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Albert Streit wechselte im Januar 2008 von Frankfurt nach Schalke © imago

Die Gelsenkirchener reagieren auf die schwache Hinrunde mit Rauswürfen. Sündenbock Albert Streit macht seinem Ärger Luft.

Gelsenkirchen - Nach einer enttäuschenden Hinrunde kehrt Schalke 04 mit eisernem Besen: Mittelfeldspieler Albert Streit und Angreifer Peter Lövenkrands wurden beide kurzerhand in die 2. Mannschaft der Knappen verbannt,

Außerdem lösten die Schalker den Vertrag mit Gustavo Varela auf. Ze Roberto II schwänzte den Trainingsauftakt und kann sich wohl ebenfalls einen neuen Verein suchen. Dafür wird der 19-jährige Danny Latza aus der Reserve-Mannschaft hochgezogen.

Cheftrainer Fred Rutten und Manager Andreas Müller wollen nach Rang sieben zur Halbzeit und fünf Punkten Rückstand auf einen Europacupplatz nur noch auf Profis bauen, die mit ganzem Herzen bei der Sache sind.

Gleichzeitig machte Müller am Montag deutlich, dass es eher unwahrscheinlich sei, dass während des Januar-Transferfensters noch ein neuer Spieler geholt werde.

Streits schonunglose Abrechnung

Derweil rechnete Streit gnadenlos mit seinem Noch-Arbeitgeber ab. "Auf Schalke ist mir der Spaß am Fußball vergangen. Ich bin hier immer nur links liegen gelassen worden", sagte der 28-Jährige der "Frankfurter Rundschau" (Dienstag-Ausgabe).

Er habe vom ersten Tag an gemerkt, dass er unter Rutten keine Chance habe: "Er hat mich nur angeschrien und kritisiert. Er stand nicht auf mich."

Lieber Tribüne als weniger Geld

Streit wolle allerdings auf keinen Fall zu reduzierten Bezügen den Klub wechseln. "Ich habe hier den besten Vertrag meines Lebens unterschrieben. Ich bekomme hier noch dreieinhalb Jahre sehr gutes Geld", sagte der Ex-Frankfurter, -Kölner und -Wolfsburger.

Das Jahressalär von Streit (Spielerporträt) bei Schalke wird auf 2,5 Millionen Euro taxiert.

Auch Grossmüller verbannt

In Bezug auf Streit und Lövenkrands erklärte Müller: "Diese Entscheidung hat allein sportliche Gründe. Beide haben in den letzten Monaten wiederholt geäußert, den Verein gerne verlassen zu wollen. Wir brauchen nur Spieler, die sich voll und ganz auf Schalke konzentrieren und nicht mit den Gedanken schon bei einem anderen Klub sind."

Nur mit der zweiten Mannschaft wird auch weiterhin Carlos Grossmüller trainieren. Der Uruguayer spielt in den Schalker Planungen ebenfalls keine Rolle mehr.

Ze Roberto II droht Rauswurf

Auch im Fall des Transfer-Flops Ze Roberto II wollen die Königsblauen knallhart verfahren. "Das ist ein klarer Verstoß gegen seinen Arbeitsvertrag. Wir werden jetzt Kontakt zu ihm suchen und dann alles Weitere klären. Aber seinen Äußerungen zufolge scheint sein Herz und somit seine Zukunft nicht mehr an Schalke zu hängen", erklärte der S04-Manager.

Der Stürmer, der vor einem Jahr für rund drei Millionen Euro gekommen war, hatte bereits kurz vor Weihnachten seinen Abschied aus Gelsenkirchen angekündigt.

Varela kam nicht mehr auf die Beine

Im Fall Varela wurde der am Saisonende auslaufende Vertrag zum 31. Dezember 2008 aufgelöst - laut offizieller Darstellung in "beiderseitigen Einvernehmen". Der 30-jährige Uruguayer war vom Verletzungspech verfolgt worden und hatte nicht mehr den Anschluss geschafft.

"Wir hatten ohnehin eine Bestandsaufnahme nach der Hinrunde vereinbart. Dabei haben wir festgestellt, dass es für beide Seiten besser ist, zum jetzigen Zeitpunkt auseinanderzugehen", meinte Müller.

Varela war im August 2002 von Nacional Montevideo zu den Knappen gewechselt. Er bestritt 110 Pflichtspiele für den Traditionsverein - in der laufenden Saison kam er nicht zum Einsatz.

Junger Hoffnungsträger

Als Hoffnungsträger auf Schalke gilt Teenager Latza, der künftig zum Profikader zählt.

"Er soll sich zeigen, im täglichen Training besser werden und sich so für höhere Aufgaben empfehlen", betonte Coach Rutten.

Latza hatte im vergangenen Sommer mit der deutschen U19-Auswahl den EM-Titel errungen.

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