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Obenauf mit Dortmund gegenüber den Bayern: Robert Lewandowski © getty

Im Titel-Vierkampf setzt sich Dortmund ab - und gilt nun auch für den "Kaiser" als Favorit. Auf Schalke gibt's Fan-Zoff.

Von Thorsten Meschund Christian Paschwitz

München - Ein Titelkampf, der so spannend wie nie ist. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mit dem FC Bayern, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und dem FC Schalke 04 dabei vier Teams nahezu auf Augenhöhe.

Was war von vielen Experten der Ausgang des Rennens um die Schale noch als mehr oder weniger offen bezeichnet worden. Vor dem 20. Spieltag. 514795(DIASHOW: Der 20. Spieltag)

Inzwischen jedoch hat sich das öffentlich Meinungsbild ein wenig gewandelt - zu Gunsten des BVB um Trainer Jürgen Klopp.

Beckenbauer: Klopp nun Favorit

Sogar die Bayern, seit jeher selbst erklärter Titel-Anwärter Nummer eins, schanzen die Rolle des heißesten Meisterschaftskandidaten den Schwarz-Gelben zu.

Zumindest tut das Ehrenpräsident Franz Beckenbauer: "Klopp, jetzt bist du der Favorit", schreibt der "Kaiser" in der "Bild".

Und ergänzt: "Die Dortmunder siegen selbst ohne den verletzten Mario Götze. Sie haben die Leichtigkeit zurückgefunden." Genau die fehle jedoch den Münchnern aktuell - sie hätten nur in der Hinrunde brilliert.

Schalke-Fans pfeifen

In der Tat bekleckerte sich der Rekordmeister auch zuletzt beim 1:1 beim Hamburger SV keineswegs mit Ruhm - während der amtierende deutsche Meister beim 1. FC Nürnberg mit 2:0 gewann und in der Tabelle nun zwei Zähler vor den Münchnern rangiert.

Die zuvor ebenfalls noch punktgleichen Schalker erlitten mit dem 1:1 gegen den 1. FSV Mainz 05 genauso einen Rückschlag wie überdies die Gladbacher (0:0 beim VfL Wolfsburg).

Die Fans der Königsblauen quittierten die Leistung gar mit Pfiffen - was Horst Heldt auf die Palme bringt.

Heldt sauer über Ungeduld

"Die Leute dürfen ja vom Titel träumen, aber nicht nur noch mit der blau-weißen Brille rumlaufen und gleich beim ersten Fehlpass pfeifen. Der Druck darf nicht vom eigenen Publikum kommen. Das gefällt mir gar nicht", so der 04-Manager.

Mats Hummels hingegen dürfte es gefallen haben - zumal der Spieltag voll und ganz nach den Vorstellungen des Dortmunders ablief.

[kaltura id="0_4chonfyp" class="full_size" title="Basler Robben muss raus"]

"Ich hoffe, dass vielleicht nicht wieder alle drei anderen Teams da oben gewinnen", hatte sich der Innenverteidiger schon nach dem Sieg beim Club am Freitagabend gewünscht.

Understatement in Dortmund

Vor allem, dass der bisherige Spitzenreiter aus München Federn ließ und Gladbach als Vierter nun schon drei Zähler Rückstand aufweist, sollten die Dortmundern registriert haben, für die es die zweite Tabellenführung seit dem 14. Spieltag ist.

Auch wenn sich die Westfalen gewohnt zurückhaltend geben:

"Die Wahrscheinlichkeit, dass Bayern München Deutscher Meister wird, ist die größte", erklärte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke bei "Sky 90".

Serien wie in der Meistersaison

Einen psychologischen Dortmunder Vorteil gibt es dennoch: Vier Spiele in Folge hat die Borussia gewonnen, seit nunmehr 14 Spielen ist Klopps Mannschaft in der Liga ungeschlagen.

Werte, die schon wieder nahe dran sind an den Erfolgsserien der vergangenen Meistersaison.

Zur Erinnerung: Damals war der BVB vom 2. bis 16. Spieltag über 15 Partien ungeschlagen geblieben. Zweimal gar, vom 2. bis zum 8. und vom 10. bis zum 16. Spieltag, gab es sieben Siege in Folge.

Ausfall von Götze und Bender kein Problem

Gerade die Konstanz in Leistung und Ergebnis scheinen erneut das große Plus der Dortmunder zu sein - dabei werden auch personelle Ausfälle wie die Verletzung von Mario Götze und Sven Bender weggesteckt.

Die Spieler, die von der Bank kommen, fügen sich nahtlos und ohne Qualitätsverlust ein.

Wie Moritz Leitner, der wie schon im Herbst Bender eins zu eins ersetzt hatte, oder Lucas Barrios, der in Nürnberg für Robert Lewandowski in die Bresche sprang und das 2:0 markierte.

Bayern nur noch ein Schatten

Angesichts nur eines Sieges bei einem Remis und einer Niederlage laufen dagegen die Bayern ihrer Hinrundenform meilenweit hinterher.

Ihr Spiel ist statischer geworden und leichter zu durchschauen, insbesondere gegen sehr defensiv eingestellte Gegner tut sich das Team von Coach Jupp Heynckes schwer.

Und: Bastian Schweinsteiger ist nach seinem Schlüsselbeinbruch noch nicht zu 100 Prozent fit, auch Thomas Müller läuft seiner Bestform hinterher. Nicht zuletzt lässt Arjen Robben die erhofften Impulse vermissen.

Basler: "Robben muss raus"

Ginge es nach Mario Basler, würde sich der Niederländer gar nur noch auf der Bank wiederfinden.

"Für mich gibt es da überhaupt keine Diskussion: Robben muss raus", sagte der ehemalige Bayern-Profi und SPORT1-Experte im Kia Doppelpass (Video).

Der Ex-Profi schreibt die Bayern damit zwar noch lange nicht ab, meint aber: "Wenn sich die Bayern da nicht umstellen, werden sie am Ende nur Zweiter oder Dritter."

Favre: "Sind Sie verrückt?"

Damit wären die Gladbacher bereits mehr als zufrieden. Die Nullnummer gegen die "Wölfe" lässt zumindest offiziell keine Meisterträume platzen.

Auf eine Reporter-Frage, ob das Remis ein Rückschlag sei, antwortete Trainer Lucien Frage: "Sind Sie verrückt?"

Ähnliches Abwiegeln kennt man sonst nur aus Dortmund - das vorerst nun die Nase vorn hat.

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