV schnell verschwunden.

Ihre Meinung über die schwache Leistung und den Verlust der Tabellenspitze an Borussia Dortmund äußerten die Münchner aber dann doch noch - mit ganz viel Groll. 514795(DIASHOW: Der 20. Spieltag)

"Jeder Fußballer sagt jede Woche: 'Wir müssen von Spiel zu Spiel denken' - das ist Quatsch", ließ Thomas Müller seinem Frust bei "Sky" freien Lauf.

Und Bayerns Offensivmann ergänzte: "Wir müssen immer gewinnen beim FC Bayern, vor allem wenn wir Meister werden wollen. Mich ärgert das Unentschieden immens. Wir stehen jetzt so ein bisschen im Nichts."

"Sind wieder hinterherglaufen"

Damit dürfte Müller auch die eigene Leistung gemeint haben - denn mittlerweile ist der Bayern-Zehner schon seit mehr als 1100 Minuten ohne Treffer in der Bundesliga.

Auch von der Flügelzange Franck Ribery und Arjen Robben kam in Hamburg zu wenig.

"Wir haben uns wieder schwer getan, haben ein Tor abgeschenkt und sind dann hinterhergelaufen. Die letzte Aktion hat uns heute gefehlt", erklärte der Niederländer bei LIGA total!.

Auch zu SPORT1 meinte Robben zwar: "Um den Rückstand mache ich mir keine Sorgen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nerlinger ist sauer

Tatsache jedoch ist: Die Bayern sind die Tabellenspitze vorerst los, haben nun bereits zwei Punkte Rückstand auf den BVB, der sein Duell in Nürnberg mit 2:0 gewann.

Und vor allem offensiv ist der Rekordmeister im neuen Jahr noch alles andere als in Meister-Form. Die magere Bilanz des HSV-Spiels: 21 Torschüssen, nur ein Treffer.

"Uns fehlte der entscheidende Pass", bemängelte deshalb auch Kapitän Philipp Lahm: "Das war kein guter Start in die Rückrunde."

Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger regte sich nur über den frühen Rückstand auf - und verschwand schnell Richtung Bus.

Joker Olic sticht

Einen Abend komplett ohne Punkte verhinderte immerhin noch Joker Ivica Olic.

Sieben Minuten nach seiner Einwechslung rettete der ehemalige Hamburger in der 71. Minute mit einem Abstaubertor das 1:1.

"Hamburg hat sehr gutes Pressing am Anfang gespielt. Daher war es für uns sehr schwer, Torchancen zu kreieren", meinte der Kroate bei LIGA total!.

Und Olic ergänzte: "In der zweiten Halbzeit konnten wir das Spiel nach dem Ausgleich leider nicht mehr für uns entscheiden. Dennoch ist ein Punkt immer besser, als ein Spiel zu verlieren."

2500. Punkt für den HSV

Hamburgs Mittelfeldspieler Jacopo Sala hatte in der 23. Minute überraschend den Führungstreffer für die Hanseaten erzielt.

Bei einer Angriffsaktion der Norddeutschen wurde der Italiener auf dem rechten Flügel sträflich übersehen und war per Volleyschuss nach Vorarbeit von Paolo Guerrero aus 14 Metern Entfernung erfolgreich.

Der HSV sprang mit seinem insgesamt 2500. Punkt in der Bundesliga vom zwölften auf den elften Tabellenplatz.

Fink lobt seine Mannschaft

Trainer Thorsten Fink war deshalb auch zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: "Wir haben das getan, was wir wollten: Defensiv gut gestanden und nach vorne Akzente gesetzt."

Und weiter: "Natürlich hatte Bayern nach dem 1:0 mehr Spielanteile, aber wir hatten auch da noch die besseren Torchancen. Was mir sehr gefallen hat, war, dass die Mannschaft nach dem 1:1 wieder nach vorne gespielt hat und unbedingt gewinnen wollte."

Drobny hält überragend

Schon nach sechs Minuten hätten die Hamburger durch Heiko Westermann in Führung gehen können.

Einen Kopfball vom HSV-Kapitän konnte Toni Kroos aber in letzter Sekunde von der Linie kratzen.

Die Bayern kamen erst in der 31. Minute durch Robben per Distanzschuss zur ersten richtigen Torchancen - Drobny parierte mit den Fingerspitzen.

Nach dem Seitenwechsel lagen die Feldvorteile dann zwar bei den Münchnern, doch es fehlte lange an der erforderlichen Durchschlagskraft im Strafraum. So scheiterte Müller erneut an Drobny (70.).

Heynckes nicht zufrieden

"Wir hatten schon Tormöglichkeiten, aber gerade wenn der Gegner früh trifft und dann auf Konter spielt, wird es schon sehr schwer. Ich bin nicht zufrieden mit dem Ergebnis", zeigte sich FCB-Coach Jupp Heynckes zerknirscht.

Westermann dagegen freute besonders die kämpferische Leistung:

"Das war in dieser Hinsicht unser bestes Saisonspiel. Das Publikum hat uns nach vorne gepeitscht. Wenn wir am Ende das Ding noch gewinnen, wäre das vielleicht gar nicht so ungerecht gegeben", befand der Abwehrmann.

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