Der BVB hat sich den ersten Vorsprung im Meisterkampf verschafft. Die Münchner hinken hinterher, neue Impulse fehlen.

Nürnbergs Trainer Dieter Hecking hat es schon vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund prophezeit: Der BVB verteidigt den Titel.

Diese These dürfte in nächster Zeit reichlich Anhänger finden.

Die Truppe von Jürgen Klopp hat am 20. Spieltag nicht nur dem FC Bayern die Spitze abgejagt, sondern präsentiert sich seit der Winterpause in bestechender Form.

Den Schwarzgelben gelangen drei Erfolge in Serie, darunter waren zwei beeindruckende Aufritte beim 5:1 in Hamburg und 3:1 über Hoffenheim sowie ein Sieg völlig neuer Prägung.

Denn in Nürnberg siegte der BVB im Stil einer abgezockten Spitzenmannschaft und zeigte das neueste Produkt seiner Entwicklung: einen mit Geduld und Raffinesse errungenen Arbeitssieg.

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Ganz anders die Situation beim FC Bayern.

In Dortmund lassen sich ohne Mühe immer wieder Spieler finden, die einen Schritt machen, wertvoll fürs Team werden und so sich und der ganzen Truppe Selbstvertrauen geben.

Beispiele gefällig?

Aus Robert Lewandowski, dem Chancentod par excellence, ist plötzlich ein echter Torjäger geworden, gegen Nürnberg traf sogar das vorige Dauersorgenkind Lucas Barrios. Auch Jakub "Kuba" Blaszczykowski und Kevin Großkreutz lassen in ihrer Entwicklung staunen.

Das Münchner Spiel dagegen und damit die ganze Mannschaft stagniert. Ratlos und frustriert reagierte Thomas Müller auf das 1:1 in Hamburg.

Er ist ein Beispiel für tapfer strampelnde Münchner, für die aktuell die Leichtigkeit der Hinrunde soweit weg ist wie für Griechenland ein ausgeglichener Staatshaushalt.

Seit mehr als 1000 Minuten ist Müller ohne Torerfolg, Arjen Robben agiert ähnlich glücklos. Und selbst Spaßfußballer Franck Ribery wirkt seltsam gehemmt.

Die Probleme hatten die Bayern vor der Partie in der Verteidigung mit vier Ausfällen ausgemacht.

Jupp Heynckes beließ das Innenverteidiger-Duo Holger Badstuber und Jerome Boateng, schickte erstmals in dieser Saison den nicht allzu schnellen Anatoliy Tymoshchuk auf die Außenbahn.

Später durfte sich David Alaba auf dieser Position versuchen.

Doch der Schlüssel dafür, dass der FCB nun dem BVB hinterhinkt, liegt in der Offensive.

Die Kritik von Franck Ribery an der Null-Einkaufspolitik bekommt angesichts der Ergebniskrise (vier Punkte aus drei Spielen) einen neuen Klang.

Die Reizpunkte, die neue Spieler setzen, fehlen den Münchnern. Und dabei sind bisher noch gar keine englischen Wochen gespielt.

Die kraftzehrenden Etappen, einschließlich DFB-Pokal-Viertelfinale in Stuttgart und Champions-League-Achtefinalhinspiel in Basel, kommen erst noch.

Der einzige Trost für den Rekordmeister: Auch Schalke und Gladbach treten auf der Stelle.

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