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Erleichterung nach dem Abpfiff: Köln springt von Platz 14 auf neun © getty

Auch ohne den Top-Torjäger feiert der FC in Kaiserslautern einen wichtigen Sieg und hofft auf Ruhe. FCK-Coach Kurz hadert.

Von Björn Seitner

München/Kaiserslautern - Während die Kölner Profis noch auf dem Rasen des Betzenberg tanzten, war die Erleichterung den Verantwortlichen des FC deutlich anzusehen.

Der 1:0-Erfolg (Bericht) war der erste Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern seit 22 Jahren und auch die Negativ-Serie in der Liga fand ein Ende 514795(DIASHOW: Der 20. Spieltag).

"Wir gehören zu den Teams, die nicht drei Mal hintereinander verlieren dürfen. Deshalb war der Sieg so wichtig, damit wir nicht da unten reinrutschen", erklärte Volker Finke.

Durchatmen mit sechs Punkten Vorsprung

Auch wenn sich Kölns Sportdirektor etwas verrechnete - die "Geißböcke" verloren zuletzt gegen Bayern, Wolfsburg und Schalke - hatte er mit seiner Aussage recht:

Zum ersten Mal seit November 2008 rangiert Köln wieder in der oberen Tabellenhälfte und hat nun immerhin sechs Punkte Vorsprung auf Kaiserslautern und den Relegationsplatz (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Verhältnis? "Professionell"

Auch die unter der Woche aufgekommenen Schlagzeilen um angebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Finke und Trainer Stale Solbakken werden nach dem wichtigen "Dreier" wohl schnell wieder vergessen sein.

"Ich glaube, dass Stale nach dem Spielende meine Wärme gespürt hat", erklärte der 63-Jährige demonstrativ und stellte klar, "dass das Verhältnis zwischen uns absolut professionell ist."

Er gab jedoch auch zu, "dass wir in den Bewertungen personeller Dinge manchmal anderer Meinung sind".

Tese schmort, Roshi trifft

Eines dieser Dinge ist die Verpflichtung des Bochumers Chong Tese. "Der Trainer hat zugestimmt, aber dass es nicht seine Wunschoption war, können wir so stehen lassen", gab Finke zu.

Der Nordkoreaner Tese, der eigentlich als Ersatz für den Verletzten Lukas Podolski (Bänderriss) geholt wurde, schmorte bei klirrender Kälte 90 Minuten auf der Bank.

Stattdessen bewies Solbakken mit der Einwechslung von Odesi Roshi in der 70. Minute ein goldenes Händchen:

Der Albaner erzielte nach einer Ecke von Christian Clemens sein erstes Tor in der Bundesliga.

Geromel: Haben Podolskis Fehlen kompensiert

Auch ohne Podolski, der immer noch mehr als die Hälfte der 29 Kölner Tore in dieser Saison erzielte, kehrt also vorerst wieder Ruhe im Geißbockheim ein.

Abwehrchef Pedro Geromel erklärte, die Qualität des Torjägers fehle den Kölnern zwar, aber die mannschaftliche Leistung habe sein Fehlen kompensieren können.

Und auch der Brasilianer zeigte sich froh, dass man die nächsten Spiele nun ohne Druck angehen könne. Allerdings hoffte Geromel, "dass wir in Zukunft öfter zu null spielen".

Knackpunkt Platzverweis

"Für die Fans und den Verein war das heute sehr wichtig. Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis und der Einstellung, die meine Spieler heute gezeigt haben", erklärte Solbakken, auch wenn es nicht immer leicht sei, gegen zehn Mann zu spielen.

Damit sprach der Norweger den Knackpunkt der Partie an: Wegen wiederholten Foulspiels schickte Schiedsrichter Wolfgang Stark Lautern-Debütant Ariel Borysiuk in der 40. Minute mit Gelb-Rot vom Platz.

"Eine knallharte Entscheidung"

"Eine knallharte Entscheidung", befand FCK-Coach Marco Kurz, für den es die erste Niederlage als Trainer gegen Köln war:

"Ich weiß nicht, ob man das unbedingt machen muss, aber wie immer akzeptieren wir auch diese Entscheidung", ergänzte der 42-Jährige trotzig.

Lautern-Kapitän Christian Tiffert sah die Aktion etwas objektiver: "Es war die richtige Entscheidung. Die Rote Karte war die logische Konsequenz. Am Schiri hat das nicht gelegen."

Zehntes Spiel ohne Sieg

Die "Roten Teufel" bleiben nach dem zehnten Spiel in Folge ohne Sieg weiterhin auf dem Relegationsplatz.

"Natürlich ist das bitter. Mit dem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein", erklärte auch Torhüter Kevin Trapp, der beim Gegentreffer machtlos war: "Wir haben heute aber auch nicht viele Chancen kreiert."

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