vergrößernverkleinern
Schalkes Raul (r.) ärgert sich, Zidan (M.) dreht nach seinem Führungstor ab © getty

Die Schalker ärgern sich über das Remis gegen Mainz. Rückkehrer Zidan freut sich bei SPORT1, sein Tor "Dortmund zu schenken".

Von Christian Stüwe und Thorsten Langenbahn

Gelsenkirchen/München ? Den Schalker Spielern war nach Abpfiff der Frust deutlich anzumerken.

Beim 1:1 gegen Mainz 05 (Bericht) verschlief die Elf von Trainer Huub Stevens die erste Halbzeit, in den zweiten 45 Minuten hatte es trotz Sturmlaufs nur noch zum Ausgleich gereicht.514795(DIASHOW: Der 20. Spieltag)

"Das sind zwei Punkte, die uns weh tun. Wie hätten uns absetzen können", ärgerte sich Verteidiger Christian Fuchs bei SPORT1 im Hinblick auf das Rennen um die Champions-League-Plätze.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Kapitän Benedikt Höwedes sprach von einem "Dämpfer", Julian Draxler führte aus, dass man natürlich nicht zufrieden sein könne: "Wir haben einfach nicht ins Spiel gefunden, das Gegentor hat uns geschockt."

Ausgerechnet der vom Erzrivalen Borussia Dortmund zu Mainz gewechselte Mohamed Zidan hatte nach 15 Minuten die Gäste in Führung gebracht.

Gespräch mit "Kehli" und "Owo"

Und dabei waren die Borussen im weitesten SInnen dann gar auch "beteiligt".

"Ich habe noch mit Kehli und Owo gesprochen (Sebastian Kehl und Patrick Owomoyela, Anmerk. d. Red.). Die haben zu mir gesagt: 'Du musst für uns ein Tor schießen'", sagte der Ägypter zu SPORT1: "Das bedeutet mir viel, dieses Tor Dortmund zu schenken."

Umso mehr dürfte es wiederum die Schalker ärgern, die Chance verpasst zu haben, an der Tabellenspitze zum BVB aufzuschließen.

Im Rennen um den Titel ließen die "Knappen" zwei wichtige Zähler liegen, zumal auch der FC Bayern am Abend nicht über ein Remis gegen Hamburg hinaus kam.

Schalke: Keine Ansagen im Titelrennen

Doch von der Meisterschaft will bei den Schalker ohnehin nach wie vor niemand reden.

"Wenn einer glaubt, dass wir durch die Liga fliegen und jeden schlagen, der verkennt, dass dies die ausgeglichenste Liga in Europa ist", sagte Manager Horst Heldt: "Träumen ist gut. Aber man muss sich selbst richtig einschätzen können und nicht nur mit der blauweißen Brille rumlaufen."

Für Schalke war zuvor eine Serie von fünf Siegen in Folge geendet.

"Ich möchte einmal mehr betonen, dass wir nach wie vor in einer Entwicklung sind", stellte Trainer Huub Stevens klar: "Wir haben nicht gegen den FC Hüppelbüpp gespielt."

Auch Außenverteidiger Fuchs, der beim ersten Gegentreffer nicht nahe genug bei Zidan war, versuchte das Positive zu sehen, weil das Ziel ja ohnehin nur die Teilnahme an der Königsklasse sei.

"Wir haben keine Boden verloren", sagte der Kapitän der Nationalmannschaft Österreichs: "Das muss uns keine Kopfschmerzen bereiten. Wir haben es noch selbst in der Hand."

Unnerstall mahnt zu mehr Konzentration

Dennoch dürften sich die Schalker ordentlich ärgern.

Zu überlegen gestalteten sie das Spiel in der zweiten Hälfte, doch es reichte nur zum Ausgleich durch Chinedu Obasi, der den Mainzer Torwart Christian Wetklo mit einem Schuss aus spitzem Winkel ins kurze Eck überwand (59.).

Danach berannte die Stevens-Elf regelrecht Wetklos Tor - allein der Siegtreffer wollte nicht fallen.

"Die Chancen waren da", bemängelte Höwedes, der nach seinem Jochbeinbruch mit Gesichtsmaske sein Comeback gab.

"Wir müssen lernen, dass wir von Anfang an da sind und nicht erst, wenn wir ein Tor kriegen", brachte Torwart Lars Unnerstall die Situation auf den Punkt.

Zidan mit stolzer Bilanz in Mainz

Die Mainzer hingegen freuten sich über den glücklichen Punktgewinn. Im Mittelpunkt stand natürlich Torschütze Zidan.

"Ich bin sehr, sehr glücklich, wieder dabei zu sein", sagte Zidan, der nun insgesamt schon zum dritten Mal in Mainz spielt.

Weder in Bremen, noch in Dortmund oder Hamburg fand der 30 Jahre alte Angreifer sein Glück.

Doch für die Mainzer trifft der Publikumsliebling quasi nach Belieben.

Das Tor gegen Mainz war bereits der 23. Bundesligatreffer im Trikot der 05er. Zum Vergleich: Auf allen anderen Stationen gelangen ihm insgesamt nur 18 Tore.

Zidan darf auch gegen Dortmund treffen

Mainz-Manager Christian Heidel, der den Transfer eingefädelt hatte, berichtete von einer Glückwunsch-SMS seines Freundes Jürgen Klopp.

Dass Zidan seinen Einstandstreffer nun aber ausgerechnet gegen den Dortmunder Erzrivalen erzielt habe, wollte Heidel nicht überbewerten.

"Dortmund hat ihn uns nicht gegeben, damit er gegen Schalke ein Tor schießt", erklärte Heidel: "Wir werden es ihm nicht verbieten, auch gegen Dortmund zu treffen."

Dem einen oder anderen in der schwarz-gelben Nachbarschaft Gelsenkirchens dürfte der Treffer Zidans dennoch ein Grinsen auf das Gesicht gezaubert haben.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel