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Michael Ballack spielt seit 2010 wieder für Bayer Leverkusen © getty

Selbst wenn er nicht spielt, ist er das Thema. Gegen Stuttgart wurde das kaputte Verhältnis Dutt/Ballack wieder offensichtlich.

Von Florian Pertsch

München - Den Werbespot gibt es zwar schon seit geraumer Zeit, aber die Botschaft, die Michael Ballack von einem kleinen Mädchen erhält, ist aktueller denn je: Ab in die Ferien.

Denn nach dem verbalen Hickhack der letzten Wochen ereilte Michael Ballack am jüngsten Bundesligaspieltag die nächste Demütigung.

Beim 2:2 gegen Stuttgart (Bericht) setzte es eine lautlose Ohrfeige, als Trainer Robin Dutt dem Mittelfeldspieler zwei Mal andere Kollegen vorzog, obwohl der Spielstand deutlich für eine Verstärkung der Defensive gesprochen hätte.

Zunächst wechselte Dutt Sidney Sam für den verletzten Lars Bender ein.

Und als Sam mit einem Muskelbündelriss nach nur zwölf Minuten wieder das Feld verlassen musste, entschied sich Dutt erneut gegen Ballack.

Brasilianer gibt sein Comeback

Als die Nummer von Renato Augusto in der 84. Minute auf der Wechseltafel aufblinkte, entgleisten Ballack die Gesichtszüge nur unmerklich, aber erfreut war er definitiv nicht.

Es sind diese Handlungen, die im Kontext mit Dutts Aussagen ein zerrüttetes Bild der Beziehung Ballack/Dutt ergeben.

Noch vor wenigen Tagen hatte der Trainer im SPORT1-Interview erklärt: "Ballacks Zeit in Leverkusen ist nicht vor dem 30. Juni vorbei."

Nach diesem Wochenende kommen aber wieder erhebliche Zweifel auf, ob seine Zeit nicht vielleicht doch schon zu Ende ist.

[kaltura id="0_xowtl4ff" class="full_size" title="V ller Rundumschlag im Fall Ballack"]

Schritt für Schritt demontiert

Die Wechsel Dutts waren zwar nach der Partie kein Diskussionsthema, aber nur weil Probleme nicht angesprochen werden, heißt das nicht, dass sie nicht existieren.

Ende 2011 war Ballack noch ein Leistungsträger Leverkusens.

Er hatte zwar nicht mehr die einstige Weltklasseform, half aber die wichtigen Spiele in der Champions League erfolgreich zu absolvieren.

Und jetzt hat es den Anschein, dass der frühere "Capitano" nicht mal mehr für sechs Minuten gegen Stuttgart gut genug ist.

Dies ruft eine weitere Aussage von Dutt in Erinnerung: "Wir hoffen weiter auf eine gute Zusammenarbeit, vor allem hinsichtlich des sportlichen Nutzens".

Reiner Calmund, ehemaliger Weggefährte Ballacks und Ex-Manager von Bayer, gab jetzt beiden Parteien einen Rat.

"Der Verein braucht einen erfahrenen Ballack und Ruhe im Klub. Ich kann beiden Seiten nur empfehlen: Giftpfeile im Köcher lassen und die Saison vernünftig beenden."

Härtetests in den kommenden Wochen

Die nächsten beiden Aufgaben heißen für Leverkusen nun Dortmund und in der Champions League das Achtelfinalhinspiel in Barcelona.

Es bleibt abzuwarten, ob Dutt seinen stets höflichen Worten diesmal Taten folgen lässt und auf Ballack setzt.

Dabei spricht einiges für den Routinier - vor allem die angespannte personelle Situation bei Bayer.

Denn Sidney Sam wird acht Wochen fehlen und auch Lars Bender (Sprunggelenk) ist angeschlagen.

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